03.12.2015 03:00

Mischfonds: Die besten Fondsmanager für Ihr Geld

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Mischfonds sind Anlegers Lieblinge: die Flaggschifffonds von Carmignac, Flossbach von Storch und Co. Doch stimmt auch die Qualität bei den milliardenschweren Portfolios?
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€uro am Sonntag
von A. Hohenadl und C. Platt, Euro am Sonntag

Ein Schiff in rauer See. Als Passagier können einen da unterschiedliche Gefühle überkommen. Ist das Boot klein und Spielball der Wellen, ist ein mulmiges Gefühl im Magen garantiert. Ist man aber auf einem großen Dampfer unterwegs, mag man eher ­gelangweilt aus dem Bullauge blicken.


Größe zählt - nicht nur auf den sieben Weltmeeren. Auch an den teils stürmischen Börsen scheinen viele Fondsanleger lieber auf einem Dickschiff als auf einem kleinen Kahn unterwegs zu sein. Anders ist es kaum zu erklären, dass einige Portfolios eine Milliarde nach der anderen anziehen. In den vergangenen Jahren traf dies besonders auf Mischfonds zu - jene Gattung, die mit einem Mix aus Aktien und Anleihen eine attraktive und dabei schwankungsarme Wertentwicklung zu erzielen sucht.


Da dies auch das Ziel zahlreicher Anleger ist, boomt die Kategorie im Gesamten. Das belegt die Statistik des deutschen Fondsverbands BVI: Dort sind gemixte Portfolios seit diesem Sommer die zweitgrößte Fondsgattung nach Aktienfonds. Knapp 203 Milliarden Euro steckten Ende September in diesen Produkten. Das ist fast eine Verdopplung des Anlagevermögens in den vergangenen fünf Jahren (siehe Grafik links). Allein seit Anfang dieses Jahres flossen fast 30 Milliarden Euro an frischem Kapital in die Fondsgattung.

Rang und Namen ziehen Geld an

Dieses Vermögen verteilt sich aber keineswegs gleichmäßig. Gekauft wird, was bereits Rang und Namen hat. Zum Beispiel der Multiple Opportunities des Kölner Vermögensverwalters Flossbach von Storch. Belief sich das Fondsvermögen Ende vergangenen Jahres noch auf 5,8 Milliarden Euro, sind es mittlerweile fast acht Milliarden. Und damit ist der Mischfonds eher noch ein kleiner Dampfer unter den Dickschiffen des Marktes. Der M & G Optimal Income bringt - trotz jüngster Kapitalabflüsse - mehr als 24 Milliarden Euro auf die Waage, der Carmignac Patrimoine rund 22 Milliarden.

Diese Größe und Bedeutung haben die jeweiligen Fondsmanager durch ihre Erfolge in der Vergangenheit hart erarbeitet, keine Frage. Doch irgendwann kann ein extrem großes Anlagevolumen auch zur Belastung werden. Dann nämlich, wenn der Fondsmanager Strategien, die er früher zum Beispiel in kleineren Märkten erfolgreich verfolgt hat, aufgrund der hohen Anlagesummen nicht mehr umsetzen kann. Er muss dann auf größere Märkte ausweichen und hat dort wegen der stärkeren Konkurrenz weniger Chancen, eine Überrendite zu erzielen.


Das kann, muss aber nicht sein. Wie es im konkreten Fall aussieht, untersucht €uro am Sonntag auf den folgenden Seiten. Die Redaktion hat fünf Milliardenportfolios, die sich überdurchschnittlich oft in deutschen Depots befinden, unter die Lupe genommen.

In den jeweiligen Porträts wird analysiert, wie sich die Fonds in diesem schwierigen Jahr, zum Teil aber auch in weiter zurückliegenden Stressphasen an den Märkten geschlagen haben. Außerdem stellt €uro am Sonntag noch einige nicht ganz so riesige, aber hervorragende Mischfonds vor, die sich als Alternative zu den großen Flaggschiffen eignen.

