finanzen.net
01.04.2019 01:00
Bewerten
(0)

Batterienhersteller: Diese Aktien sind voller Energie

Euro am Sonntag-Aktien-Tipps: Batterienhersteller: Diese Aktien sind voller Energie | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Aktien-Tipps
DRUCKEN
Noch liegt Asien bei der Zellenherstellung meilenweit vor Europa. Einige Unternehmen aber nehmen die Verfolgung auf.
€uro am Sonntag
von Florian Westermann, Euro am Sonntag


Der Elektroautopionier Tesla hat es mit dem Model 3 vorgemacht, Porsche macht es nach: Obwohl der Elektrosportwagen Taycan erst Ende des ­Jahres offiziell vorgestellt wird, haben die Stuttgarter bereits mehr als 20.000 "ernsthafte Kaufinteressenten". Die Nachfrage ist so groß, dass der Autobauer offensichtlich erwägt, die Jahreskapazität auf 40.000 Fahrzeuge zu verdoppeln.


Die Analysten von Strategy Analytics rechnen in den nächsten Jahren mit einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach Hybrid- und Elektroautos. 2025, so die konservative Prognose, würden 27 Millionen elektrifizierte Fahrzeuge hergestellt. Das entspräche etwa einem Viertel der globalen Autoproduktion. Rund sieben Millionen davon sollen rein elektrisch betrieben werden.

Mit dem prognostizierten Siegeszug der Elektromobilität geht einher, dass die Nachfrage nach Batterien enorm steigt. Bis 2050 verzehnfacht sich das Markt­volumen für Batterien, die in elektrisch angetriebenen Fahrzeugen und zugehörigen Stromspeichern zum Einsatz kommen, laut einer Studie der Analysten von Sanford C. Bernstein auf 500 Milliarden Dollar. Davon profitieren nicht nur die Hersteller von Batteriezellen, dem Herzstück jeder Batterie, sondern auch Zulieferer wie der belgische Materialtechno­logie- und Recyclingkonzern ­Umicore, der dank der wachsenden Nachfrage von Rekordjahr zu Rekordjahr eilt.

Hohe Investitionen

Obwohl die Batterie bis zu 40 Prozent der Wertschöpfung beim Elektroauto ausmacht, scheuen westliche Unternehmen davor zurück, in die Produktion von Batteriezellen zu ­investieren. Den Markt domi­nieren Hersteller aus Asien, die zunehmend auch in Europa Fuß fassen. Samsung SDI etwa, die Batterietochter des koreanischen IT-Riesen Samsung, wagte unlängst den Sprung nach Europa und baute bei Buda­pest eine ehemalige Fernseherfabrik zum Akkuwerk um.

Der chinesische Weltmarktführer Contemporary Amperex Technology (CATL), der im vergangenen Jahr ein fulminantes Börsendebüt feierte (in Deutschland ist die Aktie nicht handelbar), will in Erfurt eine der größten Batteriezellenfabriken der Welt aus dem Boden stampfen.

Als Abnehmer haben die Asiaten die europäischen Autokonzerne im Blick. BMW, Daimler, Volkswagen und Co kaufen fertige Zellen aus Asien und bauen daraus Batteriepakete für ihre E-Modelle. Anfang März etwa gab Daimler bekannt, langfristige Lieferverträge für Batteriezellen im Wert von 20 Milliarden Euro abgeschlossen zu haben. Das spart zwar Investitionskosten, aber die Autobauer geraten damit in eine existenzielle Abhängigkeit von asiatischen Konzernen, die Preise und Verfügbarkeiten kontrollieren können.

Für die chinesische Regierung ist die Marktführerschaft im Zukunftsmarkt Elektromo­bilität hingegen nicht nur von wirtschaftlicher, sondern auch von strategischer Bedeutung. Peking treibt die Elektrifizierung der Individualmobilität unnachgiebig voran. 2030 sollen in dem Riesenreich - wie auch in vielen Ländern Europas - keine reinen Verbrenner mehr zugelassen werden. China ist auf einem guten Weg, die Marschrichtung vorzugeben.

