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07.12.2018 12:30
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Nahost-Fonds-Experte Khatoun: "Rechtsstaatlichkeit wird in Saudi-Arabien ihren Lauf nehmen"

Euro am Sonntag-Interview: Nahost-Fonds-Experte Khatoun: "Rechtsstaatlichkeit wird in Saudi-Arabien ihren Lauf nehmen" | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Interview
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Saudi-Arabien steht massiv in der Kritik. Für Fonds-Anleger sind die langfristigen Perspektiven der Region aber interessant.
€uro am Sonntag
von Raja Korinek

Seit dem Ölpreissturz im Jahr 2014 setzen die Golfstaaten auf grundlegende Wirtschaftsreformen. Trotz politischer Turbulenzen eröffnet die Entwicklung auch Anlegern langfristige Chancen, die Bassel Khatoun, Fondsmanager des Franklin Templeton MENA, im Nahen Osten, aber auch in Nordafrika selektiv nutzt.


€uro am Sonntag: Herr Khatoun, der Tod des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi sorgt für politische Spannungen, der sinkende Ölpreis schmälert die Einnahmen der Ölexporteure im Nahen ­Osten. Wie ernst ist die Lage?
Bassel Khatoun:
Die Rechtsstaatlichkeit wird in Saudi-Arabien ihren Lauf nehmen, davon sind wir überzeugt. Letztendlich beobachten wir die langfristige Perspektive für die MENA-­Region, die den Nahen Osten und Nordafrika umfasst. Seit dem Ölpreissturz von 2014 haben ölexportierende Staaten grundlegende Reformen eingeführt, um neue Einnahmequellen zu erschließen. Und das stimmt uns positiv.


Gelingt den Ländern aber auch der Wirtschaftswandel?
Durchaus. Zuletzt stiegen allein in Saudi-Arabien die Staatseinnahmen außerhalb des Ölsektors um mehr als 40 Prozent. Unternehmen müssen dort nunmehr eine Abgabe auf ausländische Arbeitskräfte leisten. Ein weiteres Beispiel ist die Mehrwertsteuer, die Anfang 2018 in den Golfstaaten eingeführt wurde.

Und welche Sektoren profitieren von dem Wandel?
Die Regionen investieren eine Menge Geld in Bildung, Gesundheit und Tourismus, das eröffnet auch Anlegern Chancen. Ein Beispiel ist Khaleej Training, ein Anbieter von Privatschulen, der die Schülerzahlen stetig steigern kann. Mouwasat Medical Services baut und verwaltet wiederum private Krankenhäuser. Beide Unternehmen sind an der Börse in Saudi-Arabien notiert.


Werden hohe Investitionen die Schulden dramatisch erhöhen?
Die Golfstaaten verfügen über Devisenreserven von knapp drei Billionen Dollar oder 200 Prozent des BIP. Die Transformation lässt sich also gut finanzieren. Zudem liegt die Staatsschuldenquote bei 26 Prozent des BIP, weit unter dem Schnitt der Schwellenländer.

Wie solide ist der Bankensektor? Er hat die höchste Gewichtung im Fonds mit Titeln wie die Al Rajhi Bank.
Da die Währungen in den Golfregionen an den Dollar gekoppelt sind, werden steigende US-Zinsen in den Regionen voll umgesetzt. Und davon profitieren die Banken kräftig. Sie können für ihre Kredite mehr verrechnen, während der Großteil der Geldeinlagen in den Regionen nicht verzinst wird.

Abseits der Golfstaaten werden Sie derzeit besonders in Ägypten fündig. Weshalb?
Ägypten wertete vor rund zwei Jahren die Währung um gut 100 Prozent zum Dollar ab und erhielt einen Kredit vom Internationalen Währungsfonds. Wichtige Reformen wurden umgesetzt. Vor allem der Konsum­sektor und der Bankensektor profitieren davon, während viele Aktien günstig bewertet sind.

2019 wird Saudi-Arabien in den MSCI Emerging Markets Index aufgenommen. Ein wichtiges Ereignis?
Die MENA-Region hat derzeit eine Gewichtung von 1,5 Prozent. Saudi-Arabien wird vo­raussichtlich einen weiteren Anteil von 2,6 Prozent erhalten, wobei sich dieser bei einem Börsengang des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco erhöhen würde. Grundsätzlich zieht eine Indexaufnahme eine Menge internationaler Neugelder an, eine wichtige Marktstütze.

Franklin Templeton MENA Fund: ISIN: LU0352132285






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Bildquellen: Rebecca Hobday/Franklin Templeton , ESB Professional / Shutterstock.com

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