Vermögensverwalter-Kolumne

Die Landwirtschaft wird intelligent - der KI sei Dank

06.01.26 13:33 Uhr

Die Landwirtschaft wird intelligent - der KI sei Dank | finanzen.net

Die Künstliche Intelligenz erhält Einzug in die Landwirtschaft - und zwar aus guten Gründen. KI in der Landwirtschaft hilft, die Ernte zu optimieren, die Umwelt zu schonen und Kosten zu sparen. Eine Entwicklung, die auch langfristig orientierte Anleger im Blick behalten können.

Pflanzenschutzmittel im großen Umfang auf die Felder verteilen, ist nicht gut - weder für Tier noch Umwelt, auch nicht für das Grundwasser, und am Ende auch nicht für den Menschen. Denn Pflanzenschutzmittel reichern sich in Obst, Gemüse und Getreide an, und landen so zum Schluss auf unserem Tisch. Also: Pflanzenschutzmittel reduzieren, lautet das Motto. Doch wie, wenn Unkräuter und Schädlingen die Ernte bedrohen?

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KI in der Landwirtschaft bietet enormes Potenzial

KI, lautet eine Antwort, die Künstliche Intelligenz. Sie hilft, Unkräuter auf dem Feld zu erkennen oder kranke Pflanzen zu identifizieren. Gespritzt wird dann nur noch dort, wo Bedarf ist - und nicht mehr auf dem ganzen Feld. Mehr noch, durch den Einsatz von KI gesteuerten Maschinen ist es mittlerweile sogar möglich, Unkräuter per Roboterhand zupfen zu lassen. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erübrigt sich so völlig. Die Ernte wird optimiert, die Umwelt geschont und die Geldbörse des Bauers langfristig entlastet.

KI im Agrarsektor kann aber noch viel mehr. Per Satellitenbild wird die Wasserversorgung der Pflanzen überwacht, der Erntezeitpunkt genau berechnet. Kartoffeln werden per KI sortiert, Äpfel nach Qualität in Kisten verpackt. Mit den geeigneten Maschinen kann die Künstliche Intelligenz Erntehelfer ersetzen und dem Obstbauern, der ohnehin unter Kostendruck steht, wertvolle Mehreinnahmen generieren. Die KI wird als neue "Revolution" in der Landwirtschaft angesehen, auch wenn ihr Vordringen erst noch am Anfang steht. Berechnungen zeigen jedoch: Selbst Anschaffungen von KI gesteuerten Maschinen im Wert von 150.000 Euro rechnen sich für den Landwirt wohl in spätestens fünf Jahren.

Aus KI in der Landwirtschaft wird Smart Farming

Damit ist aber auch klar: Aus der Kombination von Landwirtschaft und Künstlicher Intelligenz entsteht ein völlig neues Geschäftsfeld. Von "Smart Farming" ist die Rede, manche Beobachter benutzen auch den Ausdruck "Agrar 4.0" in Anlehnung an den Begriff "Industrie 4.0". Es soll damit klar damit werden, dass sich nach der Industrie nun auch in der Landwirtschaft Automatisierung und Robotik sowie vernetzte Prozesse durchsetzen. Auch wenn noch nicht alles optimal läuft, so fehlt es in Deutschland gerade im ländlichen Raum nicht selten an einer vernünftigen Netzabdeckung, die Weichen sind längst gestellt. So fördert das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat zahlreiche Forschungsprojekte im Bereich des KI gestützten Pflanzenanbaus, etwa einen Hackroboter und Prognosemodelle für die Wetterentwicklung. Ein weiteres Projekt, das den klangvollen Namen NaLamKi trägt, verfolgt das Ziel, eine offene Datenplattform aufzubauen, in der Sensor- und Maschinendaten aus Satelliten, Drohnen, Bodensensorik, Robotik und anderen Quellen zusammengeführt werden. Die Plattform soll landwirtschaftlichen Betrieben dabei helfen, ihre Bewässerung, Düngung und Schädlingsbekämpfung zu optimieren.

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KI in der Landwirtschaft - auch an der Börse ein spannendes Thema

Für die KI-Revolution in der Landwirtschaft braucht es aber jede Menge findige Unternehmen aller Art - Maschinebauer ebenso wie Softwareentwickler und Datenanbieter. Data-as-a-Service etwa gewinnt enorm an Bedeutung, denn hier geht es darum, dem Landwirt genau die Informationen zur Verfügung zu stellen, die er braucht, wenn er quasi auf dem Feld steht. Daten zum Wetter, zur Bodenbeschaffenheit, zum Nährstoffgehalt und und und. Einige dieser Unternehmen sind auch am Aktienmarkt notiert und bieten langfristig orientierten Anleger womöglich attraktive Renditechancen.

Autor: Dr. Markus C. Zschaber, Gründer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft in Köln, www.zschaber.de

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