03.09.2021 17:08

SJB FondsEcho. Fidelity Thailand.

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Wirtschaftskrise. Verschärft.
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Wirtschaftskrise. Verschärft.


Die negativen Nachrichten für Thailands Wirtschaft haben sich über die letzten Monate verschärft. Nach einer zuerst sehr erfolgreichen Bekämpfung des Covid-19-Virus sind die Infektionszahlen auf Höchststände geklettert, die Delta-Variante grassiert unter einer noch wenig geimpften Bevölkerung. In der Konsequenz mussten wichtige Fabriken und Industriebetriebe des Landes schließen, auch das Tourismusgeschäft brach ein. Besonders die thailändische Autoindustrie, deren boomendes Exportgeschäft als Stütze der ohnehin angeschlagenen Konjunktur fungiert, leidet unter der neuen Corona-Ansteckungswelle.
Die Fabrikschließungen lassen negative Konsequenzen für das thailändische Bruttoinlandsprodukt erwarten und führen dazu, dass Ökonomen auch im zweiten Jahr hintereinander ein Abgleiten der thailändischen Wirtschaft in die Rezession prognostizieren. Energietitel, Finanzwerte und Konsumaktien zeigten sich in diesem Marktumfeld besonders schwach. Auch der thailändische Einkaufsmanagerindex für Juli signalisiert eine weiter angespannte Lage im verarbeitenden Gewerbe und verblieb unterhalb der wichtigen 50-Punkte-Marke, die die Schwelle zur wirtschaftlichen Expansion anzeigt. Die negativen Wirtschaftsnachrichten bilden ein schwieriges und herausforderndes Marktumfeld für den Fidelity Thailand Fund, der allein im Juli 2021 Kursverluste von 5,8 Prozent hinnehmen musste - ein etwas besseres Ergebnis als beim thailändischen Aktienmarkt, der eine Performance von -6,6 Prozent verzeichnete. So ist es nicht überraschend, dass nunmehr ein FondsManagerwechsel für frischen Wind sorgen soll: Seit dem 1. Juli 2021 hat James Trafford das Management des Fidelity Thailand übernommen. Trafford ist bereits seit acht Jahren bei Fidelity und wird die auf Bottom-up-Analysen basierende Stockpicking-Strategie seiner Vorgängerin Madeleine Kuang fortführen, aber mit neuen Schwerpunkten versehen. Eine bewusste Übergewichtung nimmt der Thailand-Experte in Sektoren wie HealthCare, Immobilien und bei nicht zyklischen Verbrauchsgütern vor: So hat er den führenden Krankenhausbetreiber Rajthanee Hospital, den erfolgreichen Immobilienentwickler Land and Houses sowie den wachstumsstarken Supermarktbetreiber CP All ins FondsPortfolio aufgenommen.
Der Fidelity Thailand Fund A USD (WKN 973268, ISIN LU0048621477) kann als Klassiker unter den asiatischen Schwellenländerfonds gelten und ist insbesondere bei antizyklischen Investoren sehr beliebt: Wer als Anleger den Mut hatte, im Umfeld der Asienkrise 1997 in den Thailand-Fonds zu investieren, kann sich noch heute über hohe Gewinne freuen - und dies trotz der schwachen Entwicklung der letzten Jahre. Der aktiv gemanagte Thailand-Fonds ist seit dem 1. Oktober 1990 am Markt und verfügt aktuell über ein FondsVolumen von umgerechnet 191,5 Millionen Euro. Seit seiner Auflegung konnte der Fidelity Thailand eine beeindruckende Wertentwicklung von +522,0 Prozent in der FondsWährung US-Dollar generieren und damit eine erheblich bessere Performance als sein Vergleichsindex Bangkok SET Capped erzielen (+190,9 Prozent). Die jährliche Rendite liegt mit +6,1 Prozent knapp doppelt so hoch wie die der Benchmark von +3,5 Prozent. An diese langfristige Erfolgsgeschichte will FondsManager Trafford wieder anknüpfen und hat dazu ein breit diversifiziertes Portfolio von 50 Einzeltiteln zusammengestellt. Wie sieht Traffords Investmentstrategie im Detail aus?