Mit dem Autokonzern BYD kommt der führende Elektro­autobauer schon heute aus der Volksrepublik. BYD baut nicht nur Elektroautos, sondern unterhält als einziger Autobauer in China auch eine eigene Zellproduktion und kontrolliert damit die gesamte Wertschöpfungskette. Für Fantasie sorgt insbesondere der mögliche Börsengang des Batteriegeschäfts. Der Konzern visiert dafür das Jahr 2022 an, erklärte BYD-Gründer Wang Chuanfu gegenüber dem Nachrichtendienst Bloomberg.

Europa wagt sich vor

Auch Tesla-Chef Elon Musk setzt auf die vollständige Kon­trolle der Wertschöpfungskette. Die Batteriezellen bauen die ­Kalifornier in Kooperation mit dem japanischen Elektronik­riesen Panasonic in ihrer sogenannten Gigafactory im US-Bundesstaat Nevada. Weitere Produktionsstandorte sind in Planung beziehungsweise im Bau.

Trotz der finanziellen Hürden wollen die Europäer das Feld nicht ganz den Asiaten überlassen. Siemens etwa stieg beim schwedischen Batterie-Start-up Northvolt ein. Die von zwei ehemaligen Tesla-Managern gegründete Firma will in der Nähe von Stockholm für vier Milliarden Euro Europas größte Fabrik für Lithium-Ionen-Zellen bauen. Mit zehn Millionen Euro Investitionssumme ist der Beitrag von Siemens allerdings bescheiden.

Die Bundesregierung hat zum Aufbau einer deutschen Zellproduktion eine Anschubfinanzierung von einer Milliarde Euro in Aussicht gestellt. Ziel ist, im Jahr 2030 rund 30 Prozent aller weltweit benötigten Batteriezellen in Europa zu fertigen.

Zu den Bewerbern der Fördergelder gehört der Batteriehersteller Varta. Deutschlands einziges Unternehmen mit Erfahrung in der Massenproduktion von Batteriezellen konzentriert sich bisher auf das boomende Geschäft mit Hörgerätebatterien (hier ist Varta Weltmarktführer) und Mikrobatterien für tragbare Geräte wie kabellose Kopfhörer. Ein Geschäft mit Batteriezellen für Elektroautos verspricht reichlich Fantasie.

VW bemüht sich ebenfalls um Fördergelder für den Aufbau ­einer Lithium-Ionen-Zellfertigung. Die Wolfsburger setzen zudem auf die Feststoffzellen- Batterie, die Lithium-Ionen-Batterien in vielen Belangen wie der Energiedichte und der Sicherheit überlegen ist. Im vergangenen Jahr investierte der Konzern 100 Millionen Euro in das Start-up Quantum Scape, laut VW führend bei der Entwicklung der neuen Energiespeicher. Noch ist viel Grund­lagenforschung nötig. Gelingt aber der Durchbruch, werden die Karten neu gemischt.

Investor-Info

Samsung SDI
Wachstumsriese

Der südkoreanische Batteriehersteller ist auf Wachstumskurs und einer der größten Profiteure im erwarteten E-Auto- Boom. Im laufenden Jahr rechnen Analysten mit einem Umsatzanstieg um neun Prozent auf umgerechnet 8,5 Milliarden Euro. Der bereinigte Nettogewinn soll um knapp 40 Prozent auf 742 Millionen Euro zulegen. 2020 rechnen Analysten mit Erlösen von gut zehn Milliarden Euro und einem Gewinnanstieg auf 950 Millionen Euro. Günstig bewertet.

