28.07.2022 00:01

Apple-Aktie, LVMH-Aktie, Nestlé-Aktie & Co: Mit Stärke durch die Krise - 10 Gewinner-Titel mit hervorragenden Bilanzen

Euro am Sonntag-Analyse: Apple-Aktie, LVMH-Aktie, Nestlé-Aktie & Co: Mit Stärke durch die Krise - 10 Gewinner-Titel mit hervorragenden Bilanzen | Nachricht | finanzen.net
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Der Kursrutsch an den Aktienmärkten bietet langfristig denkenden Anlegern schon jetzt exzellente Chancen. Die Redaktion hat zehn Gewinner mit starken Bilanzen und stabilen Kursen herausgefiltert
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€uro am Sonntag

von Sven Parplies, €uro am Sonntag

Börsianer sind seltsame Menschen: Wenn Aktienkurse stark gestiegen sind, ist der Drang zu kaufen groß. Wenn Aktien nach einem Kursrutsch billig geworden sind, haben viele Anleger Angst zuzugreifen.

Es gibt derzeit gute Gründe, vorsichtig zu sein: Der Krieg in der Ukraine, die ausufernde Inflation und auch die Pandemie sind schwer zu kalkulierende Krisen. Die Zinswende der Notenbanken ist ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor. Fakt ist aber auch: Aktien von guten Unternehmen sind heute so niedrig bewertet wie seit langer Zeit nicht mehr. Der weltweite Aktienindex MSCI World hat seit dem Rekordhoch fast ein Viertel an Wert verloren. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist von mehr als 20 auf unter 15 gefallen. Die Kennziffer liegt damit rund zehn Prozent unter dem langjährigen Schnitt.

Niemand kann seriös voraussagen, ob die Aktienmärkte bereits ihren Boden gefunden haben. Für Anleger mit Geduld bietet der Kursrutsch jedoch schon jetzt exzellente Einstiegschancen. Die Redaktion hat anhand der Datenbank des Finanzdiensts Bloomberg die großen Aktienindizes nach stabilen Werten durchsucht.

Insgesamt 1.200 Papiere aus Europa und den USA standen zur Wahl. Infrage kamen aber nur solche Aktien, die über die vergangenen zehn Jahre durchgehend einen positiven Free Cashflow erwirtschaftet haben. Der Cashflow misst, wie viel Geld ein Unternehmen im operativen Geschäft tatsächlich erwirtschaftet. Diese Kennziffer wird nicht so stark durch Sondereffekte verzerrt wie der Gewinn. Beim Free Cashflow werden Ausgaben für Investitionen abgezogen. Es bleibt die Summe, die ein Unternehmen zur freien Verfügung hat - für Dividende, Zukäufe oder als Sicherheitspolster. Wer bei dieser Kennziffer über ein ganzes Jahrzehnt hinweg im positiven Bereich war, hat offensichtlich ein krisenresistentes Geschäftsmodell.

Als zweites Kriterium hat die Redaktion die Kursentwicklung unter die Lupe genommen. Gesucht haben wir nach Papieren, deren Kurse sich in den vergangenen 20 Jahren nach Kurseinbrüchen schnell gefangen haben. Die zehn von der Redaktion ausgewählten Aktien haben alle spätestens nach drei Jahren die alten Höchststände übertroffen. Die Kursentwicklung der Vergangenheit liefert natürlich keine Garantie für die Zukunft, ist aber genau wie Bilanzkennziffern ein Indikator für die Qualität eines Unternehmens.

Das Ergebnis der Analyse sind zehn Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Dabei sind vertraute Namen, aber auch in Deutschland eher unbekannte Qualitätstitel aus den USA.

Der Techgigant

Der Konzern der Superlative ist Apple. Analysten erwarten, dass der Techriese im laufenden Geschäftsjahr erstmals mehr als 100 Milliarden Dollar Nettogewinn erwirtschaftet. Mit dieser Summe könnten die Kalifornier die deutschen Autokonzerne BMW und Mercedes-Benz aufkaufen. Das iPhone als das mit Abstand wichtigste Produkt von Apple ist 15 Jahre nach Einführung eine Profitmaschine: Mehr als 220 Millionen Stück wird der Konzern laut Analystenschätzung im aktuellen Geschäftsjahr verkaufen.

Doch der herausragende Erfolg ist zugleich das größte Handicap: Auf dem aktuellen Niveau ist es für Apple schwer, deutlich zu wachsen. Der Gewinn dürfte in den kommenden Jahren im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich leicht zulegen. Die Gewichte innerhalb des Konzerns dürften sich dabei verschieben: Das Servicegeschäft, das im vergangenen Quartal rund ein Fünftel zum Umsatz beisteuerte, dürfte überproportional wachsen. Dieser Bereich verspricht durch Skalen- effekte höhere Margen und ist dank zahlreicher Abomodelle zuverlässiger als der Geräteverkauf. Der Kreis der Kunden ist gigantisch - weltweit sind 1,8 Milliarden Apple-Geräte im Einsatz.