Für viele Investoren ist ein entscheidender Grund, zu einem guten Mischfonds zu greifen, das Risiko-Rendite-Profil. Denn diese Fonds mixen ertrag­reiche, aber riskante Anlageklassen wie Aktien mit defensiveren Wertpapieren wie Anleihen. Idealerweise entsteht daraus ein Portfolio, mit dem Anleger zu einem gewissen Grad an Börsenaufschwüngen partizipieren können, das sie aber in Börsenabschwüngen vor großen Verlusten schützt.

Generell sind die Zeiten für klassische Mischfonds, die auf Aktien und Anleihen setzen, sehr viel anspruchsvoller geworden. Zum einen erschwert das Niedrigzinsumfeld den Fondsmanagern das Leben. Denn mehr und mehr ist der Ertragspuffer, den bisher Zinsen geliefert haben, erodiert. Will ein Mischfonds ähnlich gute Renditen wie in der Vergangenheit erzielen, muss der Fondsmanager stärker ins Risiko gehen.

Das heißt konkret: Er erhöht die ­Aktienquote im Fonds und/oder kauft höher rentierliche, aber weniger sichere Anleihen. All das macht den Fonds riskanter. Unvermittelten Börsencrashs ist er deutlich stärker ausgeliefert als noch vor wenigen Jahren. Dafür sorgt auch, dass Aktien- und Anleihekurse heute stärker miteinander korreliert sind als früher. Auf die alte Regel "Fallen Aktien, steigen Anleihen" kann sich heute kein Fondsmanager mehr hundertprozentig verlassen.

So waren die Märkte dieses Jahr für Mischfonds besonders vertrackt. Zu ­einem Einbruch an den Aktienbörsen im August und September gesellten sich schwache Anleihemärkte, die bereits von April bis Juni unter Druck gerieten. Für zahlreiche Mischfonds war diese Doppelbelastung kaum zu verkraften, sodass sie ungewöhnlich hohe Kursverluste hinnehmen mussten. Auch einige der hier vorgestellten Portfolios rutschten ins Minus.

Der DAX als Risikobarometer

Wie sich die Mischfonds-Dickschiffe über einen längeren Zeitraum von fünf Jahren entwickelt haben, zeigt jeweils eine Kursgrafik bei jedem Fondsporträt. Hinterlegt ist diese Linie mit einem DAX-Chart für den gleichen Zeitraum. Damit kein Missverständnis entsteht: Keiner der Mischfonds hat das deutsche Aktienbarometer als Vergleichsindex. Ob die Fondsperformance darunter- oder darüber liegt, sagt deshalb noch nichts über die Qualität des jeweiligen Portfolios aus.

Der DAX soll einfach einen Vergleich ermöglichen zwischen der Fondsanlage und einem direkten Engagement in den Aktienmarkt. So fungiert der deutsche Standardwerteindex quasi als Risikobarometer, an dem sich ablesen lässt, wie gut die Mischfonds durch Stressphasen an den Märkten gekommen sind.

Anleger sollten sowieso der Versuchung widerstehen, einzelne Misch­fonds miteinander zu vergleichen. Denn das ist nicht in allen Fällen sinnvoll. Ein fast ausschließlich in Anleihen investierendes Portfolio wie der M & G Optimal Income hat ein vollkommen anderes ­Risiko-Rendite-Profil als ein flexibel agierender Mischfonds mit meist hoher Aktienquote wie der FvS Multiple Opportunities. Deshalb sollten Investoren die Fonds vor allem nach ihrer individuellen Risikoneigung auswählen.

Carmignac Patrimoine
Glänzende Vergangenheit

Klassisch auf dem falschen Fuß erwischt: Bereits zu Jahresanfang war den Lenkern des Carmignac Patrimoine klar, dass sich die Märkte in einem fragilen Zustand befinden. Diese Ansicht publizierten sie auch in einigen Monatskommentaren. Wonach sie verzweifelt suchten, war der Auslöser, der die Stimmung ins Kippen bringen könnte. Und weil sie keinen fanden, ­ließen sie ihr Mischfondsflaggschiff ­Patrimoine mit einer hohen Aktienquote in den Sommer segeln.

