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01.09.2018 15:00
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Die besten Tipps für Ihr Vermögen

Euro am Sonntag: Die besten Tipps für Ihr Vermögen | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag
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Welche Strategien sind aktuell zu empfehlen? Worauf ist zu achten? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
€uro am Sonntag
von P. Gewalt und S. Bauer, Euro am Sonntag

Der Handelskonflikt mit den USA verunsichert die Aktienmärkte und die Anleger: Droht am Ende gar eine Rezession? Wird die Zinswende in Europa vertagt? Wie soll man sich als Anleger verhalten? Wie baut man langfristig ein Vermögen auf? Zwei Anlageexperten vom Bundesverband deutscher Banken, Aslan Altan und Christian Eichelberger, beantworteten die Fragen unserer Leser.

Geldanlage

Ich bin 19 Jahre alt und würde gern mein Geld am Kapitalmarkt anlegen.
Altan Aslan:
Glückwunsch, dass Sie in Ihren jungen Jahren schon sparen wollen. Das wird sich für Sie später im wahrsten Sinne des Wortes auszahlen. Denn wenn Sie nicht heute schon 50 Euro im Monat anlegen, sondern erst in zehn Jahren mit dem Anlegen beginnen, würden Sie dann wegen des Zinseszinseffekts ein Vielfaches benötigen, um mit 60 Jahren das gleiche Sparergebnis zu erzielen. Sie sollten vor allem ETFs kaufen, die weltweit, breit und kostengünstig in Aktienmärkte investieren. Denn Aktien haben langfristig die beste Wertentwicklung. Später sollten Sie dann noch Anleihe-ETFs berücksichtigen, um Ihr Portfolio breiter aufzustellen. Das reduziert die Kursschwankungen erheblich. Die genaue Zusammenstellung ist von Ihrer persönlichen Risikoneigung abhängig.



Bei mir geht es darum, 500.000 Euro anzulegen, davon sind 20 Prozent in Aktien und 20 Prozent in Immobilien investiert. Was mache ich mit dem Rest?
Christian Eichelberger:
Gehen wir einmal die Anlagemöglichkeiten durch: Festverzinsliche Wertpapiere bieten kaum Zinsen, wenn es sich um gute Bonität wie bei Bundesanleihen handelt. Bei Anleihen mit höheren Zinsen müssen Sie das Bonitätsrisiko und den Einfluss der Laufzeit berücksichtigen. Ebenso, ob die Anlage in Fremdwährung notiert. Grundsätzlich gilt: ohne Risiko keine Rendite. Aktien boten in den vergangenen zehn Jahren gute Renditen, aber auch hier gibt es die Gefahr von Rückschlägen.

Die Inflationsrate beträgt zwei Prozent. Wie kann man eine Rendite bekommen, die zumindest die Inflation ausgleicht?
Eichelberger: Nicht mit sicheren Anlagen wie Bundesanleihen, Festgeld und dergleichen. Um mehr als zwei Prozent zu bekommen, müssen Anleger ein gewisses Risiko hinnehmen, etwa indem sie in Fonds, Aktien, Unternehmensanleihen investieren. Darüber sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Berater halten.

Aktien / Aktienfonds

Ich habe 80.000 Euro zum Anlegen und möchte monatlich 400 Euro Erträge erwirtschaften. Geht das?
Eichelberger:
Das wären 4.800 Euro im Jahr. Dafür wäre eine Rendite von sechs Prozent nötig. Das ist ambitioniert und ohne Risiko nicht darstellbar. Am Aktienmarkt sind sechs Prozent langfristig möglich, aber Aktien sind sehr volatil. Das heißt, es gibt keine Garantie auf die sechs Prozent Rendite.

Ich würde gern mehr in Aktien anlegen. Wie soll ich am besten vorgehen?
Aslan:
Das hängt natürlich neben Ihrer persönlichen Risikoneigung stark von Ihrem Anlagehorizont ab. Empfehlenswert ist es auf jeden Fall, dass Sie bei Aktien mindestens fünf Jahre oder länger investiert bleiben, damit eventuelle Kurseinbrüche nicht so zum Tragen kommen. Zudem empfehle ich Ihnen ein Portfolio, bestehend aus mehreren ETFs, die weltweit gestreut in Aktienmärkte investieren und daher für Langfristinvestments bestens geeignet sind.

Wie soll ich in Aktien investieren? Am besten all mein Kapital auf einmal?
Aslan:
Das würde ich nicht tun, da man nicht sicher sein kann, dass es nicht kurz darauf zu einem Kurseinbruch kommt. Daher würde ich an Ihrer Stelle im Fonds-/ETF-Bereich monatlich sparen, dann greift der Cost-Average-Effekt. Dieser besagt, dass bei regelmäßigem Sparen mit gleichbleibender Rate der durchschnittliche Kaufpreis je Anteil gesenkt werden kann. In schwachen Marktphasen kaufen Sie mehr Anteile, in guten Marktphasen nur wenige teure.