Varta
Viel Fantasie

Deutschlands einziger Massenhersteller von Batteriezellen dürfte weiter kräftig bei Umsatz und Gewinn zulegen. Für 2019 rechnen Analysten mit einem Umsatzanstieg um 14 Prozent auf 311 Millionen Euro. Der bereinigte Nettogewinn soll 33 Millionen Euro erreichen, ein Plus von gut einem Fünftel. Für 2020 rechnen Analysten mit Erlösen von 354 Millionen Euro und einem Nettogewinn von knapp 40 Millionen Euro. Wegen der hohen Bewertung für risikofreudige Anleger.

Umicore
Im Umbruch

2019 soll der Umsatz des Materialtechnik- und Recyclingkonzerns um 13 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro wachsen. Der bereinigte Nettogewinn soll um geschätzte 15 Prozent auf 377 Millionen Euro zulegen. Für 2020 werden Erlöse von 4,3 Milliarden Euro und 468 Millionen Gewinn erwartet. Treiber ist das Geschäft mit Material für Batterien, das 2020 rund 40 Prozent und 2025 circa 60 Prozent zum Gewinn beitragen soll. Moderat bewertet.






___________________________

Bildquellen: Vontobel, serdarcan/iStock
Anzeige

Nachrichten zu Daimler AG

  • Relevant
    +
  • Alle
    +
  • vom Unternehmen
    1
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Daimler AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
13:46 UhrDaimler HaltenIndependent Research GmbH
13:41 UhrDaimler HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
13:06 UhrDaimler HoldWarburg Research
08:46 UhrDaimler overweightJP Morgan Chase & Co.
21.06.2019Daimler market-performBernstein Research
08:46 UhrDaimler overweightJP Morgan Chase & Co.
18.06.2019Daimler buyDeutsche Bank AG
17.06.2019Daimler overweightJP Morgan Chase & Co.
12.06.2019Daimler overweightMorgan Stanley
04.06.2019Daimler OutperformRBC Capital Markets
13:46 UhrDaimler HaltenIndependent Research GmbH
13:41 UhrDaimler HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
13:06 UhrDaimler HoldWarburg Research
21.06.2019Daimler market-performBernstein Research
04.06.2019Daimler HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
30.04.2019Daimler VerkaufenDZ BANK
21.03.2019Daimler ReduceHSBC
18.02.2019Daimler SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
15.01.2019Daimler UnderweightBarclays Capital
07.12.2018Daimler VerkaufenDZ BANK

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Daimler AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX schließt tiefer -- Dow schließt kaum verändert -- Trump kritisiert Fed erneut -- Daimler-Aktie: Gewinnwarnung -- Lufthansa mit neuer Dividendenpolitik -- Dürr, METRO, MorphoSys, VW im Fokus

Bristol-Myers kämpft um grünes Licht für Celgene-Übernahme. Porsche ruft fast 100.000 Autos in USA zurück. Apple wehrt sich vor EU-Kommission gegen Spotify-Vorwürfe. RWE-Aktie nach HSBC-Abstufung unter Druck. Bitcoin hält sich in Sichtweite zu 11.000 US-Dollar. Trump kündigt neue Sanktionen gegen den Iran an.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Promis
Diese Sternchen haben ihren eigenen Aktien-Index
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Die Änderungen unter den Top-Positionen
Die erfolgreichsten Kinofilme der letzten 25 Jahre
Welche Titel knackten die Milliardenmarke an den Kinokassen?
In diesen Berufen bekommt man das niedrigste Gehalt
Welche Branchen man besser meiden sollte.
DIe innovativsten Unternehmen
Diese Unternehmen sind am fortschrittlichsten
mehr Top Rankings

Umfrage

Die USA suchen Verbündete gegen den Iran. Sollte sich Deutschland einer solchen Allianz anschließen?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
NEL ASAA0B733
Barrick Gold Corp.870450
TeslaA1CX3T
Amazon906866
Microsoft Corp.870747
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Infineon AG623100
Apple Inc.865985
Lufthansa AG823212
CommerzbankCBK100
BayerBAY001
Beyond MeatA2N7XQ