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Risiko & Rendite im Blick: Analyst empfiehlt NVIDIA-Anleihen als Alternative zur Aktie

01.07.24 23:16 Uhr

NASDAQ-Titel NVIDIA-Aktie: Analyst empfiehlt NVIDIA-Anleihen als lukrative Aktien-Alternative - Risiko und Rendite im Fokus | finanzen.net

Ein Analyst hat kürzlich NVIDIA-Anleihen als eine sichere Alternative zur Aktie des Chipherstellers empfohlen. Das sind die Vor- und Nachteile von Anleihen.

• Analyst empfiehlt NVIDIA-Anleihen
• Weniger Volatilität und weniger Risiko
• Kleinere Rendite als bei Aktien

KI-Gewinner NVIDIA: Analyst empfiehlt Anleihen

Die NVIDIA-Aktie zählt zu den größten Gewinnern des KI-Hypes. Das Papier hat es in das Portfolio zahlreicher Anleger geschafft - und die Erfolgsgeschichte scheint noch nicht vorbei zu sein. In diesem Jahr gewann die Aktie des Chipkonzerns bereits rund 149 Prozent dazu und notierte zuletzt bei 123,54 US-Dollar (Stand: Schlusskurs vom 28. Juni 2024). Ein Analyst erklärte jedoch kürzlich, dass es sich bei NVIDIA auch lohne, auf die Unternehmensanleihen zu setzen statt auf die Aktie.

So gab das Forschungsunternehmen Gimme Credit eine Kaufempfehlung für die Anleihen von NVIDIA ab. Analyst Dave Novosel erwarte aufgrund der beeindruckenden Umsatzwachstumsprognosen des US-amerikanischen Unternehmens und der voraussichtlichen erheblichen Margenverbesserungen, dass der freie Cashflow von NVIDIA in diesem Jahr auf etwa 58 Milliarden US-Dollar steigen werde, heißt es in der Analyse laut MarketWatch. "Ein wichtiger Faktor ist, dass die Investitionsausgaben weniger als 3 Prozent des Gesamtumsatzes betragen, da NVIDIA den Fertigungspartner Taiwan Semiconductor nutzt, um seine Chips herzustellen", so Novosel.

Niedrige Verschuldung

Besonders positiv zu bewerten sei im Hinblick auf NVIDIA-Anleihen auch die geringe Verschuldung des Unternehmens. Denn Anleiheinvestoren müssen stark auf die Fähigkeit eines Emittenten achten, seine Zinszahlungen zu leisten und schließlich auch die Investitionen zurückzuzahlen. Im Geschäftsjahr 2024 betrug die Verschuldung des Chipherstellers gerade einmal 10 Milliarden US-Dollar. Verglichen mit einem 2024er EBITDA von mehr als 34 Milliarden US-Dollar betrug der Verschuldungsgrad zu Beginn des Jahres gerade einmal das "läppische" 0,3-Fache, erläuterte der Experte. "Mit dem besseren EBITDA, das wir für dieses Jahr prognostizieren, wird der Verschuldungsgrad wahrscheinlich auf das 0,1-Fache sinken".

Zudem hob Novosel hervor, dass die Unternehmensanleihe mit Fälligkeit im Jahr 2030 mit einem Spread von 36 Basispunkten über vergleichbaren Staatsanleihen gehandelt wird. Dieser Spread stellt die Prämie dar, die Investoren als Ausgleich für das Risiko des Haltens von Unternehmensanleihen fordern.

Geringes Risiko?

Ein weiterer Vorteil gegenüber einer Aktieninvestition sei, dass Anleihen im Allgemeinen als sicherer gelten, wie The Motley Fool erklärt. Anleihen seien nämlich tendenziell weniger volatil als Aktien. Zudem biete sich hier eine feste, anstelle einer unsicheren Rendite.
Beim Kauf von NVIDIA-Anleihen müssen sich Investoren deshalb keine Sorgen über Kursschwankungen machen. Sollte das Wachstum des Unternehmens ins Stocken geraten, sei das für Anleihe-Investoren unerheblich, solange das Unternehmen weiterhin genug Geld erwirtschafte, um seine Schulden zurückzahlen zu können.

