09.10.2020 06:32

Wie ungesund ist das Bezahlen mit Bargeld?

Corona-Infektionsgefahr?: Wie ungesund ist das Bezahlen mit Bargeld? | Nachricht | finanzen.net
Corona-Infektionsgefahr?
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Eine Redewendung besagt: "Geld stinkt nicht". Auch wenn es keine unangenehmen Gerüche von sich gibt, so tummeln sich bekanntermaßen doch unzählige Keime auf unseren Münzen und Geldscheinen. Insbesondere in der aktuellen Situation stellt sich aber die Frage, ob wir uns über das Bargeld auch mit Krankheiten wie COVID-19 anstecken können.
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Wir haben es mutmaßlich dutzende Male täglich in der Hand: Bargeld. In Deutschland ist es sogar laut der Bundesbank das beliebteste Zahlungsmittel. "Drei von vier Zahlungen an der Ladenkasse werden bar abgewickelt", sagt Bundesbankvorstandsmitglied Johannes Beermann auf der Webseite der deutschen Zentralbank. Jedoch spätestens seit Studien sehr medienwirksam festgestellt haben, dass nahezu auf sämtlichen Banknoten Spuren von Kokain zu finden sind, ist einer breiten Masse der Bevölkerung bewusst geworden, dass unsere Geldscheine mit etlichen Substanzen verschmutzt sind. In Zeiten der Corona-Krise besteht nun die Angst, dass auch eine Ansteckung mit dem Virus über das Bargeld möglich ist.

Keimbelastung ist real, aber weniger gefährlich

Die Apotheken Umschau erklärt auf ihrer Internetseite, dass die jeweilige Keimbelastung des Geldes stark von der Herkunft und der Untersuchungsmethode abhängt. Demnach seien in den USA und in Indien auf Scheinen, die oft den Besitzer wechselten, mehrere Tausend Arten von Bakterien und Pilzen gefunden worden. Darunter fielen auch Fäkal- und antibiotikaresistente Keime. Hiervon würden allerdings die meisten Arten überhaupt keine Gefahr für Menschen mit intaktem Immunsystem darstellen, heißt es.

Zudem erklärt der Experte Dr. Frank Mosel gegenüber dem Magazin, dass nur ein Bruchteil der Keime vom Geld auf die Finger gelangt. "Selbst bei Abklatsch-Untersuchungen mit Spezialmedien im Labor können Experten von 1.000 Keimen nur rund 100 nachweisen." Diese geringe Anzahl müsste dann noch über einen weiteren Weg in den Körper eintreten. Eine Infektion entsteht dabei in der Regel allenfalls bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Bundesbank gibt Entwarnung für COVID-19

Derweil reagierte der Bundesbankvorstand Johannes Beermann in einer öffentlichen Erklärung auf die Angst einer Ansteckung mit COVID-19 durch die umlaufenden Geldscheine. "Von Banknoten und Münzen geht kein besonderes Infektionsrisiko für den Bürger aus", versicherte Beermann. Fünf- und Zehn-Euro-Geldscheine seien zudem mit einem Schutzlack ausgestattet, der einer Verschmutzung entgegenwirke. Besonders kontaminierte Exemplare würden obendrein in den 35 Bundesbankfilialen untersucht und durch druckfrische Scheine ausgetauscht.

Der Infektiologe und Leiter des Gesundheitsamts der Stadt Frankfurt am Main, René Gottschalk, bekräftigt die Aussagen von Beermann auf der Bundesbank-Website. Nach seiner Expertise, sei ein Infektionsweg über Banknoten nicht gegeben. "Hauptübertragungsweg des Coronavirus sind Tröpfcheninfektionen durch Husten, Niesen, aber auch Sprechen", erläutert Gottschalk. Es würden höhere Fallzahlen vorliegen, falls auch Geldscheine oder Tischplatten an einer Übertragung beteiligt wären.

WHO sieht sich missverstanden

Britische Medien haben berichtet, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO eine Ausbreitung des Coronavirus über Banknoten befürchte. In einem Statement gegenüber dem Nachrichtenportal MarketWatch stellte die WHO-Sprecherin Fadela Chaib jedoch klar, dass sie falsch wiedergegeben wurden. "Wir haben nicht gesagt, dass Bargeld das Coronavirus überträgt." Sie hätten lediglich dazu geraten, nach dem Umgang mit Bargeld die Hände zu waschen. Dies seien allerdings allgemeine Hygienevorschriften. Die auf dem Geld befindlichen Keime sollten nämlich nicht in Lebensmittel gelangen.

Schlussfolgernd geht somit keine relevante Ansteckungsgefahr von Geldscheinen aus. Jedoch sind diese trotzdem mehr oder weniger stark verunreinigt. Eine Säuberung der Hände ist nach einem Kontakt durchaus angebracht und im Falle der Essenszubereitung sogar Pflicht.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Yulia Grigoryeva / Shutterstock.com, Devin_Pavel / Shutterstock.com
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