Autonomes Fahren

BYD erhöht den Druck auf NASDAQ-Titel Tesla: BYD investiert zweistelligen Milliardenbetrag in Smart Car-Technology

04.02.24 14:49 Uhr

BYD erhöht den Druck auf NASDAQ-Titel Tesla: BYD investiert zweistelligen Milliardenbetrag in Smart Car-Technology | finanzen.net

Die Ambitionen des Tesla-Konkurrenten BYD sind bekanntlich groß. Der chinesische Elektroautohersteller möchte den Musk-Konzern technisch nicht nur einholen, sondern langfristig überholen. Eine kürzlich angekündigte Milliarden-Investition in die Smart Car-Technologie ist als Schritt in diese Richtung zu werten.

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• BYD will 14 Milliarden US-Dollar in Smart Car-Technologie investieren
• Schwerpunkt: Autonomes Fahren und Fahrerassistenzsysteme
• Erste Autopilot-Programme bereits in hochklassigen BYD-Wagen integriert

BYD, der 2003 gegründete chinesische Elektroautohersteller mit Sitz in Shenzhen, ist weltweit in aller Munde. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres überholte BYD in puncto Auto-Auslieferungen erstmals den langjährigen Rivalen Tesla. Während BYD zwischen Oktober und Dezember 2023 insgesamt 525.409 Elektroautos auslieferte, belief sich diese wichtige Kennziffer beim Musk-Konzern nur auf 484.507 Wagen.

2024 schickt sich BYD an, Tesla auch auf Jahressicht als globalen E-Auto-Marktführer abzulösen. Dafür setzt der chinesische Autokonzern auf eine offensive Expansionsstrategie. Unter anderem wurde kürzlich der Bau der ersten europäischen BYD-Produktionsstätte in Ungarn angekündigt, zudem eröffneten jüngst auch in Deutschland die ersten BYD-Autohäuser. Nun wurde ein weiterer Meilenstein bekannt.

BYD gibt bekannt: 14 Millionen US-Dollar für ASAD

So erregte die Meldung, dass BYD insgesamt 14 Milliarden US-Dollar in die Smart Car-Technology investieren will, in der Elektroauto-Branche große Aufmerksamkeit. Ein Schwerpunkt soll hierbei auf Innovationen rund um die Software für autonomes Fahren und Fahrerassistenzsysteme gelegt werden. BYD verkündete dieses milliardenschwere Investitionsprogramm anlässlich des "Dream Day 2024" in seiner globalen Zentrale in Shenzhen.

Bei dem Event verriet Chinas führender Autohersteller außerdem Details hinsichtlich seiner künftigen Strategie der integrierten Fahrzeugintelligenz. In diesem Rahmen stellte BYD seine sogenannte "XUANJI"-Architektur für intelligente New Energy Vehicle (NEV) - also Fahrzeuge mit alternativen Antriebstechniken - vor. Ziel dieser Strategie ist es "Automotive News" zufolge, die fortschrittlichen Fahrerassistenzsysteme (engl. Advanced Driver Assistance Systems, abgekürzt ADAS) zu verbessern, die für BYD sowohl auf dem chinesischen als auch auf dem globalen Markt zu einem wichtigen Verkaufsargument werden.

Der Gründer und CEO von BYD, Wang Chuanfu, ist von der hohen Bedeutung der ADAS überzeugt: "Integrierte Fahrzeugintelligenz wird die künftige Richtung der Fahrzeugintelligenz vorgeben und so die Transformation der Automobilindustrie beschleunigen", zitiert "Teslarati" aus Chuanfus Rede, die er beim "Dream Day" in Shenzhen hielt.

BYD setzt auf KI

Die kommenden intelligenten neuen Energiefahrzeuge von BYD werden von der XUANJI-Architektur angetrieben, die als zentrale Intelligenz und neuronales Netzwerk dient. Außerdem stellte BYD das XUANJI AI Large Model vor, eine multimodale künstliche Intelligenz (KI) für Fahrzeuge. BYD wird darüber hinaus das Programm "Navigate on Autopilot" einführen, ein fortschrittliches Fahrerassistenzsystem, das es dem Fahrer ermöglicht, sich in bestimmten Situationen vom Lenkrad und den Pedalen zu lösen. Aus Sicherheitsgründen verlangt das "Navigate on Autopilot" von BYD jedoch, dass der Fahrer des Autos das Lenkrad mindestens alle 15 Sekunden einmal berührt.

Schritt für Schritt sollen die ADAS-Programme in die BYD-Autos integriert werden. Bereits enthalten ist es im hochpreisigen BYD-Modell Denza N7 EV. Demnächst soll das "Navigate on Autopilot" auch in BYDs Smart New Energy Vehicles mit einem Preis von über 300.000 Chinesischen Yuan (entspricht knapp 39.000 Euro) angeboten werden. Zudem kann die ADAS-Software bei allen BYD-Smart-Fahrzeugen, die mindestens 200.000 Chinesische Yuan (etwa 26.000 Euro) kosten, schon als Extra hinzugekauft werden.

BYD rüstet auf - Analysten dennoch skeptisch

BYD macht also mit seiner Smart Car-Offensive ernst. Der chinesische Elektroautohersteller sieht in der KI-Software auch innerhalb der Automobilbranche einen neuen Megatrend und rüstet entsprechend auf. Dadurch erhöht BYD den Druck auf den ärgsten Konkurrenten Tesla, dessen Full-Self-Driving (FSD)-Technology schon seit Jahren regelmäßig Probleme bereitet.

BYD scheint folglich gut für die nähere Zukunft gerüstet zu sein und könnte sein Wachstum weiter ankurbeln. Zuletzt ging es mit dem Gewinn deutlich bergauf, im dritten Quartal des abgelaufenen Jahres feierte BYD denn auch einen neuen Rekordgewinn von 10,41 Milliarden chinesischen Yuan (circa 1,35 Milliarden Euro).

Nichtsdestotrotz übten sich die Analysten zuletzt in Zurückhaltung: Laut einigen Experten wackele das Wachstumsprofil des chinesischen Tesla-Kontrahenten. Beispielsweise rechnen die Morgan Stanley-Fachleute 2024 für BYD mit viel Gegenwind: "Angesichts des anspruchsvollen Branchenwettbewerbs auf dem Weg ins Jahr 2024 muss BYD seine Modellpalette auffrischen oder wettbewerbsfähigere Modelle auf den Markt bringen", monierten die Analysten laut "Bloomberg".

Auch am Erfolg der smarten Autos von BYD zweifeln einige Experten. So sieht unter anderem der UOB-Analyst Kay Hian in der unter Führung von Huawei entstehenden Allianz für intelligente vernetzte Fahrzeuge eine bärenstarke Konkurrenz für BYD. Ob sich der chinesische E-Auto-Branchenprimus mittels der Milliardeninvestitionen in dem umkämpften Smart Car-Segment langfristig wird durchsetzen können, steht somit keineswegs fest.

Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: Philip Lange / Shutterstock.com, Robert Way / Shutterstock.com

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