Dank der enormen Finanzkraft dürfte Apple bei den technologischen Revolutionen der Zukunft eine führende Rolle übernehmen. Im kommenden Jahr bringt Apple möglicherweise seine erste Brille für die Welt der virtuellen Realität auf den Markt. Der Free Cashflow dürfte allein in diesem Jahr bei 108 Milliarden Dollar liegen. Knapp 15 Milliarden werden als Dividende ausgeschüttet, für weitere 87 Milliarden kauft Apple eigene Aktien zurück - und stützt damit in schwierigen Zeiten den Kurs.

Purer Luxus

Wer von LVMH spricht, hat meist mehrere weltbekannte Luxusmarken im Sinn: Louis Vuitton, Moët & Chandon und Hennessy etwa, die Aushängeschilder des französischen Konzerns in den Kategorien Lederwaren, Champagner und Spirituosen, die sich auch im Konzernnamen wiederfinden. Im Portfolio tummeln sich insgesamt rund 75 Marken. Konzernpatron Bernard Arnault, der reichste Mann Frankreichs, baut das Luxusmarkenimperium seit Ende der 1980er-Jahre auf. Trotz seiner Zielstrebigkeit versuchte Arnault, die Eigenständigkeit der Marken zu bewahren.

Organisatorisch wird das durch eine Holdingstruktur umgesetzt, an der die Töchter in sechs Business Groups angedockt sind. Der Erfolg lässt sich an den betriebswirtschaftlichen Eckdaten ablesen. Der Umsatz von LVMH verdreifachte sich in den zehn Jahren bis 2021 beinahe auf gut 64 Milliarden Euro, der operative Gewinn (Ebitda) vervierfachte sich auf 20 Milliarden, der freie Cashflow verachtfachte sich auf über 16 Milliarden Euro.

Die riesigen Mittelzuflüsse beruhen auch auf dem jahrelang starken Wachstum und zunehmenden Wohlstand in China, das inzwischen noch vor den USA der größte Absatzmarkt der Franzosen ist. Selbst im Krisenjahr 2020 lieferte LVMH rund zehn Milliarden Euro operativen Gewinn sowie knapp sechs Milliarden freien Cashflow. Zuletzt dämpfte das geringere Wachstum in China die Entwicklung. Wegen der hohen Kaufkraft der Kunden sehen etwa die Analysten von JPMorgan den Weltmarktführer im Luxusgütersegment jedoch sehr robust auch in konjunkturell schwierigen Zeiten aufgestellt (s. S. 32).

Defensiver Champion

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé setzt immer stärker auf Premiumprodukte. Der Anteil dieser höherpreisigen Produkte hat sich innerhalb eines Jahrzehnts verdreifacht und macht jetzt rund ein Drittel des Umsatzes aus, kalkulieren die Analysten von Barclays. Drei Kategorien treiben das Wachstum besonders deutlich an: Kaffee (Nescafé), Tiernahrung (Purina) und Gesundheitsprodukte. Daneben gibt es im Markenkorb Klassiker wie Kitkat, Nesquik oder Maggi.

Der seit 2017 amtierende Konzernchef Mark Schneider hat den Umbau durch Dutzende Übernahmen und Verkäufe beschleunigt. Allein im vergangenen Jahr wurden dabei knapp zehn Milliarden Franken bewegt. Zuletzt kaufte Nestlé unter anderem die Mehrheit an der Firma Orgain, einem Hersteller pflanzenbasierter Nahrung, der den Bereich Health Science stärken soll.

Analysten gehen davon aus, dass Nestlé steigende Kosten für Rohstoffe oder auch Logistik an die Konsumenten weitergeben kann, und die Kunden nach wie vor bewährte Marken in den Einkaufkorb legen. Nestlé gilt unter Börsenprofis als defensiver Wachstumswert: Um fünf Prozent will der Konzern den Umsatz 2022 steigern. Für die operative Ergebnismarge ist ein Werte zwischen 17 und 17,5 Prozent anvisiert.

Nestlé werde sich im Fall einer Rezession deutlich besser halten als die große Mehrheit der Konkurrenten und erst recht als Unternehmen in anderen Branchen, so Barclays. Nebenbei ist Nestlé für seine Aktionäre seit Jahrzehnten ein zuverlässiger Dividendenzahler mit einer stetig steigenden Ausschüttung.

