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25.07.2018 01:00

Rüstungsaktien: Das sind die Profiteure

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Die Militärausgaben weltweit steigen. Vor allem die Europäer müssen investieren - und zusammenarbeiten.
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von Peer Leugermann, Euro am Sonntag

Es ist zynisch, doch aus Sicht der Rüstungsbranche trafen sich Mitte Juli zwei ihrer besten Verkäufer in Helsinki. Der amerikanische Präsident Donald Trump und der russische Staatschef Wladimir Putin kamen in der finnischen Hauptstadt zu Gesprächen zusammen. Streit zwischen den Supermächten gäbe es genug: Putin annektierte 2014 die Krim, versuchte laut US-Geheimdiensten die amerikanische Präsidentschaftswahl zu manipulieren und unterstützt im syrischen Bürgerkrieg Diktator Baschar al-Assad.


Seit der russischen Besetzung der ukrainischen Halbinsel vor vier Jahren wird das Land erneut als Bedrohung wahrgenommen. Konflikte nach altem Ost-West-Muster zählen nun wieder zur Realität. Gleichzeitig musste die NATO erkennen, ihre Verbündeten nach Jahrzehnten des Sparens kaum schützen zu können. Konkrete Lösungsansätze für die Konflikte in Syrien und in der Ukraine blieben in Helsinki jedoch aus.


Doch nicht nur das Risiko Russland, auch Trump wird die Wehretats der Europäer künftig wohl steigen lassen. Diese sollen laut Selbstverpflichtung des transatlantischen Verteidigungsbündnisses bei zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen. Doch diesen Zielwert erreichten 2017 nur vier der 29 Mitgliedsländer. Auf dem ­NATO-Gipfel in Brüssel ver­gangene Woche verlangte der oberste Befehlshaber der US-­Armee, die Quote kurzfristig zu ­erfüllen. Andernfalls werde Amerika "sein eigenes Ding" machen.

Auf Europa kommt mehr zu

Beobachter werten die Aussage als Austrittsdrohung. "Trump schätzt die transatlantische Ordnungsstruktur nicht, sondern ist bereit, diese kaputtzuschießen", urteilt Claudia Major. Für die Sicherheitsexpertin der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) ist klar, dass "auf uns Europäer in Sachen Verteidigung deutlich mehr zukommt. Das ist eine Riesenaufgabe, denn wir sind von den Amerikanern abhängig". Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel scheint eine stärkere europäische Verteidigung für nötig zu halten. Daher müsse man "über Möglichkeiten reden", mehr in die Ausrüstung der Bundeswehr zu stecken, so die Kanzlerin nach dem NATO-Gipfel.

Dabei wachsen die Wehrausgaben bereits. Nach 38,9 Milliarden Euro in diesem Jahr soll der deutsche Verteidigungshaushalt 2019 auf 42,9 Milliarden steigen und bis 2024 etwa 60 Milliarden Euro erreichen. Selbst dann würde Deutschland erst rund 1,5 Prozent seines BIP in das eigene Militär stecken. Auch insgesamt dürften die Wehrausgaben im Transatlantikpakt weiter zunehmen. Laut NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sehen die Budgetzusagen Kanadas und der europäischen Verbündeten vor, die Rüstungsausgaben bis 2024 um 266 Milliarden Dollar zu erhöhen.

Aber nicht nur Europa rüstet auf, weltweit investieren viele Länder wieder mehr in ihre Streitkräfte. In der Vergangenheit waren es China, der Nahe Osten sowie Indien, die ihre Armeen mit immer mehr Geld vergrößerten. Sie tun dies unverändert. In Westeuro­pa, aber auch in den USA sanken die Militärausgaben hingegen.

Doch ab dem kommenden Jahr wollen die USA wieder mehr ins Militär investieren. 2019 werden den Streitkräften der Vereinigten Staaten 675 Milliarden Dollar zur Verfügung stehen. Ein Plus von rund zehn Prozent. Für die Folgejahre sieht der Budgetvorschlag bis 2023 Ausgabenerhöhungen auf dann 742 Milliarden Dollar vor.

Noch unter der Regierung Obama klagten die US-Militärs, dass die Mittel für eine Modernisierung der Truppen nicht reichten. Nun stellte Verteidigungsminister James Mattis zufrieden fest, das neue Finanzpolster sei ausreichend, um die weltweite "Überlegenheit des US-Militärs" sicherzustellen.

