Energie

Wärmepumpen: Warum Deutschland beim Preis aus dem Rahmen fällt

13.03.26 22:19 Uhr

Wärmepumpen-Check: Warum Deutschland im Preisvergleich das Nachsehen hat | finanzen.net

Wärmepumpen gelten als Schlüssel für eine klimafreundliche Zukunft. Doch während sie in vielen europäischen Ländern inzwischen erschwinglich geworden sind, müssen Käufer in Deutschland besonders tief in die Tasche greifen. Oft ist die Anlage hierzulande fast doppelt so teuer wie im Ausland.

Wenn Vorschriften teuer machen

Eine gemeinsame Untersuchung von Octopus Energy und der RWTH Aachen, die Focus vorliegt zeigt, dass deutsche Haushalte im Schnitt rund 28.000 Euro für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe zahlen, während in Großbritannien ähnliche Geräte für knapp 14.000 Euro eingebaut werden. Die Berliner Morgenpost verweist auf strengere Vorgaben in Deutschland, etwa beim Schallschutz oder bei der Effizienz. Hinzu kommt, dass viele Häuser hierzulande individuell gebaut sind, was die Planung aufwendiger macht. In Großbritannien dagegen sorgen standardisierte Bauweisen dafür, dass Installationen einfacher und damit günstiger sind.

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Steuerunterschied

Auch das Steuerrecht trägt zu den hohen Preisen bei. Während in Deutschland die Mehrwertsteuer bei 19 Prozent liegt, fällt sie in Frankreich mit 5,5 Prozent deutlich niedriger aus. In Großbritannien wird beim Einbau sogar ganz darauf verzichtet. Laut Focus kann das schnell mehrere tausend Euro Unterschied ausmachen.

Teures Handwerk und fehlende Fachkräfte

Deutschland gehört seit Jahren zu den teuersten Arbeitsmärkten Europas. Mit durchschnittlich 43 Euro pro Stunde liegen die Lohnkosten weit über denen vieler Nachbarländer. Dazu kommt der akute Fachkräftemangel im Handwerk. Die Folge sind lange Wartezeiten und steigende Montagepreise. EnBW hat berechnet, dass gerade diese Engpässe die Preise zusätzlich nach oben treiben.

Die Preisexplosion der letzten Jahre

Seit 2022 sind die Kosten für Wärmepumpen spürbar in die Höhe geschnellt. Nach Berechnungen der EnBW stiegen die Preise innerhalb von zwei Jahren um bis zu 40 Prozent. Verantwortlich dafür waren steigende Materialkosten, Lieferprobleme und die große Nachfrage, die durch die Diskussion um das Gebäudeenergiegesetz zusätzlich befeuert wurde. Im Jahr 2023 lag der Durchschnittspreis bei etwa 34.000 Euro, erst 2025 sank er leicht auf rund 30.000 Euro - nach wie vor ein hohes Niveau.

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Hohe Strompreise als Dauerproblem

Neben den Anschaffungskosten bleibt der Betrieb eine Herausforderung. Deutsche Haushalte zahlen europaweit mit die höchsten Strompreise. Laut Haus & Grund liegt das vor allem an Abgaben, Umlagen und Netzentgelten. Der Verband fordert deshalb Entlastungen, damit der Betrieb von Wärmepumpen bezahlbarer wird.

Redaktion finanzen.net

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