24.11.2022 09:34

Die Techies hinken hinterher

Vermögensverwalter-Kolumne: Die Techies hinken hinterher | Nachricht | finanzen.net
Vermögensverwalter-Kolumne
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Weihnachtsmärkte starten heutzutage schon weit vor dem ersten Advent im November.
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Auch die Börsianer sind offensichtlich schon in Weihnachtsstimmung und kaufen intensiv ein - gefragt ist allerdings Klassisches und weniger High-Tech, meint von Dr. Marc-Oliver Lux von Dr. Lux & Präuner GmbH & Co. KG in München

Big Tech lässt Federn - aber wie! Fast drei Billionen Dollar Marktkapitalisierung haben allein die fünf größten Tech-Werte (Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Meta) in diesem Jahr verloren. Zum Vergleich: Alle 40 Unternehmen im deutschen Leitindex DAX zusammen sind rund 1,5 Billionen Dollar wert. Die Börsenstars der vergangenen Jahre stürzen ab. Das verstärkt eine bereits gestartete Zweiteilung des Marktes. Gefragt sind jetzt Qualitätsunternehmen, die hohe Dividenden zahlen und einen hohen Cashflow aufweisen, oder auch Aktien von Ölkonzernen, Energieversorgern und Banken, die von Energiekrise und Inflation profitieren.

Während der US-Leitindex Dow Jones seit Jahresanfang bei minus 8,5 Prozent liegt, herrscht beim NASDAQ mit minus 30 Prozent Land unter. Auch die jüngste Erholungsbewegung an den Märkten macht der Technologie-Index aktuell nur zögerlich mit. In klassischen Werten und Indizes herrscht dagegen schon fast Weihnachtsstimmung. Seitdem der Markt aus dem letzten Statement der US-Notenbank eine Verlangsamung weiterer Zinserhöhungen herauszulesen meinte, schießen die Indizes außer Rand und Band nach oben und zeigen allen Skeptikern eine Nase: Wieder einmal zeigt sich, dass unsichere Zeiten Kaufkurse hervorbringen und diejenigen bestraft, die zu lange darauf warten, dass alle Ampeln grün sind.

Europa mag ein Thema für sich sein. Ungeachtet der hohen Inflation und steigender Zinsen ist jedoch die US-Wirtschaft im Sommer überraschend stark gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im dritten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 2,6 Prozent zu. Das nährt die Hoffnung, dass die US-Wirtschaft trotz der restriktiven Notenbankpolitik eine Rezession vermeiden kann.

Die großen Tech-Aktien profitieren von diesem Trend aber nicht. Jahrelang waren es vor allem die großen IT-Konzerne, die die Rally an den Aktienmärkten trugen. Infolgedessen stieg der Anteil der Big Five am S&P 500 von Anfang 2020 bis Anfang dieses Jahres von 17,5 auf 23,3 Prozent. Dieser Effekt bildet sich jetzt zurück, aktuell beträgt der Anteil 19,4 Prozent.

Meta etwa gehörte im vergangenen Jahr noch zu den fünf wertvollsten börsennotierten US-Konzernen. Mittlerweile ist das Unternehmen aus den Top 20 rausgefallen und nur noch halb so wertvoll wie Berkshire Hathaway. Die Beteiligungsgesellschaft von Starinvestor Warren Buffett setzt vor allem auf Unternehmen mit besonders robusten Geschäftsmodellen. In seinem Portfolio hat er nur bei einem Tech-Riesen eine nennenswerte Position: bei Apple, also dem Konzern, der sich dem aktuellen Absturz noch weitestgehend entzieht.

Immer mehr Privatanleger in Deutschland vertrauen bei ihrer Geldanlage auf bankenunabhängige Vermögensverwalter. Frei von Produkt- und Verkaufsinteressen können sie ihre Mandanten bestmöglich beraten. Mehr Informationen finden Sie unter www.v-bank.com.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Oskar

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