Lufthoheit für die USA

Eine der bedeutendsten Rollen kommt dabei dem Kampfjet F-35 zu. Der Tarnkappenflieger soll die Lufthoheit der U.S. Air Force trotz immer weiter reichenden Lenkwaffen und Warnsystemen garantieren. Kürzlich einigte sich das Pentagon mit dem Hauptproduzenten Lockheed Martin über die Lieferkondition für die nächste Tranche. Demnach wird der größte Rüstungskonzern der Welt in der kommenden Blockbestellung 141 F-35 für etwas über zwölf Milliarden Dollar liefern. Großorders sollen dem Pentagon helfen, die Kosten zu drücken. Nachdem die Kampf­flieger zu Produktionsbeginn noch 122 Millionen das Stück kosteten, sank der Preis nun auf 89 Millionen Dollar.

Doch die US-Militärs ordern nicht nur Jets, sämtliche Waffengattungen sollen modernisiert werden. Auf der Einkaufsliste stehen U-Boote, Kriegsschiffe, Panzer, Munition und Raketen. Von Letzteren profitiert insbesondere Raytheon. Der Konzern ist bekannt für den Raketenabwehrschirm Patriot. Raytheon stattet überdies auch die F-35 mit Lenkwaffen aus.

Kooperationen als Ausweg

Skaleneffekte wie bei der F-35 dürften sich auch europäische Militärs von ihren Waffenlieferanten wünschen. Denn fahren die USA ihr NATO-Engagement tatsächlich zurück, können selbst die wachsenden Wehr­etats die Lücke kaum schließen.

Deutlich wird das an der Bundeswehr. Aus Sicht der Truppe reicht die beschlossene Budget­erhöhung gerade aus, um die Folgen der jahrelangen Mangelwirtschaft zu beheben. Soll die Bundeswehr die steigenden ­Anforderungen etwa bei der schnellen NATO-Eingreiftruppe erfüllen, sind weitere Milliarden nötig. Gerade in Deutschland aber sind steigende Militärausgaben politisch umstritten.

Um ihre Streitkräfte dennoch fit für die kommenden Aufgaben zu machen, wollen europäische Verteidigungspolitiker beim Waffenkauf sparen. Dazu vereinbarten etwa Deutschland und Frankreich vergangenen Sommer eine Reihe von Ko­operationen. Vom europäischen Kampfpanzer bis zum Nachfolger des Eurofighters wollen die Staaten viele Waffen gemeinsam entwickeln. Die gebündelte Entwicklung und Beschaffung soll beim Einkauf sparen helfen, aber auch Wartung und Betrieb günstiger machen.

Seither hofft die Industrie auf neue Milliardenaufträge. Laut Armin Papperger, Vorstandschef von Rheinmetall, wäre allein ein neuer europäischer Kampfpanzer ein 30 bis 40 Milliarden Euro schweres Rüstungsprojekt. Allerdings müsste die Bundesregierung mit ihren restriktiven Ausfuhrgenehmigungen dem Export der neuen Waffen zustimmen. Denn auch Gemeinschaftsentwicklungen rechnen sich ohne Verkauf auf dem Weltmarkt laut Rüstungsbranche nicht. Angesichts der aktuellen politischen Lage schätzen Beobachter die Chance auf eine Einigung aber deutlich höher ein als bisher.

Rheinmetall hingegen muss für gute Geschäfte nicht auf eine Lösung warten. Angesichts des Nachholbedarfs vieler Streitkräfte sieht Vorstandschef ­Papperger für die Verteidigungssparte des Konzerns gro­ße Chancen - "in Deutschland wie auch international".

Investor-Info

Rheinmetall
Volle Auftragsbücher

Im ersten Quartal schwächelte das Rüstungsgeschäft wegen Lieferengpässen. Doch die Nachfrage ist hoch. Mit 875 Millionen Euro wurde der Auftragseingang in der Verteidigungssparte mehr als verdoppelt. Das Automobilgeschäft legte zwar zu, Handelszölle und steigende Abgasnormen verschlechtern hier aber den Ausblick. Dennoch bestätigte der Konzern seine Jahresziele. Der Kursrücksetzer scheint übertrieben, die langfristige Perspektive stimmt.

Raytheon
Budget aufgestockt

Raytheon dürfte weiter von der amerikanischen wie globalen Aufrüstung profitieren. Der Exportanteil liegt bei einem Drittel der Umsätze und ist höher als bei vielen anderen US-Firmen. Gleichzeitig wurde der US-Verteidigungshaushalt 2019 für Raketen und Munition um ein Viertel aufgestockt. Zahlen gibt es am 26. Juli. Die Aktie ist nicht günstig, ­bietet aber gute Perspektiven. Spekulativ.



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Bildquellen: Boeing

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