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14.08.2018 16:13
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Dieses Verhalten von Warren Buffett könnte Anlegern Sorgen bereiten

Unguter Trend?: Dieses Verhalten von Warren Buffett könnte Anlegern Sorgen bereiten | Nachricht | finanzen.net
Unguter Trend?
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Den kürzlich vorgelegten Quartalszahlen zufolge steht Warren Buffetts Investmentvehikel Berkshire Hathaway glänzend da: Der operative Gewinn wurde im Jahresvergleich mehr als verdoppelt, gleichzeitig verfügt das Unternehmen über Geldreserven in Rekordhöhe. Genau die könnten sich jedoch für den Markt als schlechtes Omen erweisen.
Berkshire Hathaway geht es gut - das bewiesen die vor wenigen Tagen vorgelegten Quartalszahlen nochmals eindrücklich. Eine Zahl stach jedoch besonders heraus: Inzwischen soll Warren Buffetts Investment-Holding Barmittel in Höhe von insgesamt 111,1 Milliarden US-Dollar angehäuft haben. In der Geschichte des Unternehmens ist dies ein absoluter Rekord-Kassenbestand. Die 111,1 Milliarden setzen sich zusammen aus liquiden Mitteln in Höhe von 64,56 Milliarden US-Dollar und weiteren 46,54 Milliarden US-Dollar an kurzfristigen Anlagen in US-Bonds. Gegenüber dem letzten Quartal ist Berkshire Hathaways Geldberg somit um 2,4 Milliarden US-Dollar angewachsen. Genug Barmittel also für einen lukrativen Deal, doch dieser bleibt schon seit längerem aus. Die Gründe hierfür werfen ein schlechtes Licht auf die aktuelle Marktlage.

Flaute bei Zukäufen: Warum greift Buffett nirgends zu?

Gegen eine ansehnliche Cash-Position spricht zunächst einmal nichts. Warren Buffett selbst hat bereits öffentlich gemacht, dass er stets darauf bestehe, jederzeit mindestens 20 Milliarden US-Dollar in bar zur Verfügung zu haben, um sicher zu stellen, dass Berkshire Hathaway nicht in eine finanzielle Schieflage rutscht. Außerdem sei Cash "für ein Unternehmen wie Sauerstoff für einen Menschen: Man denkt nicht dran, aber wenn er fehlt, wird es schwierig", soll der Investment-Guru einmal gesagt haben. Über 111 Milliarden Dollar sind jedoch mehr als das Fünffache von dem, was Buffett nach eigenen Angaben als Absicherung für notwendig hält. Die Frage, die sich demnach aufdrängt, ist also: Warum investiert Buffett nicht?

Weshalb ein so riesiger Geldberg nicht zwangsläufig vorteilhaft ist

Unbestritten bietet ein Cash-Berg dieses Ausmaßes einiges an Sicherheit, doch ab einem gewissen Punkt könnte die Angelegenheit schnell unrentabel werden. Denn während Buffett 20 Milliarden US-Dollar zur Absicherung einkalkuliert, liegen 91 Milliarden US-Dollar nahezu brach. Zwar bringen die 46 Milliarden US-Dollar in US-Anleihen eine Rendite von etwa zwei Prozent jährlich, doch diese Rendite ist gering im Vergleich zu der, die Buffett unter Umständen durch einen Zukauf erwirtschaften könnte. Eine Barmittel-Anhäufung in dieser Größenordnung bedeutet somit gleichzeitig den Verzicht auf eine potenziell höhere Rendite, die eine Investition einbringen könnte. Als Börsen-Altmeister hat der Star-Investor für seine Zurückhaltung jedoch wahrscheinlich triftige Gründe - und diese könnten nichts Gutes für die aktuelle Marktsituation bedeuten.

Buffetts Zurückhaltung als unheilvolles Vorzeichen

Möglicherweise investiert Börsen-Guru Buffett aus dem Grund nicht, weil er und Berkshire Hathaway den Markt als überbewertet und überteuert einstufen. Bemerkenswert ist jedoch, dass Buffett seine Investitionstätigkeiten schon vergleichsweise früh zu einem Zeitpunkt ausgesetzt hat, als die Aktienpreise noch im Steigen begriffen und die Fusions- und Akquisitionsaktivitäten noch in vollem Gange waren. "M&A-Werte tendieren dazu, ihren Höhepunkt zu erreichen, wenn Animal Spirits am Markt auftreten und Führungskräfte das Gefühl haben, dass ihre eigenen Aktien nun teuer genug sind, um sie zu einer wertvollen Akquisitionswährung zu machen", sagte Investment Director bei AJ Bell, Russ Mould, zu "Business Insider". "Animal Spirits" bezeichnen eine Art plötzlich aufkommenden Optimismus am Markt, der in der Regel keine logische Grundlage hat - etwas, womit Warren Buffett als Value-Investor dementsprechend wenig anfangen kann. Die Aufwärtsbewegung am Markt gepaart mit Warren Buffetts Zurückhaltung könnte demnach sogar das Vorzeichen eines Crashs darstellen. Denn auch vor den beiden jüngsten Marktcrashs in den Jahren 1999 und 2007 sei das Barguthaben von Berkshire Hathaway vergleichsweise hoch gewesen, führte Mould weiter aus. Warren Buffett selbst hat sich indes bereits nicht gerade als Fan großer Cash-Anhäufungen ausgesprochen. Im Anschluss an die Quartalsbilanz des ersten Jahresviertels 2018 sagte Buffett gegenüber CNBC: "Cash ist die schlechteste Investition der Welt, außer vielleicht über längere Zeit in etwas Dummes zu investieren. Ich hätte die Zahl [der Barmittel von Berkshire Hathaway] lieber bei 30 Milliarden US-Dollar."

Ein anderes Rechenbeispiel

Ein Teil der Rechnung könnte das Bild jedoch etwas entschärfen. Berkshires Barmittel stiegen im zweiten Quartal zwar um 2,4 Milliarden US-Dollar, doch ist dies genau der Betrag, den Berkshire erhielt, als Monsanto im Laufe des Quartals von Bayer in Deutschland übernommen wurde. Das bedeutet: Nimmt man diesen Vorgang aus der Rechnung, wäre Berkshires Cash überhaupt nicht angewachsen. Alle überschüssigen liquiden Mittel aus dem operativen Geschäft sind demnach im zweiten Quartal offenbar erfolgreich reinvestiert worden. Da bekannt ist, dass Berkshire in letzter Zeit keine Akquisitionen getätigt hat, ist demnach davon auszugehen, dass Berkshire während des Quartals offenbar Aktien gekauft hat - und zwar höchstwahrscheinlich Apple-Aktien. Dieser Umstand könnte die Lage möglicherweise etwas entschärfen. Dennoch ist der Cash-Bestand von Berkshire Hathaway nicht erst seit dem vergangenen Jahr verhältnismäßig hoch. Das aktuelle Marktumfeld ist für Buffetts Value-Ansatz schon seit längerer Zeit nicht ideal. Der Starinvestor sucht eigentlich nach Aktien, die verglichen mit ihrem eigentlichen Wert an der Börse mit einem Abschlag gehandelt werden. Momentan scheinen die Aktienkurse jedoch tendenziell eher höher zu liegen. Ob Buffetts Investitions-Zurückhaltung tatsächlich einen Crash ankündigt, kann nicht mit letzter Sicherheit gesagt werden. Sie spricht jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit dafür, dass es aktuell zumindest keine wirklichen Schnäppchen am Markt zu machen gibt.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Andy-Kropa/AP, Adam Jeffery/CNB/CNBCU/Photo Bank via Getty Images

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