26.03.2010 10:03

Mit CFDs von Dividenden profitieren

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Gerade gewinnt die Dividendensaison an Fahrt. Viele Anleger wissen aber nicht, dass auch CFDs zum Erhalt der Dividende berechtigen.
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Ein CFD-Trader ist zwar nicht direkt Besitzer der entsprechenden Aktie, die seinem CFD zugrundeliegt, aber bei Dividenden herrscht nahezu Gleichberechtigung zwischen den Eigentümern von Aktien und CFDs. Wer also mit einem Long-CFD auf steigende Kurse setzt und diesen am entscheidenden Tag der Dividendenausschüttung (dem sogenannten Ex-Dividenden-Tag) hält, dem wird automatisch 85 Prozent der entsprechenden Dividende gutgeschrieben. Ist der Anleger am Stichtag dagegen short, hat er die volle Dividende zu begleichen.

Der CFD-Trader hinterlegt nur einen Bruchteil des Positionsvolumens, das er handeln möchte. Den Rest steuert der CFD-Anbieter bei. Diesen Betrag stellt der Anbieter kostenlos zur Verfügung, sofern der Trader die Position am selben Tag vor Handelsschluss wieder glattstellt. Falls der Trader seine Position über Nacht hält, fallen Finanzierungskosten für das zur Verfügung gestellte Kapital an. In der Regel orientieren sich diese an einem gängigen Zinssatz wie dem Euribor, zu dem noch ein Aufschlag hinzukommt. Angenommen, der Euribor liegt bei 0,5 Prozent, und der CFD-Anbieter verlangt einen Aufschlag von 2,5 Prozent, so zahlt der Trader insgesamt Finanzierungskosten von 3 Prozent per anno.

Mit Long- oder Short-Positionen von Dividenden profitieren

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht es: Eine Long-Position in Höhe von 10.000 Euro wird eröffnet. Dafür werde 1000 Euro, also ein Zehntel, hinterlegt. Somit hat der Hebel auf das hinterlegte Eigenkapital den Faktor 10. Die Position wird bis zum nächsten Tag, dem Dividendenstichtag, gehalten. Der Trader bezieht von der Dividende, die beispielsweise 200 Euro beträgt, 85 Prozent, also 170 Euro. Für die Finanzierungskosten über eine Nacht fällt ein 360-stel des Jahreszinses von 3 Prozent an. Das entspricht in etwa einem 0,90 Euro. Unter dem Strich bleibt nach Dividende und Finanzierungskosten in diesem Fall ein Plus von 169,10 Euro, wobei aber natürlich der entsprechende Kursabschlag am Ausschüttungstag zu berücksichtigen ist.

Wer schon einige Wochen vor dem Ausschüttungstag in einer entsprechenden Aktie long geht, profitiert, wenn das Papier in Erwartung des Geldregens steigt. Der Trader kann dann unter Umständen eine kleine Überrendite erzielen, die via CFD-Hebel deutlich ins Gewicht fällt. Einen Blick sind besonders Aktien aus der zweiten Reihe wert. Manche davon steigen immer in den Wochen vor der Dividendenausschüttung merklich an, um dann am Tag X um den Betrag der Dividende nachzugeben. Das Besondere ist aber, dass einige dieser Aktien meist bereits am Stichtag die Abschläge zum Teil wieder aufholen und dem Anleger so unter dem Strich einen Gewinn bringen können. Dieses Muster ist bei manchen Titeln über viele Jahre hinweg zu beobachten und stellt eine interessante CFD-Strategie dar: Der Zeithorizont von einigen Wochen ist überschaubar und ein entsprechender Hebel macht die Strategie auch nach Kosten lukrativ.

Chart der "Douglas Holding AG": Gelb umrandet ist der Dividenden-Stichtag am 25. März / Quelle IG Markets - Handelsplattform PureDeal

Long oder Short? Alles eine Frage der Aktie

Doch auch die Freunde von Short-Positionen sollten das Dividendenthema berücksichtigen. Angenommen, ein Trader geht eine Short-Position in der Größenordnung wie im ersten Beispiel ein (Höhe: 10.000 Euro, hinterlegter Betrag: 1.000 Euro). In diesem Szenario fallen die Finanzierungskosten geringer aus: Sie belaufen sich auf den Aufschlag des CFD-Anbieters (beispielsweise 2,5 Prozent) abzüglich des Euribor (0,5 Prozent), also nur 2 Prozent und damit auf 0,55 Euro pro Nacht. Hier gilt es aber zu beachten, dass Tradern mit Short-Positionen die Dividende abgezogen wird. In der Regel notiert die Aktie dafür aber am Tag der Dividendenzahlung entsprechend niedriger, was mit einem Kursgewinn beim Short-Trade einhergeht. Der Gewinn für den Anleger entspricht dem Plus aus dem CFD abzüglich der Dividende. Hier können Trader von schwachen Titeln profitieren, die sich im Abwärtstrend befinden und denen nach dem Stichtag ein weiterer Abverkauf droht.

Fazit: Anders als bei manchen anderen Derivaten landet die Dividende bei CFDs nicht beim Emittenten, sondern beim Trader. Dafür sollte dieser berücksichtigen, dass im Falle von Short-Geschäften zum Dividendentag auch die Verpflichtung zur Dividendenzahlung transparent weitergegeben wird. Darüber hinaus kann es sich gerade bei Aktien aus der zweiten und dritten Reihe lohnen, Kursmuster um die Dividendenauszahlung herum zu analysieren, da hier Trading-Potenzial steckt.

Gregor Kuhn ist bei IG Markets zuständig für das Ressort Education. Der Diplombetriebswirt besitzt durch seine langjährige Erfahrung im Brokerage ein umfangreiches Fachwissen im Bereich des aktiven Trading börsennotierter Produkte. Dieses Wissen vermittelt Gregor Kuhn deutschlandweit im Rahmen von Grundlagen- und Strategieseminaren.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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