Ich will bis zum Rentenbeginn in zehn Jahren jeden Monat 500 Euro anlegen. Bisher habe ich in 13 aktiv gemanagte Aktienfonds investiert - sowohl globale Fonds als auch Themenfonds. Die Gesamtsumme beläuft sich auf 50.000 Euro, auf die ich aber nur im Notfall zugreifen will. Was muss ich beachten?
Aslan:
Achtung: Sie sind bisher nur in Aktienfonds investiert, sollten daher allmählich in risikolosere Anlagen wie Anleihen umschichten, je näher Ihr Renteneintritt rückt. Dann sind Sie in der Entnahmephase nicht so abhängig vom Zustand der Börsen. Zudem sollten Sie überlegen, wegen der geringeren Kosten vielleicht doch stärker auf ETFs anstatt auf aktiv gemanagte Produkte zu setzen.

Wie kann ich mein Aktienportfolio am besten gegen Kursverluste absichern?
Aslan:
Erstens indem Sie langfristig investieren, dann können Sie die meisten Kursstürze aussitzen. Zweitens können Sie sich absichern, indem Sie bei Aktien mit Stop-Loss-Orders arbeiten, um bei einem Kurssturz die Verluste zu begrenzen. Diese Orders sollten Sie aber mit Bedacht verwenden, das heißt, nicht zu eng am aktuellen Kurs setzen, damit Sie bei kurzfristigen Kursschwankungen nicht zu schnell ausgestoppt werden.

Aktienmärkte

Macht es Sinn, erst zu kaufen, wenn der DAX unter 10.000 Punkte gefallen ist?
Eichelberger:
Ob der DAX unter 10.000 Punkte fällt, kann keiner sagen. Sollten die Märkte weiterhin gut laufen und es gibt keine Korrekturen, bleiben Sie außen vor! Um von möglichen Kurssteigerungen zu profitieren, könnte es sich lohnen, mit einem Teil investiert zu sein und bei Rücksetzern schrittweise weiter zu investieren.

Was halten Sie derzeit von US-Aktien?
Aslan:
Erste Indikatoren deuten darauf hin, dass sich die Weltwirtschaft und somit auch die US-Wirtschaft als deren essenzieller Bestandteil in einer späten Wachstumsphase befinden. Wir gehen von einem Zeitfenster von circa 18 Monaten aus. Schaut man in die Vergangenheit zurück, wurden diese Spätphasen immer von positiven Aktienmärkten begleitet. Das alles spricht für den US-Aktienmarkt. Aber unklar ist, wie weit sich die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump auswirken wird. Daher sollten Sie lieber strategisch investieren und langfristig denken. Der Einstiegszeitpunkt ist dann eher zweitrangig.

Gold

Was halten Sie von Gold?
Eichelberger: Auf der einen Seite: Gold wirft keine Zinsen ab. Bei steigenden Zinsen wird Gold daher grundsätzlich unattraktiver. Andererseits ist Gold in Krisen vorteilhaft. Daher könnten Sie vor allem in Krisenzeiten auch von Gold profitieren. Wichtig: Gold notiert in US-Dollar. Die Kursentwicklung des Dollar ist entsprechend zu berücksichtigen.
Aslan: Angesichts der vielen globalen Krisen spricht aktuell vieles für eine höhere Goldnotierung, denn viele sehen das gelbe Edelmetall als Sicherheitsinvestment. Auf der anderen Seite drückt der starke US-Dollar den Preis. Als Beimischung ist Gold aber zu empfehlen.

Erdöl

Wie wird sich der Ölpreis entwickeln?
Aslan:
Wie gehen von einer Seitwärtsentwicklung aus. Sollte der Ölpreis kräftig steigen, wird die US-Fracking-Industrie ihre Ölförderung schnell ausweiten, was den Preisauftrieb begrenzen wird.

Sind Ölwerte derzeit interessant?
Aslan:
Sollte sich der Ölpreis auf dem jetzigen Niveau stabilisieren, dürften Öl- und Gaskonzerne weiterhin ordentlich verdienen. Auch in einer Abschwungphase sind sie eine gute Wahl, da dieser defensive Sektor erfahrungsgemäß im Vergleich zu zyklischen Sektoren robuster ist. Zudem ist die Branche für recht hohe Dividenden bekannt.


Bildquellen: Julian Mezger, iStock, TZIDO SUN / Shutterstock.com

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