Charttechnik: DAX - Hängende Schulter bereitet Kopfzerbrechen
DAX von Karen Szola, Technische Analystin Euro am Sonntag
Diagnose: Nach einer schwachen Eröffnung stieg der DAX gestern überraschend stark, angeschoben von der weiteren Niedrigzinspolitik in den USA und einer festen Wall Street.
Nachdem am Vormittag der Widerstand bei 4730 Punkten fiel, tendierte der Dax über Mittag eher seitwärts und kämpfte mit der Marke bei 4750 Punkten. Aufgrund des freundlichen Auftakts der US-Börsen
wurde der Aufwärtstrend dann verstärkt und die Widerstände bei 4750 und 4775/4800 Punkte konnten mühelos überwunden werden. Die am Montag getätigte Prognose, dass der DAX kurzfristig in Richtung 4800 Punkte marschieren dürfte hat sich somit (mehr als) bewahrheitet. Zum Handelsende stand der DAX
bei 4836 Punkten und schloss damit sehr komfortabel im Plus. Die schon mehrfach beschriebene Unterstützung bei 4653 Punkten erwies kurz nach Handelseröffnung als tragfähig.
Dax: 6-Monats-Chart.
Prognose: Am heutigen Donnerstag hat der DAX schwächer eröffnet. Auch wenn sich der Index im Laufe des Tages wieder erholen sollte, ist das weitere Aufwärtspotenzial durch die bei 4879 und 4885 Punkten verlaufenden Widerstände begrenzt. Im Anschluss daran verlaufen bei 4950/4980 sehr markante Widerstandszonen.
Das aktuelle Szenario weist aber eher auf einen kurzfristig schwächeren DAX hin. Zuletzt hat sich eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation herausgebildet. Schlecht dabei ist vor allem die verkümmerte rechte Schulter. Dies deutet klar auf eine nachlassende Kraft der Bullen hin. Vorerst entscheidend ist nun, dass die Marke bei 4750 Punkten hält. Fällt der DAX darunter ist es im Anschluss sehr wichtig, dass die Marke bei 4653 Punkten den Abwärtstrend stoppt. Grund: Es ist davon auszugehen, dass bei 4600 Punkten viele Stopp-Loss-Order im Markt liegen. Rutscht der DAX unter dieses Niveau wird es deshalb zu schnellen weiteren Kursverlusten in Richtung 4520 Punkten kommen.
Analyse-Datum: Donnerstag, 25. Juni 2009
(Die Analyse wurde stellvertretend für Frau Szola heute von Joachim Spiering erstellt.)

