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03.02.26 10:10 Uhr

APA ots news: OeNB-Umfrage: Kreditnachfrage steigt, während sich Wirtschaft langsam erholt

Österreich-Ergebnisse der euroraumweiten Umfrage über das

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Kreditgeschäft (Bank Lending Survey) im vierten Quartal 2025

Wien (APA-ots) - Vor dem Hintergrund der zaghaften konjunkturellen

Erholung steigt die

Kreditnachfrage österreichischer Unternehmen seit dem dritten Quartal

2025 wieder schrittweise an. Zuvor war sie infolge der

wirtschaftlichen Schwächephase seit dem dritten Quartal 2022 drei

Jahre lang gesunken. Die Nachfrage privater Haushalte nach

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Wohnbaukrediten steigt indessen bereits seit zwei Jahren -

hauptsächlich aufgrund der gesunkenen Zinsen. Das zeigen die

Ergebnisse der vierteljährlichen Umfrage der Oesterreichischen

Nationalbank (OeNB) über das Kreditgeschäft unter den führenden

heimischen Banken. Die aktuelle Umfrage wurde von Mitte Dezember 2025

bis Mitte Jänner 2026 durchgeführt.

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"Die Trendwende bei der Kreditnachfrage der Unternehmen ist ein

ermutigendes Signal. Nach einem Anstieg im dritten Quartal 2025

steigt die Nachfrage nach Krediten auch im vierten Quartal - getragen

von gesunkenen Zinsen, einem höheren Bedarf an Betriebsmitteln und

ersten Anzeichen einer wieder anziehenden Investitionstätigkeit. Das

deutet darauf hin, dass die Unternehmen vorsichtig optimistisch nach

vorne blicken und neue Projekte in Angriff nehmen. Für das erste

Quartal 2026 erwarten die Banken eine weitere Belebung. Es ist nun

entscheidend, dass sich diese positive Entwicklung möglichst rasch

auf jene Sektoren ausweitet, die bislang noch keine positive Dynamik

aufweisen. Außerdem zeigt die anhaltend steigende Nachfrage nach

Wohnbaukrediten, dass die geldpolitischen Impulse wirken und

Finanzierungen wieder leistbarer geworden sind. Insgesamt sehen wir

erste konkrete Anzeichen dafür, dass die wirtschaftliche Erholung in

Österreich Schritt für Schritt an Breite gewinnt - auch wenn das

prognostizierte Wachstum generell weiterhin moderat ausfällt", so

OeNB-Gouverneur Martin Kocher.

Unternehmenskredite: Nachfrage steigt wieder - dreijähriger

Abwärtstrend beendet

Die Kreditnachfrage von Unternehmen ist im dritten und vierten

Quartal 2025 gestiegen - erstmals seit dem dritten Quartal 2022. Auch

für das erste Quartal 2026 erwarten die an der Umfrage teilnehmenden

Banken einen weiteren Nachfrageanstieg. Der jüngste Anstieg der

Kreditnachfrage dürfte den Abschluss einer langen Abwärtsphase

markieren, die durch die schwache Konjunktur in Österreich sowie die

globalen Unsicherheiten bedingt war. Zudem sind für den aktuellen

Anstieg drei Gründe zu nennen: ein gestiegener Finanzierungsbedarf

für Lagerhaltung und Betriebsmittel, gesunkene Zinsen und eine

Trendwende bei der Investitionstätigkeit der Unternehmen. In der

Vergangenheit hat vor allem ein rückläufiger Finanzierungsbedarf der

Unternehmen für Anlageinvestitionen die Kreditnachfrage gebremst. Nun

gibt es aber erste Anzeichen für eine wieder zunehmende

Investitionstätigkeit und dementsprechenden Finanzierungsbedarf.

Die Umfrage zeigt aber auch zwei nennenswerte Ausnahmen von der

allgemeinen Entwicklung. Die Kreditnachfrage von energieintensiven

Industrieunternehmen und von Unternehmen der Automobilindustrie

inklusive der Zulieferindustrie ist im zweiten Halbjahr 2025 weiter

gesunken. Das spiegelt die spezifischen Probleme in diesen Industrien

wider - hohe Energiepreise und eine strukturelle Schwäche der

europäischen Automobilindustrie.

Angebotsseitig spielt die angespannte Risikosituation für das

Kreditgeschäft der Banken mit Unternehmen nach wie vor eine wichtige

Rolle (allgemeine Wirtschaftslage, Kreditwürdigkeit der Unternehmen).

