Benjamin Feingold-Kolumne

Silber ist das neue Gold

23.01.26 14:33 Uhr

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Das vergangene Jahr und auch der Start ins neue Jahr ist für Freunde von Silber ein einziger Traum. Aber wenn die Party am schönsten ist, sollte man womöglich gehen.

Es gibt kaum etwas Schöneres als in einer Anlageklasse investiert zu sein, die nach Jahren der Dürre endlich ins Laufen kommt. Bei Silber war dies 2025 der Fall und aus einem Lauf wurde eine Kursexplosion. 30 Dollar Ende 2024 stehen 66 Dollar eine Woche vor Weihnacht 2026 gegenüber. "110 Prozent Performance in US-Dollar ist einmalig für den Silberpreis und einmalig erfreulich für Silber-Anleger", findet Thomas Soltau vom Smartbroker. Entsprechend wundert es kaum, dass Anleger und aktive Trader Silber über verschiedene Produkte mit Vergnügen handeln.

Die Experten vom Lynx-Broker weisen aber auf eine Zahl hin, die die Party zeitnah zu einem Ende führen könnte: Das Gold-Silber-Ratio testet seine Tiefststände der Jahre 2016 und 2021. Mit anderen Worten - selten musste man derart viel Silber mitbringen, um eine Feinunze Gold zu erhalten. Gold-Silber-Ratios von mehr als 100 waren in den letzten Jahren schon zu beobachten und oft schwankte die Zahl zwischen 70 und 90.

1979 lange her…

Am Börsenplatz Gettex war 2025 natürlich auch Gold gern gesehen und zur Wahrheit gehört, dass Gold immer noch den Takt vorgibt. 13, 27 und rund 60 Prozent Rendite lieferte es in den vergangenen drei Jahren - jeweils jährlich. Wer Gold hielt, durfte sich fühlen, als hätte er im Casino der Weltmärkte einen Royal Flush auf den Tisch geknallt. "Mit Notierungen über 4000 US-Dollar feierte der Krisenkönig in diesem Jahr sogar den stärksten Anstieg seit 1979", so Experte Soltau. Getrieben wurde diese Rally von einem Cocktail aus geopolitischer Nervosität, politischem Theater und strategisch motivierten Zentralbankkäufen. Vor allem Notenbanken aus Schwellenländern wie China und Indien füllen ihre Tresore weiter mit Gold, um die Abhängigkeit vom Dollar zu verringern.

Marc Seidner von Pimco erwartet für Gold 2026, dass es um bis zu 10 Prozent steigen könnte. Anhaltende Handelskonflikte und steigende Staatsverschuldungen dürften die Goldnachfrage strukturell stützen". Er findet aber auch, dass sinkende Zinsen die Opportunitätskosten für Gold verringern, doch die Bewertung im Vergleich zu den realen Renditen hoch wirkt. Kurzfristige Rücksetzer sind möglich, zumal die jüngste Gold-Rally neben fundamentalen Faktoren ebenso stark von Momentum und Liquidität getrieben wurde. Bezogen auf Silber kommt ein Aspekt dazu: Wenn es im Gold-Silber-Ratio eine Übertreibung gibt, so gibt es zwei Möglichkeiten, diese zu glätten.

Glätttung der Ratio auf zwei Wegen möglich

Auf der einen Seite könnte Gold im Wert deutlich zulegen, auf der anderen Seite könnte Silber aber auch merklich stärker fallen als Gold. Dies wäre auch nicht verwunderlich. Denn in Korrekturen ist Silber oft nicht nur der kleine Bruder von Gold, sondern auch der negativ gehebelte Bruder von Gold. Heißt - Silber fällt gern etwas mehr. Wer sich absichern oder genau auf dieses Szenario setzen möchte, kann übrigens mit Turbo-Optionsscheinen eine solche Spekulation oder Absicherung wagen. Ein passendes Produkt ist die WKN FD6UWB - Silber Short mit Hebel 3. So könnte man auch seine Erträge aus dem Vorjahr in trockene Tücher bringen und von fallenden Silbernotierungen profitieren.

150 Jahre Börsenerfahrung kombiniert technische Analyse, Trading, Börsenpsychologie und konkrete Investments. Benjamin Feingold ist Mit-Gründer von Feingold Research. Unseren Börsendienst finden Sie unter feingoldresearch.de!

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