FondsStrategie. Fundamentalanalysen. Praktiziert.


Der Fidelity Thailand Fund strebt ein langfristiges Kapitalwachstum mit relativ niedrigen laufenden Erträgen an und investiert hierzu mindestens 70 Prozent seines FondsVermögens in Aktien, die an der Börse von Thailand notiert sind. FondsManager James Trafford betreibt aktives Portfoliomanagement und ist mit Blick auf die ausgewählten Einzelunternehmen und die Gewichtung der Marktsektoren frei. Trafford setzt bei seiner Titelauswahl auf einen fundamentalen Bottom-Up-Investmentansatz, der sich auf detaillierte Branchenanalysen stützt. Der Aktienstratege hebt hervor, dass Thailand ein wenig analysierter Markt mit großen Stimmungsschwankungen sei, was ihn zu einem fruchtbaren Jagdrevier für die Aktienauswahl mache. Eine gute Titelselektion sei hier nur durch rigorose Fundamentalanalysen möglich, da nur so falsch bewertete Chancen erkannt werden könnten. Trafford ist überzeugt, dass in Thailand Chancen im gesamten Marktspektrum zu finden sind. Daher verfolgt er einen ausgewogenen Ansatz, statt ein Thema überzugewichten oder sich fest an einen bestimmten Stil zu binden. Der Fidelity-Experte betont, dass Nachhaltigkeit zugleich Risiko und Chance ist, dass aber auf jeden Fall ein laufendes Engagement erforderlich sei, um Veränderungen voranzutreiben. Entscheidendes Kriterium für seine Sektorallokation im Portfolio sind die Ergebnisse der Bottom-Up-Analysen, die auch den Titelauswahlprozess bestimmen. Wie stellt sich das FondsPortfolio im Detail dar?

FondsPortfolio. Konsumwerte. Favorisiert.


In der Branchenallokation des Fidelity Thailand Fund liegen nicht-zyklische Konsumtitel mit 15,6 Prozent Portfolioanteil auf dem ersten Platz. Unter den Top 10 wird der Sektor durch CP All, den Betreiber der erfolgreichen 7-11-Läden, vertreten. Knapp dahinter befinden sich Finanzunternehmen mit 14,5 Prozent - unter den zehn größten Einzelpositionen des Fonds repräsentiert durch den Kreditanbieter Muangthai Capital. Den dritten Platz in der Branchenstruktur des Thailand-Fonds nehmen Energieunternehmen mit 12,5 Prozent ein. Die größte Einzelposition des Fonds, die Aktie des Mineralölunternehmens PTT Public Company (8,2 Prozent Portfolioanteil) entstammt diesem Bereich, auch der Elektrizitätserzeuger Electricity Generating findet sich unter den Top 10. Relativ stark gewichtet innerhalb des Fidelity-Fonds sind zudem Werkstoffproduzenten (10,5 Prozent) sowie Immobilientitel mit 8,6 Prozent Anteil am FondsVolumen. Eine durchschnittliche Gewichtung im Fonds von James Trafford erfahren die Sektoren HealthCare (8,1 Prozent) sowie Verbrauchsgüter (7,1 Prozent). Kommunikationsdienstleister verfügen über einen Anteil von 6,6 Prozent am FondsVermögen. Hinzu kommen Industrietitel (5,2 Prozent Portfolioanteil) und Bestände im Bereich der Versorger (4,4 Prozent), die die Portfoliostruktur abrunden. Per Ende Juli hält der Fonds eine Cashquote von 3,1 Prozent.

FondsVergleichsindex. Korrelation. Deutlich.