Dies hat seit Anfang 2022 zu Verschärfungen der Kreditangebotspolitik

der Banken geführt. Für Unternehmen sind die Kreditvergabestandards

in den vergangenen Jahren gestiegen, da die Banken angesichts des

wirtschaftlichen Umfelds vorsichtiger agieren und ihre

Kreditkonditionen angepasst haben. Das betrifft besonders

Immobilienunternehmen und dabei Gewerbeimmobilienunternehmen stärker

als Wohnimmobilienunternehmen.

Es wird sich in den nächsten Monaten in der Monetärstatistik der

OeNB zeigen, in welchem Ausmaß die steigende Kreditnachfrage von

Unternehmen auch zu einer erhöhten Neukreditvergabe führt.

Anhaltende Erholung der Nachfrage nach privaten Wohnbaukrediten

Nach einem historischen Tief steigt die Nachfrage privater

Haushalte nach Wohnbaukrediten seit dem ersten Halbjahr 2024 wieder

durchgehend an. 2024 war der Anstieg noch moderat, 2025 fiel er

stärker aus - vor allem im ersten und zweiten Quartal. Für das erste

Quartal 2026 wird ein weiterer Nachfrageanstieg erwartet. Hauptgrund

für diese Entwicklung sind die gesunkenen Zinsen - wesentlich

bestimmt durch die Zinspolitik der EZB. Von Juni 2024 bis Juni 2025

hat die EZB ihren Leitzins schrittweise von 4 % auf 2 % gesenkt.

Infolgedessen sind Kredite günstiger geworden.

Die laut Umfrageergebnissen gestiegene Nachfrage der privaten

Haushalte nach Wohnbaukrediten hat folglich zu einer gestiegenen

Neuvergabe von Wohnbaukrediten durch die Banken geführt. Gemäß OeNB-

Kreditstatistik wurden von Jänner bis November 2025 pro Monat

durchschnittlich 1,4 Mrd EUR an neuen Wohnbaukrediten vergeben. Das

entspricht einem Zuwachs von fast 50 % gegenüber dem

Jahresdurchschnitt von 2024. Die gestiegene Nachfrage nach

Wohnbaukrediten signalisiert eine weiterhin solide Neukreditvergabe

in den nächsten Monaten. Eine ähnlich expansive Kreditentwicklung wie

in den Jahren der Niedrigzinsphase bis Mitte 2022 ist aber auf

absehbare Zeit nicht zu erwarten. Zum Vergleich: 2017 und 2018, vor

dem großen Kreditboom, wurden durchschnittlich 1,5 Mrd EUR pro Monat

an neuen Wohnbaukrediten vergeben - also etwas mehr als 2025 bei

damals um 1,5 Prozentpunkte niedrigeren Kreditzinsen. 2021, mitten im

Kreditboom, betrug die Neukreditvergabe für privaten Wohnbau

durchschnittlich 2,1 Mrd EUR pro Monat bei damals um 2,2

Prozentpunkte niedrigeren Kreditzinsen.

Die Zentralbanken des Euroraums - in Österreich die

Oesterreichische Nationalbank (OeNB) - führen gemeinsam mit der

Europäischen Zentralbank (EZB) seit Anfang 2003 viermal jährlich eine

Umfrage über das Kreditgeschäft im Euroraum durch, um ihren

Informationsstand über das Kreditvergabeverhalten der Banken, die

Kreditnachfrage von Unternehmen und privaten Haushalten, sowie

sonstige die Geldpolitik betreffende Themen zu verbessern. Dabei

werden rund 150 führende Banken aus allen Ländern des Euroraums

befragt, darunter acht Institute aus Österreich.

Ein ausführlicher Bericht über die Österreich-Ergebnisse wird in

der Publikationsreihe "OeNB Reports" veröffentlicht (

https://www.oenb.at/Publikationen/Volkswirtschaft/reports.html ).

Weitere Informationen und Daten zur Umfrage finden sich auf der

OeNB-Website unter https://www.oenb.at/Geldpolitik/Erhebungen/umfrage

-ueber-das-kreditgeschaeft.html.

Die Resultate für den Euroraum werden von der EZB auf ihrer

Website publiziert:

https://www.ecb.europa.eu/stats/ecb_surveys/bank_lending_survey/html-

/index.en.html

Rückfragehinweis:

Oesterreichische Nationalbank

Pressesprecherin

Mag.a Marlies Schroeder, MiM

Telefon: (+43-1) 404 20-6900

E-Mail: marlies.schroeder@oenb.at

Website: https://www.oenb.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/156/aom

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