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03.02.2021 21:50

Nicht nur GameStop: Diese stark geshorteten Aktien haben ungeahnte Höhenluft geschnuppert - auch deutsche Titel dabei

Trading-Hysterie: Nicht nur GameStop: Diese stark geshorteten Aktien haben ungeahnte Höhenluft geschnuppert - auch deutsche Titel dabei | Nachricht | finanzen.net
Trading-Hysterie
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In einer Art Flashmob haben sich Trader zusammengetan, um Hedgefonds den Kampf anzusagen. Mit Erfolg: Konzertierte Kaufaktionen haben für massive Turbulenzen an den Märkten gesorgt und stark geshorten Aktien zu einem unverhofften Höhenflug verholfen.
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• GameStop-Turbulenzen auch bei anderen Aktien sichtbar
• Zahlreiche stark geshortete Titel massiv gekauft
• Auch deutsche Shortsellerlieblinge erleben Höhenflug


Milliarden Dollar Verluste für Hedgefonds: Das ist das Ergebnis einer Entwicklung, die es so an den internationalen Börsenparketts zuvor noch nicht gegeben hat. Massenhaft Kleinanleger haben sich in Internetforen zu Aktienkäufen verabredet und dabei insbesondere kriselnde Unternehmen ins Visier genommen, auf die Hedgefonds Wetten auf fallende Kurse platziert hatten. Das Ziel: Professionelle Shortseller sollten zu einem Shortqueeze gezwungen werden, also dazu, ihren Short gegen die Aktie aufzulösen und das Papier zum aktuellen Börsenpreis zu kaufen - was bei der Masse an geshorteten Papieren einen weiteren Kurssprung auslöst und Anlegern weitere Gewinne beschert.

Das prominenteste Beispiel der vergangenen Tage war dabei die Gamestop-Aktie, die am Aktienmarkt seit geraumer Zeit ein Nischendasein führt. Bis auf knapp 483 US-Dollar trieben die massiven Aktienkäufe eine Aktie, die zuvor monatelang keine 20 US-Dollar gekostet hatte.

Hype geht weit über Gamestop hinaus

Doch der Computerspielehändler war längst nicht der einzige Konzern, der zum Spielball von Kleininvestoren wurde. Der Hype schwappte schnell auf andere Börsenschnäppchen über: Auch andere Unternehmen, die zuvor teilweise bereits als Pleitekandidaten gehandelt wurden, erfuhren plötzlich einen unerwarteten Hype.

Einer davon war AMC Entertainment, der Kinobetreiber, dessen Geschäfte infolge von Lockdowns aufgrund der Corona-Pandemie massiv eingebrochen waren. Zwar wurde im Mai über ein Übernahmeinteresse seitens Amazon spekuliert, dazu kam es aber nicht - und im Oktober brauchte das Unternehmen schließlich frisches Kapital, das sich AMC über eine Kapitalerhöhung sicherte. Viele Beobachter sahen bereits eine Insolvenz des Unternehmens kommen, zum Jahresstart war eine AMC-Aktie keine zwei Dollar mehr wert. Das konzertierte Eingreifen von Kleinanlegern hievte den Anteilsschein am 28. Januar jedoch bis auf knapp 20 US-Dollar - ein Plus von 936 Prozent in nur drei Wochen - und das ohne kursbewegende Nachrichten zum Unternehmen.

Ebenfalls als Pleitekandidat gehandelt wurde BlackBerry, ein Tech-Relikt, das seine besten Tage bereits gesehen und den Anschluss an die neue Smartphone-Elite verpasst hat. Die letzten positiven Nachrichten der Kanadier kamen im Dezember, als eine Kooperation mit Amazon für einen Kurssprung um rund ein Viertel gesorgt hatte. Zum Jahresstart kostete eine Blackberry-Aktie noch 6,71 US-Dollar - nach den massiven Käufen der vergangenen Tage schoss der Anteilsschein in der Spitze bis auf 28,77 US-Dollar hoch.

Auch Bed Bath & Beyond, ein US-Einzelhandelsunternehmen, hat in den letzten Tagen unverhoffte Höhenluft geschnuppert. Auch hier gab es keinerlei kursbewegende Nachrichten von Unternehmensseite, die Aktie sprang aber dennoch bis auf 46,14 US-Dollar, nachdem sie zum Jahresstart noch für rund 18 US-Dollar zu haben gewesen war.
Der ehemalige Handy-Pionier Nokia ist ebenfalls ins Visier von Massenkäufern aus der Internetcommunity geraten und verzeichnete einen kräftigen Kurssprung - ebenso wie Express Inc., ein US-amerikanisches Modeunternehmen, das infolge von Corona-Lockdowns massive Geschäftseinbußen verzeichnet. Koss bekam den Hype der letzten Tage ebenfalls zu spüren: Die Koss-Aktie schoss bis auf 127,45 US-Dollar nach oben, nachdem sie zum Jahresstart noch für rund 3 US-Dollar zu haben gewesen war.

Auch deutsche Aktien betroffen

Auch hierzulande schlug der Trader-Flashmob zu und nahm ebenfalls Shortseller-Aktien unter die Lupe. So brachte ein Kurssprung beim Batteriehersteller Varta Trader in Bedrängnis, die auf fallende Kurse gesetzt hatten. In der Spitze legte die Aktie, die zum Jahresstart unter 120 Euro gekostet hatte, bis auf über 181 Euro zu.
Bei EVOTEC, eine bei Shortsellern ebenfalls beliebte Aktie, ging es bis auf 43 Euro nach oben, ein massiver Sprung um 43 Prozent seit Jahresbeginn. Zwar hatte das Unternehmen auch positive Nachrichten in petto und konnte einen Millionenauftrag vom US-Verteidigungsministerium vermelden, das jüngste Kursfeuerwerk sei allerdings eher darauf zurückzuführen, dass ein Leerverkäufer angesichts seiner Shortposition in Schieflage geraten ist und sich mit EVOTEC-Aktien eindecken musste. Ein klassischer Short Squeeze also.

Auch bei dem Leasinganbieter GRENKE kam es in den vergangenen Tagen zu auffälligen Kursbewegungen, wenn die Ausschläge auch weniger deutlich ausfielen als etwa bei EVOTEC.

Auf große Kurssprünge folgten Kurseinbrüche

Dass der massive Aufwärtstrend nicht nachhaltig war, lässt sich an der weiteren Kursentwicklung der betroffenen Aktien ablesen. Nahezu alle Aktien, bei denen Anleger sich in Internetforen wie Reddit zu einem Kauf verabredet hatten, haben verglichen mit ihren Höchstständen zwischenzeitlich nachgegeben, offenbar hat ein Teil der Neu-Investoren Gewinne mitgenommen. Die Kurseinbrüche waren allerdings auch der Tatsache zu schulden, dass Tradingapps wie Robinhood den Handel mit betroffenen Aktien zum Teil kurzzeitig aussetzten. "Wir beobachten die Märkte laufend und nehmen Änderungen vor, wo es nötig ist", schrieb Robinhood. Anleger könnten betroffene Aktien nur verkaufen, aber nicht weitere ordern, was das Unternehmen mit den starken Schwankungen begründete. Dies brachte Robinhood von Seiten der Trader den Vorwurf der Marktmanipulation ein. Auch der Online-Broker Trade Republic hatte mit Handelsbeschränkungen auf die Marktentwicklungen reagiert, ist inzwischen aber nach starken Protesten zurückgerudert.

Redaktion finanzen.net

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