Der Fidelity Thailand Fund wird in unserer unabhängigen SJB FondsAnalyse dem MSCI Thailand USD NETR als Vergleichsindex gegenübergestellt. Das Ergebnis der Korrelationsanalyse zeigt eine hohe Übereinstimmung. Die Korrelation zwischen Fonds und Vergleichsindex liegt über drei Jahre bei 0,96, für ein Jahr geht sie auf 0,88 zurück. Die Kursentwicklung von Fidelity-Fonds und gewählter Benchmark vollzieht sich damit weitgehend parallel, wie auch der Blick auf die Kennzahl R² beweist. Diese liegt für drei Jahre bei 0,92, über ein Jahr fällt sie mit 0,77 etwas geringer aus. Damit haben sich mittelfristig acht Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 23 Prozent. Hier zeigt sich, dass FondsManager Trafford mit seiner individuellen Titel- und Branchengewichtung zuletzt stärker vom Referenzindex abgewichen ist. Der Tracking Error ist moderat und liegt über drei Jahre bei 5,11 Prozent - hohe aktive Risiken werden von Thailand-Stratege Trafford demnach keine eingegangen. Welche Schwankungsneigung hat der Fidelity-Fonds zu verzeichnen?

FondsRisiko. Schwankungen. Geringer.


Der Fidelity Thailand Fund weist für drei Jahre eine Volatilität von 25,18 Prozent auf, die mehr als zwei Prozentpunkte unter dem Niveau liegt, das der MSCI Thailand USD NETR mit 27,85 Prozent zu verzeichnen hat. Auch über ein Jahr fällt die Schwankungsneigung des aktiv gemanagten Aktienfonds geringer und damit attraktiver als diejenige der passiven Benchmark aus: Hier beträgt die "Vola" des Fonds 18,10 Prozent, wohingegen der Referenzindex eine Schwankungsbreite von 21,43 Prozent aufzuweisen hat. In beiden Zeithorizonten verfügt das Fidelity-Produkt über die niedrigeren Kursschwankungen und weist damit das attraktivere Risikoprofil im Vergleich zum MSCI-Referenzindex auf. Bestätigen die Beta-Werte des Fonds diese positive Einschätzung?
Der Fidelity Thailand Fund überzeugt mit einem unter Marktniveau liegenden Beta, das über drei Jahre einen Wert von 0,89 annimmt. Auf Jahressicht befinden sich die Wertschwankungen des Portfolios noch stärker unterhalb des marktneutralen Wertes von 1,00 - hier liegt die Kennzahl bei 0,81. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte über die letzten drei Jahre zeigt, dass innerhalb dieses Zeitraums die günstigere Risikostruktur eindeutig bei dem aktiv gemanagten Thailand-Fonds zu finden ist. Die Risikokennziffer liegt in 32 der letzten 36 betrachteten Einzelzeiträume unter dem Marktrisikofixwert von 1,00 und nimmt dabei Werte von zutiefst 0,72 an. Lediglich in vier Zeitspannen präsentiert sich der Fonds von James Trafford volatiler - hier gibt es Beta-Werte bis 1,05 in der Spitze zu verzeichnen. Als Endresultat der Beta-Analyse sind klare Pluspunkte auf Seiten des Fidelity-Produktes zu vermelden: Der Fonds überzeugt in der Mehrzahl der Fälle durch moderatere Schwankungen als die Benchmark, er reagiert nur unterdurchschnittlich auf die Kursbewegungen des Marktes. Wie präsentieren sich die Renditeergebnisse?

FondsRendite. Alpha. Changierend.