Dann kam der August, und China wertete überraschend seine Währung um zwei Prozent ab. Als Auslöser für Börsenturbulenzen zu gering, war man sich bei Carmignac einig. "Wir haben die Reaktion der Märkte komplett unterschätzt", sagt Didier Saint-Georges, Mitglied des Investmentkomitees bei Carmignac. Allein der US-Aktienindex S & P 500 brach nach Pekings Entscheidung um zehn Prozent innerhalb einer Woche ein. Es war klar: Die Anleger zweifelten an Chinas Wachstum und sorgten sich um die Folgen für die Weltwirtschaft. Auch für den Patrimoine hatte die Fehl­einschätzung Folgen: Er wurde wieder auf den Kursstand vom Jahresbeginn zurückkatapultiert. Seitdem erholt er sich, doch zwei Prozent Plus seit Januar sind noch nicht berauschend.

Richtig glücklich dürften Anleger mit dem fast 22 Milliarden Euro schweren Dickschiff in den vergangenen Jahren sowieso nicht sein. Seit 2010 hinkt der Fonds jedes Jahr seinem Vergleichs­index, der zu je 50 Prozent aus globalen Aktien und Anleihen besteht, hinterher. Zwar ist die langfristige Performance nach wie vor eindrucksvoll - knapp 730 Prozent seit Auflage Ende 1989 -, doch die wenigsten deutschen Anleger dürften so lange dabei sein. Denn richtig ­bekannt wurde der Patrimoine hierzulande erst in den Jahren 2008 und 2009. 2008, als die Finanzkrise wütete, schaffte es Edouard Carmignac, am Jahresende eine schwarze Null zu erzielen. Und 2009 stieg er mutig in den Aktienaufschwung ein und ließ seinen Vergleichsindex deutlich hinter sich.

Seitdem scheint das massiv gewachsene Volumen den Fonds zu bremsen, auch zahlten sich viele Engagements nicht wie erhofft aus: der hohe Schwellenländeranteil im Portfolio oder Wetten auf Goldminen. Derzeit ist der Patri­moine relativ defensiv aufgestellt und richtet seinen Fokus auf Kapitalerhalt.

Fazit: Die herausragenden Investment­entscheidungen liegen nun schon länger zurück, und so trägt der derzeit ­defensiv aufgestellte Fonds mittlerweile auch nur noch FondsNote 3.

Ethna-Aktiv
Ungewohnte Situation

Die Anleger des Ethna-Aktiv müssen zurzeit mit einer ungewohnten Situation zurechtkommen. Der defensive Mischfonds liegt seit Jahresanfang knapp im Minus - rote Vorzeichen über einen längeren Zeitraum sind selten bei dem Vorzeigeprodukt. Doch seit Mai ging es für den Fonds fast ohne Unterlass bergab, und auch die ­Erholung im Oktober setzte sich in den vergangenen vier Wochen nicht fort.

Entsprechend unzufrieden ist Luca Pesarini: "Die Entwicklung ist nicht akzeptabel", sagt der Fondsmanager. Für das schlechte Abschneiden 2015 nennt er mehrere Gründe. "Unsere Einstellung zu den Märkten war zu defensiv", erklärt er. Während weiter Teile des ­Jahres war die Bargeldquote sehr hoch. "Am Anfang des Jahres haben wir die Draghi-Welle nicht mitgemacht", sagt er. Von der Aktienhausse durch die lockere Geldpolitik der EZB profitierte der Fonds daher nur wenig. Seit Mai hatten Pesarini und sein Team mit fallenden Anleihekursen, vor allem bei Papieren von US-Unternehmen, zu kämpfen. Auch die Aktienauswahl entpuppte sich in dieser Phase als suboptimal. Der Manager favorisiert im Aktienbereich momentan drei Sektoren: Konsum, Pharma und Technologie. Doch gerade Titel aus den Branchen Konsum und Pharma gerieten von Mai an unter Druck.

Einige Anpassungen wurden bereits vorgenommen, um das Flaggschiff der Luxemburger Gesellschaft Ethenea wieder auf Kurs zu bringen. "Die Liquidität haben wir deutlich abgebaut - eine Erkenntnis der letzten zehn Monate, in denen die hohe Bargeldquote nicht immer von Vorteil war." Den Aktienanteil haben Pesarini und sein Team auf rund 40 Prozent erhöht. Damit ist der Ethna-Aktiv für seine Verhältnisse relativ offensiv aufgestellt. Normal ist ein Gewicht zwischen 20 und 35 Prozent.

