13.01.2021 20:50

Moderna-Aktie gibt Gewinne ab: Berlin spritzt ab Freitag auch Moderna - Bund: Impfstoff unbedenklich

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Stunden voller Zweifel: Ist die erste Impfstofflieferung des Herstellers Moderna nach Berlin und Brandenburg fachgerecht gekühlt?
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Erst nach einer Entwarnung und Garantie des Bundesgesundheitsministeriums zeigten sich beide Länder am Mittwoch bereit, nach dem Impfstoff von BioNTech nun auch den von Moderna anzubieten. Sind offene Bedenken ein Zeichen für Seriosität - oder verunsichern sie die Bevölkerung?

Am Mittwochmorgen hatten sowohl Brandenburg als kurze Zeit später auch Berlin öffentlich gemacht, dass sie den Moderna-Impfstoff zunächst wegen Zweifeln an der Kühlkette zurückhalten. Die Berliner Bedenken hätten sich am Kühllaster und an der Verpackung entzündet, berichtete Moritz Quiske, Sprecher der Senatsgesundheitsverwaltung. Es sei in Berlin unklar gewesen, ob der Laster den technischen Standards für solche Lieferungen entsprochen habe. Der Impfstoff habe sich darüber hinaus "eher in Pappkartons" befunden. Sonst seien Styropor- oder Metallverpackungen üblich. Deshalb habe Berlin um Aufklärung gebeten.

Das Bundesgesundheitsministerium versicherte am Mittwoch nach den Zweifeln aus beiden Ländern, dass die Qualität der Impfstoffe durch den Transport nicht beeinträchtigt worden sei. Sie könnten unbedenklich verwendet werden, hieß es.

Der Moderna-Impfstoff muss bei etwa minus 20 Grad Celsius gelagert werden. Er ist 30 Tage bei Kühlschranktemperatur und zwölf Stunden bei Raumtemperatur stabil. Die Lieferung war am Dienstag über eine Bundeswehrkaserne im niedersächsischen Quakenbrück an alle Bundesländer verteilt worden. Nach Angaben des Logistikunternehmens Hellmann lief dabei alles nach Plan. Für die Lieferungen seien GPS-überwachte Tiefkühlfahrzeuge im Einsatz gewesen. Auch die Temperatur im Innenraum werde genau kontrolliert.

Quiske nannte das Berliner Vorgehen einen Ausdruck von Seriosität. Es gehe darum, bei der Qualitätsprüfung hellwach zu sein und die Bevölkerung in jeder Hinsicht zu schützen. Das sieht auch Eugen Brysch so, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Es mache deutlich, dass Behörden die Kontrolle der Logistik vor dem Impfen ernst nähmen, sagte er. "Solche Aktionen stärken das Vertrauen der Bevölkerung in die Impfkampagne."

Ab Freitag wird sich zeigen, ob die Berliner den Impfstoff von Moderna gespritzt haben möchten. Dann soll er im Erika-Hess-Eisstadion im Stadtteil Wedding erstmals angeboten werden. Das Stadion soll am Donnerstag als zweites Berliner Impfzentrum eröffnen; nach dem Hin und Her am Mittwoch allerdings mit dem zuerst zugelassenen Biontech-Präparat. Denn der Vorlauf für alle Impfungen beträgt wegen des Auftauens und Aufbereitens für die Spritze 24 Stunden.

Berlin hatte am Dienstag 2400 Moderna-Dosen geliefert bekommen. Es ist der zweite für die EU zugelassene Impfstoff gegen das neue Corona-Virus. Davon müssen 1200 Dosen für die zweite Impfung zurückgehalten werden.

Die Verantwortung für die ersten Moderna-Spritzen in Berlin und Brandenburg dürfte nach der öffentlichen Entwarnung des Bundesgesundheitsministeriums nun beim Bund liegen. Auch das war den Ländern wohl wichtig. Denn sie sind für die Impfzentren zuständig.

Die Moderna-Aktie legte am Mittwoch an der NASDAQ zunächst zu, notiert inzwischen aber 1,08 Prozent tiefer bei 123,20 US-Dollar.

/vl/DP/fba

BERLIN (dpa-AFX)

Bildquellen: Ascannio / Shutterstock.com

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