Entspannung

Inflation in Deutschland fällt zum Jahresende merklich - Jahresrate unverändert

06.01.26 14:26 Uhr

Trendwende bei den Preisen? HVPI-Inflation ging im Dezember spürbar zurück | finanzen.net

Der Inflationsdruck in Deutschland hat im Dezember weitaus deutlicher als erwartet abgenommen.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, stieg der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent und lag nur noch um 2,0 (November: 2,6) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen monatlichen Preisanstieg um 0,5 Prozent und eine Jahresteuerungsrate von 2,4 Prozent prognostiziert.

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Der nationale deutsche Verbraucherpreisindex stagnierte auf Monatssicht und stieg auf Jahressicht um 1,8 (2,3) Prozent. Erwartet worden waren ein monatlicher Preisanstieg um 0,2 Prozent und eine Jahresteuerung von 2,0 Prozent.

Die Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, auch als Kerninflation bezeichnet, sank auf 2,4 (2,7) Prozent. Die Warenpreise erhöhten sich mit einer Jahresrate von 0,4 (1,1) Prozent, wobei die Energiepreise um 1,3 (minus 0,1) Prozent sanken. Nahrungsmittel kosteten 0,8 (1,2) mehr als vor Jahresfrist, Dienstleistungen verteuerten sich wie im November um 3,5 Prozent.

Inflation im Gesamtjahr 2025 bei 2,2 Prozent

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Schnitt des Jahres 2025 um 2,2 Prozent gestiegen. Damit lag die Inflationsrate auf dem gleichen Niveau wie 2024, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte.

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Inflationsrate dürfte 2026 über zwei Prozent bleiben

Im neuen Jahr erwarten Ökonomen wenig Entspannung bei den Verbraucherpreisen - auch wenn eine erneute große Teuerungswelle als unwahrscheinlich gilt. Für höhere Preise sorgen vor allem teurere Dienstleistungen, zu denen Autoversicherungen, Pauschalreisen sowie Friseur- und Restaurantbesuche zählen.

Volkswirte erwarten, dass die Inflationsrate 2026 über der Marke von 2 Prozent bleibt. Mit rasant steigenden Preisen wie 2022 und 2023 nach dem russischen Überfall auf die Ukraine rechnet aber kein Experte. Nach Prognose des ifo-Instituts dürfte die Teuerungsrate bei 2,2 Prozent in diesem Jahr und bei 2,3 Prozent 2027 liegen.

Höhere Teuerungsraten schmälern die Kaufkraft von Verbrauchern. Ihr finanzieller Spielraum schrumpft, Einkommenszuwächse werden von der Inflation aufgezehrt.

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Große Bedeutung für die EZB

Die Inflationsrate in Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Eurozone, hat für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) besondere Bedeutung. Sie peilt mittelfristig eine Inflationsrate von 2,0 Prozent für den Euroraum an. Bei einer solchen Teuerung sieht die EZB ihre wichtigste Aufgabe erfüllt, für stabile Preise zu sorgen.

Das Statistische Bundesamt berechnet jeden Monat, wie sich Preise für Verbraucher entwickelt haben. Dazu notieren die Statistiker in Geschäften, was Obst und Gemüse, Schuhe oder Möbel kosten. Wie hoch ist die Wohnungsmiete, was kostet Sprit an der Tankstelle? Tausende Einzelpreise von Waren und Dienstleistungen werden repräsentativ nach dem stets gleichen Schema erfasst. Ein Teil der Preise wird auch im Internet erhoben.

DOW JONES / dpa-AFX

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