Eigene E-Commerce-Plattform

Marktführerschaft bedroht? Warum FedEx nun Amazon gefährlich werden könnte

29.01.24 20:37 Uhr

Marktführerschaft bedroht? Warum FedEx nun Amazon gefährlich werden könnte | finanzen.net

Der E-Handelsriese Amazon hat sich eine beeindruckende marktführende Stellung aufgebaut, mit der es nur sehr wenige Konkurrenten aufnehmen können. Das könnte sich nun ändern, denn FedEx schreitet mit einer eigenen E-Commerce-Plattform voran.

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• FedEx kündigt eigene E-Commerce-Plattform für Geschäfte an
• Kein eigener Marktplatz geplant
• Konkurrenz zu Amazon durch bereits etablierte Lieferinfrastruktur



FedEx will es mit Amazon aufnehmen. So kündigte der Paketzusteller aus den USA kürzlich an, eine eigene E-Commerce-Plattform aufbauen zu wollen. Die digitale Plattform trägt den Namen "fdx" und bietet End-to-End-Lösungen für den elektronischen Handel an, heißt es in der zugehörigen Mitteilung.

fdx - Plattform für Geschäfte

Dabei soll die neue datengesteuerte Plattform die ganze Bandbreite an Bedürfnissen abdecken, die bei Online-Geschäften bei der "Customer Journey" abgedeckt werden müssen. Dabei ist fdx lediglich für Geschäfte gedacht, nicht für Endverbraucher. Zudem strebt das Unternehmen auch nicht danach, ein Marktplatz-Geschäft aufzubauen, es gehe lediglich darum, Kunden die Möglichkeit zu geben, die Kundenexperience stets im Auge zu behalten, erklärt FedEx Global Relations Managerin Christina Meek in einer E-Mail an The Verge. Konkret soll es für den Online-Handel somit einfacher werden, neue Kunden zu gewinnen, die Konversionsrate zu erhöhen, das Fulfillment zu optimieren und Rücksendungen effektiver zu gestalten. FedEx will dabei für Unternehmen jeder Größe zur Verfügung stehen, wie es auf der Webseite heißt.

Für FedEx-CEO Raj Subramaniam stellt die Präsentation der fdx-Plattform einen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte des Paketlieferanten dar: "FedEx wandelt sich zu einem digital gesteuerten Unternehmen, das sich auf unser umfangreiches physisches Transportnetzwerk stützt. Dabei nutzen wir unsere Größe und die Erkenntnisse aus der Beförderung von 15 Millionen Paketen pro Tag. Mit fdx werden wir unsere langjährigen Beziehungen zu Händlern aller Größen ausbauen, um ihnen zu helfen, ihr Geschäft durch digitale Informationen zu optimieren und zu vergrößern."

Noch steht fdx jedoch lediglich als Pilotprogramm interessierten Händlern zur Verfügung, die sich über die FedEx-Webseite dafür registrieren können. Der offizielle Launch von fdx ist für den Herbst 2024 anberaumt. Ein konkretes Datum wurde jedoch noch nicht angekündigt.

Insgesamt soll die Plattform die gesamte Angebotspalette von FedEx für Händler an einem Ort vereinen. Neben den bereits genannten Vorteilen soll fdx Händlern auch dabei helfen, die Lieferungen in nahezu Echtzeit verfolgen zu können und Informationen zu den verursachten Kohlenstoffemissionen zu erhalten.

Konkurrenz zu Amazon

Mit diesem Schritt versucht sich FedEx ein Stück vom E-Commerce-Geschäft von Amazon zurückzuerobern. Dass sich zwischen den beiden US-Konzernen eine Rivalität anbahnt, deutete sich schon an, als Amazon begann, einen eigenen Lieferdienst aufzubauen, um die Auslieferinfrastruktur seiner Produkte in die eigenen Hände zu nehmen. Und so ließ FedEx schon 2019 die Verträge mit dem Online-Versandhaus zur Auslieferung von Amazon-Produkten auslaufen. Amazon reagierte mit einem Verbot für Drittanbieter, FedEx als Lieferdienst bei Prime-Auslieferungen während der Feiertage zu nutzen, was zum damaligen Zeitpunkt mit einer sich verschlechternden Performance begründet wurde. Nur einen Monat später wurde die Regelung jedoch wieder gekippt.

Im Jahr 2020 übernahm FedEx dann den Online-Handelsmarktplatz ShopRunner, ohne zum damaligen Zeitpunkt genauer zu spezifizieren zu welchem Zweck die Übernahme genau angestrebt worden sei. Nun profitiert FedEx bei seiner neuen E-Commerce-Plattform von der Technologie und dem Knowhow ShopRunners.

Wie Daniel Kline von TheStreet argumentiert, sei es für andere Unternehmen sehr schwierig in Konkurrenz mit dem Platzhirsch Amazon zu treten, da das Online-Versandhaus sich über Jahre eine derart große Infrastruktur aufgebaut habe, die man nur mit einem Milliarden-Aufwand kopieren könne. Kein neuer Wettbewerber könne neu anfangen und das aufbauen, was Amazon bereits erreicht hätte, so groß sei das Netzwerk aus Distributionszentren, Warenhäusern und die Auslieferungsflotte des E-Commerce-Riesen.

Die einzigen Mitbewerber, die eine Chance hätten, Amazon noch einzuholen, seien Unternehmen, die selbst bereits über ein gigantisches Infrastrukturnetzwerk verfügten, wie beispielweise der US-Einzelhandelsgigant Walmart, der oft als ärgster Konkurrent Amazons genannt wird. Dies scheint auch FedEx erkannt zu haben und heftet sich dementsprechend nun an die Fersen Amazons. Es bleibt nur abzuwarten, ob der Paketzusteller damit auch längerfristig Erfolg haben wird.

Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: ricochet64 / Shutterstock.com, Laszlo Halasi / Shutterstock.com

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30.07.2018Amazon neutralJMP Securities LLC
13.06.2018Amazon HoldMorningstar
02.05.2018Amazon HoldMorningstar
02.02.2018Amazon neutralJMP Securities LLC
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11.04.2017Whole Foods Market SellStandpoint Research
23.03.2017Whole Foods Market SellUBS AG
14.08.2015Whole Foods Market SellPivotal Research Group
04.02.2009Amazon.com sellStanford Financial Group, Inc.
26.11.2008Amazon.com ErsteinschätzungStanford Financial Group, Inc.

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