Tödliche Schüsse: Eltern bezichtigen US-Regierung der Lüge

25.01.26 10:32 Uhr

MINNEAPOLIS (dpa-AFX) - Die Eltern des bei einem Einsatz von Bundesbeamten der US-Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis erschossenen Mannes werfen den Einsatzkräften vor, ihren Sohn ohne legitimen Grund erschossen zu haben. Die Regierung, die die Schüsse eines Beamten als Notwehr bezeichnet hatte, lüge, heißt es in einer Stellungnahme der Familie von Alex Pretti, die von mehreren US-Medien veröffentlicht wurde. Anders als behauptet habe der 37-jährige Krankenpfleger keine Bedrohung für die Beamten dargestellt, als er von den Einsatzkräften attackiert wurde.

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"Die abscheulichen Lügen, die die Regierung über unseren Sohn verbreitet, sind verwerflich und widerwärtig", heißt es in der Stellungnahme weiter. "Alex hält eindeutig keine Waffe in der Hand, als er von Trumps mordenden und feigen ICE-Gangstern angegriffen wird." Er habe lediglich versucht, eine von einem ICE-Beamten zu Boden gebrachte Frau zu schützen und sei mit Pfefferspray besprüht worden, bevor die Schüsse fielen. Die Wahrheit müsse ans Licht gebracht werden.

Von acht Beamten umringt - dann fallen Schüsse

Von dem Vorfall vom Samstagmorgen (Ortszeit) auf einer Straße der US-Großstadt kursieren Videos aus verschiedenen Perspektiven im Netz. Auf einem davon, das die Deutsche Presse-Agentur verifiziert hat, ist zu sehen, wie mehrere Vermummte in Einsatzkleidung eine Person gewaltsam zu Boden bringen und versuchen, diese zu fixieren. Offenkundig handelt es sich dabei um Alex Pretti. Am Ende wird er von acht Einsatzkräften umringt.

Dann fallen Schüsse, dem Ton nach sind es etwa zehn. Es kann sein, dass verschiedene Personen schießen, eindeutig ist das den Aufnahmen nicht zu entnehmen. Auch als die Person regungslos am Boden liegt, schießt mindestens einer der Vermummten weiter auf ihn. Zur Frage der möglichen Bewaffnung des Mannes kann man anhand der von dpa überprüften Videos keine Aussage treffen. Auf einem der in sozialen Netzwerken kursierenden Videos wirkt es so, als sei ihm möglicherweise eine Pistole abgenommen worden - allerdings bereits vor den ersten Schüssen.

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Ministerium schildert angebliche Bedrohungssituation

Nach Darstellung des Heimatschutzministeriums war Pretti bewaffnet. Die Bundesbeamten seien an einem Einsatz gegen einen wegen Körperverletzung gesuchten Ausländer beteiligt gewesen, der sich illegal in den USA aufhalten soll, als sich eine Person mit Halbautomatikpistole genähert habe. Auf X teilte das Ministerium ein Foto der mutmaßlichen Waffe. Die Beamten hätten versucht, den 37-Jährigen zu entwaffnen, doch dieser habe Widerstand geleistet. Dann habe ein Beamter die tödlichen Schüsse abgegeben. Der Erschossene war nach örtlichen Polizeiangaben generell berechtigt gewesen, eine Waffe zu tragen./mk/DP/zb