"Wir schließen uns der Meinung an, dass Aktien alternativlos sind", begründet Pesarini diesen Schritt. Von seinen bevorzugten Sektoren will er aber nicht abweichen. "Wir bleiben bei konser­vativen Titeln aus dem Konsum- und Pharmabereich und glauben nicht an ein Comeback zyklischer Titel", sagt er. Regional gesehen liegt der Schwerpunkt des Fonds in den USA.

Fazit: Auch wenn Pesarinis Team 2015 oft glücklos agierte, bleibt der Ethna-­Aktiv ein solider defensiver Mischfonds, der langfristig überzeugt. Anleger sollten ihm nach einem schwachen Jahr nicht sofort den Rücken kehren.

M & G Optimal Income
Klarer Anleihefokus

Der M & G Optimal Income fällt unter den vorgestellten Fonds etwas aus der Reihe. Denn nach dem Verständnis der britischen Gesellschaft M & G handelt es sich bei dem Portfolio um einen flexiblen Rentenfonds. Dennoch ist er bei Ratingagenturen wie Morningstar, aber auch in der Fondsdatenbank von €uro am Sonntag in der Kategorie "defensiver Mischfonds" gelistet.

Die Erklärung ist einfach: Fondsmanager Richard Woolnough hat grundsätzlich das Recht, bis zu 20 Prozent ­Aktien ins Portfolio zu nehmen. Seit Auflage des Optimal Income bewegte sich diese Quote aber bei durchschnittlich fünf Prozent, und aktuell liegt sie sogar bei null. Der Grund ist, dass Woolnough und sein Team nur dann auf Aktien zurückgreifen, wenn diese im Vergleich zu den Anleihen desselben Unternehmens außergewöhnlich günstig bewertet sind. "Solche Schnäppchen sehen wir gegenwärtig nicht, sodass wir uns klar auf die Anleihen konzentrieren", sagt Wolfgang Bauer, Anleihe­spezialist bei M & G und im erweiterten Managementteam des Optimal Income.

Grundsätzlich haben Woolnough und seine Mitstreiter den Fonds schon seit geraumer Zeit für das Szenario steigender US-Zinsen gewappnet. Da in einem solchen Fall Anleihen mit langer Laufzeit besonders leiden würden, haben sie dieses Risiko konsequent abgesichert. "Die Folge ist, dass wir für einen Rentenfonds eine extrem kurze Duration von 2,5 Jahren haben. Eine solche Kennzahl weisen meist nur Kurzläufer-Rentenfonds auf", so Bauer. Die defensive Ausrichtung hat den Fonds zuletzt Rendite gekostet. Seit Jahresanfang liegt das Portfolio rund ein Prozent im Minus und schneidet schlechter ab als die Vergleichsgruppe. Der Fonds musste 2015 große Abflüsse verkraften, was auch daran liegt, dass viele Anleger im Niedrigzinsumfeld ihr Geld in höher rentier­liche Anlageklassen umschichten.

Solche Phasen unterdurchschnitt­licher Wertentwicklung könne es geben, sagt Bauer. "Wir sind eher langfristig ausgerichtete Investoren." Dass sie die Langstrecke beherrschen, zeigt ein Plus von 34 Prozent über die vergangenen fünf Jahre. Das schafften selbst viele offensiver ausgerichtete Mischfonds nicht.

Fazit: Aus Sicht der Redaktion gibt es vorerst keinen Grund, an den Qualitäten des sehr defensiv ausgerichteten ­Optimal Income zu zweifeln. Woolnough ist ein erfahrener Investor, der flexibel und umsichtig im globalen Bonduniversum agiert. Die hohen Renditen der Vergangenheit zu erzielen, dürfte indes auch für ihn schwierig werden.

FvS Multiple Opportunities
Erfreuliche Konstanz

Nicht weniger als 15 Fonds haben die Kölner Vermögensverwalter Bert Flossbach und Kurt von Storch im Angebot. Doch keiner ist so bekannt und so groß wie der FvS Multiple Opportunities, in dem inzwischen etwa acht Mil­liarden Euro lagern.