Ganz risikofrei ist eine Investition in Anleihen des Unternehmens jedoch nicht. Auch der Anleihenmarkt ist mit einigen Risiken verbunden. Davon betreffen einige den Chiphersteller mehr als andere. Mit das größte Risiko ist derzeit die Inflation. Sollte diese steigen, würde sich die Kaufkraft der Zinsen, die Anleihe-Investoren von NVIDIA erhalten, entsprechend verringern.
Das Zinsrisiko ist zudem eng mit dem Inflationsrisiko verknüpft. Sollte die Inflation steigen, könnte die Federal Reserve beschließen, die Zinsen zu erhöhen, um die Inflation zu senken, wie es in den letzten Jahren mehrfach der Fall war. Steigende Zinsen führen jedoch zu sinkenden Anleihekursen bei bereits existierenden Schuldverschreibungen.
NVIDIA-Anleihen unterliegen außerdem, wie alle Unternehmensanleihen, auch dem Marktrisiko - auch als systemisches Risiko bekannt. Große Konjunkturabschwünge, geopolitische Turbulenzen und andere Krisen können zu fallenden Anleihekursen führen, ähnlich wie bei Aktienkursen, erklärt The Motley Fool. Darüber hinaus gebe es spezifische Risiken, die NVIDIA betreffen. Beispielsweise könnten Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit herabstufen, was das Risiko der von NVIDIA ausgegebenen Anleihen erhöhen würde.

Sorgen machen müssten sich Anleger jedoch nicht wegen der Risiken. Obwohl die Inflation immer noch höher ist als erwünscht, ist sie bereits leicht zurückgegangen und die Federal Reserve plant nach wie vor, die Zinsen im Laufe des Jahres zu senken. Außerdem sei angesichts der soliden Finanzlage von NVIDIA eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit äußerst unwahrscheinlich. Noch unwahrscheinlicher sei es, dass das Unternehmen seinen Zahlungen nicht nachkommen werde.

Analyst erwartet robustes Wachstum

Künstliche Intelligenz "ist kein kurzfristiger Trend, der schnell wieder verschwindet", erklärte Novosel zudem weiter. Auch das Rückkaufprogramm für Aktionäre von NVIDIA stelle kein Risiko für Anleihegläubiger dar, fügte er hinzu. Im Geschäftsjahr 2024 kaufte das Unternehmen eigene Aktien im Wert von 9,5 Milliarden US-Dollar zurück, im Vergleich zu etwas mehr als 10 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2023. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025 erwarb das Unternehmen eigene Aktien im Wert von 7,7 Milliarden US-Dollar und steuert damit in diesem Jahr auf Aktienrückkäufe im Wert von mehr 30 Milliarden US-Dollar zu.
"Dies würde jedoch nur etwa die Hälfte unseres geschätzten freien Cashflows ausmachen. Es ist nicht überraschend, dass NVIDIA in letzter Zeit wenig für Akquisitionen ausgegeben hat, da das derzeitige Geschäft floriert", schrieb er.

Trotzdem treten im KI-Bereich neue Wettbewerber auf, und obwohl NVIDIA eine gut entwickelte Lieferkette hat, kämpft das Unternehmen mit Lieferengpässen. Eine Unterbrechung könnte das Wachstum erheblich beeinträchtigen, und der missbräuchliche Einsatz von KI durch böswillige Akteure könnte zu einer stärkeren behördlichen Kontrolle des Unternehmens und der Technologie führen, was das Umsatzwachstum bremsen könnte, erläuterte er.
"Wir sind zwar der Meinung, dass diese potenziellen Herausforderungen berücksichtigt werden müssen, aber zum jetzigen Zeitpunkt sind sie nicht allzu gravierend", sagte der Analyst. "Wir erwarten kurz- bis mittelfristig ein äußerst robustes Umsatzwachstum und eine deutliche Steigerung der operativen Margen."

Nachteil von Anleihen

Entscheidet man sich für NVIDIA-Anleihen statt für die Wertpapiere des Unternehmens, müsse man jedoch auch einen Kompromiss eingehen, erklärt The Motley Fool: Die Rendite könnte deutlich geringer ausfallen. Die aktuellen Renditen der NVIDIA-Anleihen liegen etwa zwischen 1,7 Prozent und 4,7 Prozent. Verglichen mit dem Kursanstieg der NVIDIA-Aktie in diesem Jahr (149 Prozent) sind sie also eher unbedeutend. Damit sei man jedoch wieder beim Thema "Risiko". Es gebe nämlich ein reales Risiko, dass der Aktienkurs von NVIDIA in den nächsten Monaten sinken könnte. So nahmen zuletzt auch die bärischen Optionswetten gegen NVIDIA zu. Die Zinszahlungen bei der Anleihe sollten jedoch zuverlässig sein. Investoren sollten deshalb immer das Risiko abwägen, bevor sie sich für ein Investment entscheiden.

Redaktion finanzen.net

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