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15.10.2018 09:12
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Wege aus der Nullzins-Krise - Teil 2: Renditechancen mit festverzinslichen Anlagen

Vermögensverwalter-Kolumne: Wege aus der Nullzins-Krise - Teil 2: Renditechancen mit festverzinslichen Anlagen | Nachricht | finanzen.net
Vermögensverwalter-Kolumne
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Anleihen sehr stabiler Staaten und Unternehmen fallen längst nicht mehr mit allzu hohen Kupons auf. Dennoch existieren genügend Rentenpapiere, die erstaunliche Renditechancen aufweisen. Dafür lohnt sich der Blick in die zweite Reihe.
Wenn die Anleger in der historisch einmaligen Periode des politisch gesteuerten Niedrigzinsumfeldes gelernt haben, ist es folgendes: "There is no free lunch" - es gibt keine Rendite ohne Risiko. Schon eher überschaubare Renditeerwartungen sind mit größeren Risiken als in der Vergangenheit verbunden - was aber zugleich bedeutet, dass es noch immer Gelegenheiten gibt, den Negativzins zu vermeiden und vergleichsweise attraktive, risikogewichtete Renditen zu erwirtschaften.

Diese Gelegenheiten bietet beispielsweise die Anlageklasse der Anleihen. Die festverzinslichen Papiere gelten zwar landläufig eher als schwach, was die Erträge angeht. Aber diese Sicht löst sich auf, wenn man über die Dickschiffe in dem Markt hinausschaut. Freilich: Bundesanleihen und andere Papiere von Emittenten allerhöchster Güte sind nur schwach verzinst. Der REXP, der Index der Entwicklung deutscher Staatsanleihen, zeigt auf, dass die aktuelle Umlaufrendite deutscher Staatsanleihen bei 0,36 Prozent im Jahr rangiert. Also bei weitem nicht einmal genug, um auch nur annähernd die Inflation auszugleichen.

Aber es geht auch anders. Denn der Markt zeigt immer wieder, dass gerade Emittenten aus der zweiten Reihe erstaunliche Möglichkeiten bieten. Damit sind nicht die typischen "Mittelstandsanleihen" gemeint, die in den vergangenen Jahren regelmäßig in die Knie gegangen sind und zu teils großen Verlusten bei den Anlegern geführt haben. Sondern die Papiere von verlässlichen und solventen Unternehmen, die einfach aufgrund ihrer Größe und/oder ihres Geschäfts weniger stark im Fokus der Öffentlichkeit stehen als die üblichen Verdächtigen von Apple bis Siemens, von Allianz bis SAP.

Im Fokus stehen dabei breit gestreute Anleiheinvestments mit einer mittleren Laufzeit von rund fünf Jahren. Auf der einen Seite wird damit Kapital nicht allzu lange gebunden, und auf der anderen Seite lassen sich stabile Kupon-Zahlungen in diesem Zeitraum erwirtschaften, in dem Beobachter nicht mit einer relevanten Änderung des allgemeinen Zinsumfelds rechnen. Überdies gilt: Sollten die Anleihen aufgrund der weiteren Entwicklung an den Märkten Kursgewinne aufweisen, können Anleger diese mit Gewinn vor ihrer Fälligkeit verkaufen. Es ist häufig besser, für die beispielsweise letzten beiden Jahre der Laufzeit auf einen rentierlichen Kupon zu verzichten als auf die Kursgewinne. Denn bei Endfälligkeit der Anleihe wird nicht der aktuelle Kurswert ausbezahlt, sondern der ursprüngliche Kurs von 100.

Insbesondere sind bei Anleiheinvestments Neuemissionen interessant. Darunter finden sich immer wieder Perlen mit sehr guter Bonität und vergleichsweise hohen Kupons, etwa die neue Otto Group-Anleihe. Der solide aufgestellte Handelskonzern hat eine nachrangige Anleihe begeben und investiert die Mittel in den Ausbau der E-Commerce-Aktivitäten. Der Kupon: satte vier Prozent.

In solchen Fällen können Anleger häufig von der Emissionsprämie (Risikoaufschläge) bei der erstmaligen Platzierung einer Anleihe profitieren. Dabei werden die Anleihen mit einer höheren Rendite platziert, als es die Marktteilnehmer eigentlich erwarten würden. Im Rahmen einer Angleichung der neuen Anleihe an die Marktgegebenheiten erfolgt in den ersten Handelstagen nach Emission daher häufig eine Angleichung der Rendite: Der Kurs der neuen Anleihe steigt. Indes: Der einzelne Privatanleger wird dieses Angebot kaum selbst nutzen können. Vermögensverwalter hingegen können ihr Zeichnungsinteresse und Wunschvolumen schnell bei den Emissionsbanken anmelden, um die Emissionsprämie zu kassieren und dem Unternehmen die Platzierung zu ermöglichen.

Von Thilo Stadler, Vermögensverwalter bei I.C.M. Independent Capital Management in Mannheim und Neuss

Immer mehr Privatanleger in Deutschland vertrauen bei ihrer Geldanlage auf bankenunabhängige Vermögensverwalter. Frei von Produkt- und Verkaufsinteressen können sie ihre Mandanten bestmöglich beraten. Mehr Informationen finden Sie unter www.v-bank.com.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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