Zurzeit hat der Mischfonds ein deutliches Übergewicht auf der Aktienseite: Zwei Drittel des Vermögens hat Flossbach in diese Anlageklasse investiert. Doch der Manager betont: "Der Fonds ist grundsätzlich völlig frei, was die ­Gewichtung der verschiedenen Anlageklassen, Einzeltitel, Regionen und Währungen betrifft; vorgeschriebene Investitionsquoten gibt es nicht."

Neben einer Mischung aus Aktien und Anleihen ist ein etwa zehnprozentiger Anteil Gold typisch für das Produkt. Für den Fondslenker dient es als "Versicherung gegen die uns bekannten und unbekannten Risiken des Finanzsystems".

Mit der aktuell hohen Aktienquote ist die Börsenkorrektur im August und September nicht spurlos am Fonds ­vorübergegangen. Trotzdem liegt er seit Jahresanfang noch immer mit zehn Prozent im Plus.

Flossbach hat an seiner Ausrichtung in den vergangenen Monaten kaum ­etwas geändert, und er plant auch keine großen Anpassungen. "Wir bleiben bei unserem Fokus auf Qualitätsaktien, also Aktien von gut gemanagten Unternehmen, die verlässlich Gewinne erzielen, nachhaltig wachsen, global aufgestellt und wenig verschuldet sind", erklärt er. Auch die hohe Aktienquote dürfte sich angesichts des anhaltenden Niedrigzinsumfelds kaum verringern. "Wer langfristig attraktive Renditen erzielen will, kommt nicht umhin, einen signifikanten Teil des Portfolios in Aktien zu disponieren", sagt Flossbach.

Der Fokus auf Qualitätsaktien hat dazu geführt, dass der FvS Multiple ­Opportunities im laufenden Jahr erneut zum besten Viertel aller offensiven ­Mischfonds zählt. Außerdem profitierte er von der Euroschwäche, da er Engagements in fremden Währungen aus Gründen der Diversifizierung nicht vollständig absichert. Zurzeit notieren mehr als 40 Prozent des Vermögens in US-Dollar und Schweizer Franken, was der Rendite einen Schub verliehen hat.

Fazit: Anleger, die im offensiven Mischfonds investiert sind, dürften sich derzeit über ein weiteres erfolgreiches Jahr freuen. Dem Manager gelingt mit erfreulicher Konstanz eine überdurchschnittliche Leistung. Top-Investment.

JP Morgan Global Income
Regelmäßige Erträge

Vom Gewicht her passt der JP Morgan Global Income in die Reihe der hier vorgestellten Flaggschifffonds: Mit einem Vermögen von 15 Milliarden Euro ist er einer der größten Mischfonds der Welt. Doch was sein Anlageziel angeht, fällt er aus der Reihe. Statt wie andere gemischte Produkte den Fokus auf Renditemaximierung oder Kapitalerhalt zu richten, legt er seinen Schwerpunkt auf möglichst hohe regelmäßige Erträge. Er zählt zu den sogenannten Multi-Asset-Income-­Fonds, die Anlegern einen Ersatz für das mittlerweile fast zinslose Sparbuch ­bieten wollen.

Diese Aufgabe hat das Produkt in den vergangenen fünf Jahren mit Bravour erfüllt. Stets lagen die Ausschüttungen bei mindestens vier Prozent. In Spitzenzeiten wurden gar 5,8 Prozent erreicht. Die in Deutschland hauptsächlich vertriebene Anteilsklasse schüttet viermal jährlich aus. Bei der jüngsten Auszahlung Anfang November betrug die ­annualisierte Ausschüttungsrendite 4,9  Prozent. "Wir sind uns sicher, dass wir dieses Niveau künftig weiterhin erzielen können", sagt Jakob Tanzmeister, Client Portfolio Manager des Fonds.

Relativ schwach ist dagegen die Performance seit Jahresanfang. Nur ein hauchdünnes Plus steht auf dem Kurszettel. "In den turbulenten Sommermonaten haben uns unsere Engagements in Aktien und Hochzinsanleihen Rendite gekostet", sagt Tanzmeister. Hinzu kommt, dass der Fonds nahezu alle Währungsrisiken aus Sicht deutscher Anleger ausschließt. Dadurch konnte sich die Aufwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro für diese nicht positiv bemerkbar machen.
Für die Auswahl der Titel verantwortlich sind Michael Schoenhaut und Talib Sheikh. Sie kombinieren mehr als 1.800 Positionen - allesamt Werte, die hohe regelmäßige Erträge generieren. Dazu zählen in erster Linie dividendenstarke Aktien und hochverzinste Anleihen von Schuldnern ohne Spitzenbonität. Das Verhältnis von Aktien und Anleihen soll halbwegs ausgewogen sein.

