Devisen: Euro steigt auf den höchsten Stand seit Juni 2021
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro ist am Dienstag auf den höchsten Stand seit Juni 2021 gestiegen. Am Nachmittag stieg der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung in der Spitze bis auf 1,1972 US-Dollar. Am Morgen hatte der Euro noch rund einen Cent niedriger notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1929 (Montag: 1,1836) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8382 (0,8448) Euro.

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Plus500: Beachten Sie bitte die Hinweise5 zu dieser Werbung.Der Dollar gab zu allen wichtigen Währungen nach. So erreichte das britische Pfund den höchsten Stand seit Oktober 2021.
Mitte Januar hatte der Euro noch weniger als 1,16 Dollar gekostet, bevor die Eskalation des Grönland-Konflikts durch US-Präsident Donald Trump den Dollar unter Druck brachte. Trump hatte im Zuge seiner Absichten, die Arktisinsel von Dänemark zu übernehmen, insgesamt acht europäischen Ländern mit Zöllen gedroht und auch ein militärisches Vorgehen nicht ausgeschlossen. In der vergangenen Woche ruderte Trump dann in beiden Punkten zurück, Entlastung brachte dies für den Dollar aber nicht.
"Mit Blick auf die unberechenbare Politik dieser US-Regierung besteht die Gefahr, dass aus Sicht des Marktes eine Grenze überschritten wird, an der es kein Zurück mehr gibt - ein Kipppunkt", beschrieb Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank zum Wochenstart die Risiken. Ein Thema sei auch ein möglicher Verlust der Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed. "Die Gefahr besteht darin, dass der Markt ein Szenario einpreist, wonach der Dollar unkontrolliert abwertet, und selbst bei einem Zurückrudern der Verantwortlichen die Lage nur schwer beruhigt werden kann. Die Folge wäre eine nachhaltige deutliche Abwertung der US-Währung."
Auch die aktuelle Entwicklung mahne zur Vorsicht, so die Commerzbank-Analystin. So habe Trump den Konflikt rund um Grönland mit seiner Rücknahme der Zollandrohungen gegenüber einigen EU-Staaten eigentlich deeskaliert, doch der Dollar habe darauf nur kurz reagiert. Sollte sich die Beziehung zwischen der US-Regierung und wichtigen westlichen Verbündeten in den Augen des Marktes nicht sichtbar verbessern, könnte die Bewegung eine gefährliche Dynamik annehmen.
Am Nachmittag belasteten auch schwache US-Konjunkturdaten den Dollar. So ist das vom Conference Board erhobene Verbrauchervertrauen im Januar auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2014 gefallen. Die Bewertung der aktuellen Lage und der Erwartungen verschlechterte sich. Vor allem die Inflationsentwicklung sorge für Pessimismus, schreibt das Conference Board.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86830 (0,86750) britische Pfund, 182,92 (182,52) japanische Yen und 0,9197 (0,9223) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete zuletzt 5.096 Dollar. Das waren etwa 87 Dollar mehr als am Vortag./jsl/nas