Über drei Jahre hat der Fidelity Thailand Fund eine kumulierte Wertentwicklung von -17,14 Prozent in Euro aufzuweisen und damit eine negative Rendite von -6,07 Prozent p.a. erzielt (Stand 16.08.2021). Die schwache Performance steht im Einklang mit der enttäuschenden Entwicklung des thailändischen Aktienmarktes und fällt noch etwas besser als diejenige des MSCI Thailand USD NETR aus: Dieser hat im letzten Dreijahreszeitraum eine Gesamtrendite von -17,34 Prozent auf Eurobasis erwirtschaftet, was einem Ergebnis von -6,14 Prozent p.a. entspricht. Auch die Performancezahlen auf Jahresbasis bestätigen, dass der Fidelity-Fonds im Renditewettstreit knapp vorne liegt: Über ein Jahr fällt die Wertentwicklung des Fidelity Thailand mit +3,73 Prozent einen guten Prozentpunkt höher als diejenige des MSCI-Referenzindex aus, der es auf ein Plus von +2,66 Prozent bringt. Damit weist der Fonds kurz- wie mittelfristig einen - wenn auch geringen - Renditevorsprung zum breiten thailändischen Aktienmarkt auf.
Die vom Fidelity Thailand erreichten Alpha-Werte geben ein gemischtes Bild ab. Über drei Jahre liegt die Performancekennzahl bei -0,08, auf Jahressicht befindet sich das Alpha mit 0,12 hingegen im grünen Bereich. Im rollierenden Zwölfmonatsvergleich der Renditekennzahl über drei Jahre zeigt sich, dass der Thailand-Fonds in diesem Zeitraum oft weniger erfolgreich als die Benchmark agierte. In 28 der letzten 36 Einzelperioden wurde ein negatives Alpha von -0,54 im Tief generiert. Dem stehen lediglich acht Zeitintervalle mit einem positiven Alpha-Wert von 0,46 in der Spitze gegenüber. Erfreulich für den neuen FondsManager James Trafford: In den letzten sechs Einjahreszeiträumen seit März 2021 wurde durchgängig ein positives Alpha erwirtschaftet, mit der aktuellen Portfoliopositionierung befindet sich der Thailand-Fonds offenbar auf einem guten Weg. Setzt sich dieser Trend zur Mehrrendite gegenüber dem Gesamtmarkt fort, wird die Information Ratio des FondsProdukts alsbald weiter in den grünen Bereich vordringen. Aktuell liegt der Gradmesser für das Chance/Risiko-Profil des Fonds, der erzielte Renditen und eingegangene Risiken ins Verhältnis zueinander setzt, über drei Jahre mit 0,02 nur knapp im positiven Terrain.

SJB Fazit. Fidelity Thailand.


Gerade im Vergleich zu den anderen, teils sehr erfolgreich gelaufenen asiatischen Aktienmärkten, hat Thailand über die letzten Jahre enttäuscht. Doch antizyklische Investoren wittern gerade hierin ihre Chance, sobald die akuten wirtschaftlichen Probleme, größtenteils ausgelöst durch die Folgen der Covid-19-Pandemie, wieder auf dem Rückzug sind. Auch ein Wechsel in der politischen Führung des Landes, das durch die fortgesetzte Herrschaft des Militärs seine wirtschaftlichen Potenziale nicht voll ausschöpfen kann, würde der thailändischen Konjunktur weiter Auftrieb verleihen. Risikobewusste Anleger bauen erste Positionen in dem langfristig erfolgreichen Fidelity Thailand auf, der durch den FondsManagerwechsel neuen Schwung erhalten hat.

Autor:
Dr. Volker Zenk ist Fondsanalyst bei der SJB FondsSkyline 1989 e.K., einem der größten und ältesten bankenunabhängigen Finanzdienstleister in Deutschland. Die wöchentlich erscheinenden, speziell auf Privatinvestoren zugeschnittenen Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder auf www.sjb.de.

Nicht nur in den Finanzzentren Deutschlands ist ausgewiesene FondsExpertise zu Hause, sondern auch im niederrheinischen Korschenbroich. Am 1. Januar 1989 gegründet, ist die SJB FondsSkyline eines der ältesten und größten privaten Finanzdienstleistungsinstitute in Deutschland. Seit über 30 Jahren verfolgt die SJB ihren antizyklischen Investmentansatz und publiziert regelmäßige Newsletter und FondsAnalysen für Privatinvestoren.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: SJB Deutsches FondsResearch
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