Zuletzt haben die beiden Fondsmanager das Gewicht von Aktien allerdings etwas reduziert und sich nahezu vollständig von Schwellenländeraktien verabschiedet. Zudem wurden einige ­defensive lang laufende Anleihen verlässlicher Schuldner hinzugekauft. "Wir sind aktuell bereit, ein wenig laufende Rendite für etwas mehr Sicherheit abzugeben, um vor den vermutlich anhaltend höheren Marktschwankungen ­gefeit zu sein", sagt Tanzmeister.

Fazit: Weil nicht nur die Ausschüttungsrendite konstant hoch war, sondern auch die Gesamtperformance in den vergangenen Jahren besser als 2015, bleibt der Fonds empfehlenswert für Anleger, die hohe regelmäßige Erträge wünschen.

Die Alternativen
Beste Qualität aus der zweiten Reihe

Wer einen guten Mischfonds sucht, muss sich nicht auf die Flaggschiffe beschränken. €uro am Sonntag stellt an dieser Stelle ­einige hervorragende Alternativen oder Ergänzungen vor.

In der Kategorie der offensiven Mischfonds ist der Deutsche Aktien Total Return (275 Millionen Euro Anlagevolumen) ein bemerkenswertes Produkt. Er konzentriert sich ausschließlich auf den deutschen Markt und mixt Anleihen und Aktien, die meist aus dem Nebenwerte­segment stammen. Zurzeit ­machen Aktien 55 Prozent und ­Unternehmens- sowie Wandelanleihen knapp 40 Prozent des Portfolios aus. Ein kleiner Anteil Gold dient als Stabilitätsanker.

In der Gruppe der ausgewogenen Mischfonds fällt der Kepler Vorsorge Mixfonds (112 Millionen Euro Volumen) positiv auf. Seine Rendite ist ordentlich, zudem überzeugt er mit einer sehr niedrigen Volatilität. Die Aktien- und Rentenquote bewegt sich in einer relativ engen Bandbreite: Aktien dürfen 30 bis 40 Prozent des Portfolios ausmachen, Anleihen 60 bis 70 Prozent. Letztere werden gegen Währungsschwankungen abgesichert und stammen meist von verläss­lichen Schuldnern. Der Fonds investiert global und mischt auch Schwellenländer bei.

Unter den defensiven Mischfonds sticht der Kapital Plus (3,1 Milliarden Euro Volumen) hervor. Sowohl 2015 als auch auf Fünfjahressicht gehört er zu den renditestärksten Produkten seiner Gruppe. Sein Aktienanteil darf zwar theoretisch zwischen 20 und 40 Prozent variieren, doch die Quote verharrt relativ statisch bei 30 Prozent. Das sorgt für eine hohe Klarheit, der Anleger weiß stets, woran er ist. Der Fonds beschränkt sich weitestgehend auf euro­päische ­Titel: Anleihen verlässlicher Staaten und Aktien stabil wachsender Unternehmen.

Ebenfalls eine gute Alternative im defensiven Bereich ist der First Private Wealth (675 Millionen Euro Volumen). Im Gegensatz zu vielen anderen Portfolios wird dieser Fonds nicht nur zeitweise gegen hohe Kursverluste abgesichert, sondern permanent. So soll er stets gegen Extremrisiken gewappnet sein und im schlimmsten Fall nicht mehr als sieben Prozent verlieren. In puncto Risiko-Rendite-­Profil ähnelt er dem Ethna-Aktiv, den er in diesem Jahr aber mit einer besseren Wertentwicklung abgehängt hat.

Deutsche Aktien TR: LU0216092006
Kepler Vorsorge Mix: AT0000722640
Kapital Plus: DE0008476250
First Private Wealth: DE000A0KFTH1
Bildquellen: Minerva Studio / Shutterstock.com, dedek / Shutterstock.com
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