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12.07.2019 16:00
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Die Rettung für ihr Geld

Benjamin Feingold-Kolumne: Die Rettung für ihr Geld | Nachricht | finanzen.net
Benjamin Feingold-Kolumne
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Die Zentralbank hat es jüngst überdeutlich klargemacht: Sparer haben in den nächsten Jahren außer Minuszinsen nichts zu erwarten. Wer sein Geld nicht verlieren möchte, muss aktiv werden und auf die Kosten achten.
Volksbanken und Sparkassen zeichnen sich durch hohe Gebühren und üppige Margen aus, so ein landläufiges Vorurteil. Dass da eine Menge dran sein kann, sieht man zum einen am Gebührenmodell für den Aktienkauf, zum anderen an den Gehältern der Vorstände.

Der Blog "Finanz-Szene.de" berichtete jüngst, dass bei 28 Millionen Euro Gewinn der Sparkasse Köln/Bonn 14 Millionen auf Gehälter und Rückstellungen für Vorstände entfielen. Die Hälfte des Gewinns. Wer bei Sparkassen handelt, sollte also wissen, wohin sein Geld fließt. Besser ist es, jeden Euro beim Aktienkauf umzudrehen und die Kosten genau zu prüfen.

Denn auch bei Onlinebrokern wird mit harten Bandagen gekämpft. Im ersten Halbjahr 2019 dominierten bei deutschen Aktien jene von Wirecard die Umsatzlisten, doch auch bei Blue Chips und Nebenwerten wollten Anleger möglichst günstig handeln. Zahlreiche Angebote, geringe oder gar keine Gebühren, Schulungen, Handelstools oder Webinare - es lohnt sich auch im zweiten Halbjahr, genau hinzuschauen.

Das erste Aktienhalbjahr 2019 war ein Knaller. Der DAX lieferte nach dem Ausverkauf auf 10.250 Punkte eine Rallye von mehr als 2000 Zählern auf knapp 12.500 ab. Unser Börsenbrief bei "feingold-research.com" lieferte 19 Prozent an Performance für die Leser.

Angebote der Broker prüfen

Paradox dabei: Die US-Notenbank senkt den Zins womöglich am Rekordstand des Dow Jones - eigentlich absurd. Dazu laufen zahlreiche US-Neuemissionen prächtig, im Falle von Beyond Meat gab es in der Spitze sogar eine Verachtfachung des Emissionspreises und eine Verdreifachung des ersten Börsenkurses. Heimlich, still und erst einmal leise schoss auch der Bitcoin dieses Jahr wieder nach oben in den fünfstelligen Bereich.

Es gibt also nicht nur etliche spannende Storys zu beobachten, sondern auch zahlreiche Möglichkeiten, von deren Aktienkursentwicklung zu profitieren. Wichtig - der Blick auf das Brokerangebot sollte regelmäßig sein. Die Angebote umfassen zahlreiche Instrumente wie Anleihen, Zertifikate, ETFs, Kryptowährungen oder aktive Fonds.

Wobei Letztgenannte in den vergangenen zwölf Monaten mit den Turbulenzen am Finanzmarkt einmal mehr ihren Nachweis schuldig blieben, dass sie in harten Börsenzeiten irgendeine Art der Outperformance liefern. Im Gegenteil: Mal wieder zeigte sich, dass das aktive Fondsangebot vor allem einem dient - der Fondsgesellschaft.

Geldsparen ist in Nullzinszeiten also wichtig wie nie zuvor, und vor ein paar Jahren waren die Unterschiede zwischen einem Online- und einem CFD-Broker noch sehr groß, mittlerweile verschwimmen die Unterschiede immer mehr, tobt der Preiskampf.

Ein Beispiel: So bietet die Social-Trading-Plattform eToro.com inzwischen nicht nur CFDs oder Kryptowährungen an, sondern auch Aktien, die kostenfrei handelbar sind. Der Broker Flatex wiederum expandiert in die Niederlande und will dort die Platzhirsche angreifen.

Darauf sollten Sie achten

Neue Broker wie trade.com zieht es vom Ausland nach Deutschland, und sie kommen mit offensiven Angeboten. Der Newcomer auf dem deutschen Markt legt wie einige Konkurrenten sehr viel Wert auf die Ausbildung von Anlegern. Bei den Gebühren will man kompetitiv sein - ohne das geht es auch gar nicht mehr, wie etwa das Angebot von ActivTrades zeigt. Letztere bieten gleichzeitig wie trade.com eine sehr breite Palette an Basiswerten an. Vorbei sind also die Zeiten, in denen Onlinebroker dem Kunden für eine Order im Aktienbereich 19 Euro abknöpfen konnten, ohne dass der Kunde wechselwillig wurde. So unterschiedlich die Angebote der Anbieter sind - drei Faktoren sind bei der Auswahl eines Brokers entscheidend: Kosten, Service und die Breite der Produktpalette. Bei den Kosten sind zahlreiche CFD-Broker besonders günstig und bieten sogar den Handel in bestimmten Instrumenten ohne Kommission an.

Da sich hier die Konditionen und auch das Angebot immer wieder verändern, hilft ein Blick auf das Angebot über die Web-Seite dieser Broker. Ihre Konditionen sind häufig immer noch günstiger als bei herkömmlichen Onlinebrokern wie Comdirect oder Consorsbank, wie ein Blick auf die Internetseiten und ein passender Gebührenvergleich zeigt. Am Beispiel Comdirect zeigte "Finanz-Szene" jüngst auch, dass die Erträge keinesfalls erfreulicher werden.

Dafür offerieren zahlreiche Onlinebroker Freetrade-Aktionen für Zertifikate, ETFs oder Fonds, allerdings nicht für jedes Produkt. Daher sollten Anleger identische Produkte miteinander vergleichen und mit spitzem Bleistift die Gebühren inklusive der Produktpreise berechnen. Denn am Ende des Tages ist der Gesamtpreis bestehend aus Gebühren plus Produktpreis entscheidend für den Anleger. Eine Alternative und einen sehr neuen Ansatz bietet die HVB onemarkets mit der Floribus-App an, mit der Anleger ihre Tradinggebühren in Höhe von bis zu 250 Euro im Monat erstattet bekommen.

Oft lohnt es sich daher, mehr als ein Konto zu unterhalten, alleine, um in Notfällen Gegenpositionen beziehungsweise Absicherungen vorzunehmen, falls ein Broker mal ausfällt. Dass dies passieren kann, wissen in Deutschland auch die Kunden der vermeintlichen Marktführer. An turbulenten Börsentagen der letzten Jahre war manchmal Schicht im Ausführungsschacht.

Benjamin Feingold ist seit mehr als 20 Jahren Börsianer und langjähriger Redakteur bei Börse Online sowie bei der Financial Times Deutschland gewesen. Zusammen mit Daniel Saurenz gründete er 2013 das Investmentportal Feingold Research, das täglich Analysen und Investmentideen zur Börsenentwicklung veröffentlicht.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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