Deutsche Forfait: Neue Wachstumschancen
Deutsche Forfait setzt nicht nur auf eine Erweiterung des Geschäftsvolumens, sondern auch auf ein neues Standbein. Mittelfristig ist die Gewinnverdopplung drin.
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von Georg Pröbstl, Euro am Sonntag
Die Aktie von Deutsche Forfait hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Vom Allzeithoch im Mai 2007 trennen den Kurs 50, zum Stand Anfang 2011 rund 30 Prozent. Immerhin verbuchte der Spezialist für Exportfinanzierung 2011 wegen eines verlorenen Schiedsgerichtsverfahrens den ersten Verlust seit Firmengründung im Jahr 2000, und im vergangenen Jahr blieben Forfaitierungsvolumen und Gewinn mit 674,9 Millionen Euro und 0,37 Euro je Aktie um 25 und 50 Prozent unter den einstigen Spitzenwerten aus 2006 und 2007 zurück. Nun allerdings macht sich Hoffnung breit. Zwar vermelden die Kölner für das erste Halbjahr einen Rückgang beim Forfaitierungsvolumen um 12,0 Prozent und beim Ergebnis ein Minus von 36,4 Prozent, doch die Schrumpfung ist Folge der aktuellen Wachstumsstrategie.
Insbesondere die Gründung einer Tochter in Dubai zog in den sechs Monaten hohe personelle Kapazitäten auf sich und brachte entsprechend weniger Aktivitäten im operativen Geschäft. Mit der Neugründung will der Finanzdienstleister ein neues Standbein aufbauen — nämlich einen Trade-Finance-Fonds auflegen, über den sich institutionelle Investoren künftig am Forfaitierungsgeschäft von Deutsche Forfait beteiligen können. Bereits im laufenden Quartal rechnen die Kölner mit ersten Platzierungserfolgen.
Zusätzliches Geschäftsvolumen
Neben den vergleichsweise risikolosen zusätzlichen Erträgen aus der Verwaltung dieses Fonds setzt das Unternehmen auch auf eine Ausweitung des eigenen Geschäftsvolumens. Im Mai legte der Exportfinanzier eine Anleihe auf, sammelte dadurch 30 Millionen Euro ein und will dadurch sein Forfaitierungsvolumen mittelfristig auf über eine Milliarde Euro steigern. Potenzial besteht reichlich. Der Welthandel wächst stark — 2013 wird ein Anstieg um 3,8, im nächsten Jahr sogar um 5,5 Prozent erwartet. Insbesondere die Schwellenländer haben daran erheblichen Anteil.
Als einer der weltweit wichtigsten Finanzierungspartner im Handel mit Emerging Markets tun sich dadurch für Deutsche Forfait schöne Wachstumschancen auf. Immerhin schätzen die Rheinländer das weltweite Marktvolumen im Forfaitierungsgeschäft schon jetzt auf etwa 2,5 Billionen Euro im Jahr. Mit der erfolgreich platzierten Anleihe und dem Einstieg in das Fondsgeschäft für Institutionelle sehe ich für das Unternehmen gute Chancen, schon in zwei oder drei Jahren wieder alte Gewinnniveaus um 0,90 Euro je Aktie oder darüber zu erreichen. Angesichts des guten Track Records des Unternehmens und der hohen Dividendenzahlungen meist um drei oder vier Prozent im Jahr halte ich das aktuelle Kursniveau für eine gute Einstiegsgelegenheit.
Deutsche Forfait
Exzellentes Umfeld, neues Standbein — die Aktie bietet reichlich Potenzial.
ISIN DE 000 548 879 5
Gewinn je Aktie 2013e 0,27 €
Gewinn je Aktie 2014e 0,40 €
KGV 2014e 11,1
Div./Rend. 2013e 0,15 €/3,4 %
EK*-Quote 30,9 %
EK* je Aktie/KBV 3,96 €/1,1
Kurs/Ziel/Stopp 4,47/7,50/3,20 €
*EK: Eigenkapital. Eigene Schätzungen können von den Schätzungen im Kursteil abweichen
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Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
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