Eine ganz besondere Mischung

Danaher ist längst nicht so bekannt wie US-Beteiligungsgesellschaften vom Kaliber einer Berkshire Hathaway oder Mischkonzerne wie General Electric. Was Danaher macht, geht in aller Regel als Produkt an Unternehmenskunden, ob es nun Messgeräte für die Industrie oder Zahnarztequipment ist. Eines aber hat der in der Hauptstadt Washington ansässige Konzern, was alle anderen nicht haben: ein eigenes Management-Tool namens Danaher Business System, kurz DBS, das auf der japanischen Kaizen-Philosophie aufbaut und bei dem es um permanente Verbesserung etwa der täglichen Arbeitsabläufe geht.

Der Konzern konzentriert sich auf margenstarke Geschäfte, die viel Cash erzeugen, das wiederum in Zukäufe fließt. Die Firmen werden anschließend mittels DBS auf Rendite getrimmt. Dies trägt Früchte, die Aktie hat in den vergangenen 20 Jahren den breiten US-Index S&P 500 deutlich geschlagen. Das liegt auch daran, dass Chef Rainer Blair und seine Vorgänger den Konzern in den vergangenen Jahren immer stärker in den Bereich Life Science geführt haben.

Gut die Hälfte des Umsatzes stammt inzwischen aus dem Gesundheitsbereich, hinzu kommt ein weiteres Drittel aus dem Feld der Diagnostik. Drei Viertel dieser Einnahmen sind regelmäßige Einnahmen, lobt Todd Ahlsten, Chief Investment Officer bei der US-Fondsgesellschaft Parnassus Investments. Danaher profitiert durch seine Aufstellung insbesondere vom Wachstum der Biopharmazie, dem dynamischsten Pharmabereich überhaupt.

Der regelmäßige und starke Cashzufluss, der auch in Krisenjahren wie 2020 nicht versiegte, wird teilweise in Zukäufe investiert, die gemäß den DBS-Kriterien geprüft werden. Seit 2012 ist der Umsatz von gut 18 Milliarden auf in diesem Jahr geschätzte knapp 31 Milliarden Dollar angewachsen, der freie Cashflow wird sich demnach auf fast acht Milliarden Dollar knapp verdreifachen.

Mehr als zwei Jahrhunderte Erfolg

Zu den Unternehmen, die auch in schwierigen Zeiten stets gutes Geld verdienen, gehören Konsumgüterkonzerne - vor allem wenn sie weithin bekannte Marken führen. Gerade in der Inflation gelingt es starken Marken in der Regel, im Preisauftrieb oben mitzuschwimmen. Sind die Konzerne darüber hinaus groß genug, können sie über ihre Einkaufsmacht die Inputkosten in Schach halten. Der US-Konsumgüterriese Colgate-Palmolive ist so ein Fall.

Bereits 1806 begann der Gründer William Colgate als Kerzenmacher sowie als Hersteller von Seife und Wäschestärke. Inzwischen hat sich das Mitglied des S&P 500 mit Sitz in New York City insbesondere auf den Bereich der Mundhygiene spezialisiert und führt weltweit bekannte Zahnpastamarken wie Colgate oder Elmex. Hinzu kommen die Bereiche Körperpflege (Palmolive), Reinigungsmittel (Ajax) und Tiernahrung.

Diese Produkte des täglichen Bedarfs liefern auch in Krisenzeiten hohe Cashflows, die der Konzern seit vielen Jahrzehnten in regelmäßige Ausschüttungen umsetzt. Dank der zuverlässigen Geschäftsentwicklung erhöht Colgate-Palmolive seit mehr als 50 Jahren durchgehend die Dividende. Der nachhaltige Cashzufluss stabilisiert die Kursentwicklung des Papiers: Der Chart steigt über die Jahre hinweg sehr stetig. Seit dem Sommer 2002 etwa mussten lediglich Anleger, die in der Kursspitze des Januar 2018 kauften, länger als zwei Jahre warten, bis sie ihren Einstiegskurs wiedersahen. In diesem Fall dauerte es bis Anfang August 2020.

Kräftig durchatmen

Im Sport würde man von einer Formkrise sprechen: Seit dem Spätsommer vergangenen Jahres hat sich der Aktienkurs von adidas halbiert. Derzeit läuft vieles gegen Europas größten Sportartikelkonzern. COVID-Lockdowns in Asien führen zu Produktionsausfällen. Die Kosten für den Transport der Ware aus Asien in die Zielmärkte sind deutlich gestiegen. Das gilt auch für Rohstoffe. Inflation und drohende Rezession drücken die Konsumstimmung. Im einstigen Wachstumsmarkt China verlieren westliche Marken Anteile an die lokale Konkurrenz. Das weckt Zweifel, ob adidas seine Jahresprognose erfüllen kann.

Trotz der aktuellen Sorgen ist die Sportartikelindustrie ein struktureller Wachstumsmarkt. Turnschuhe sind inzwischen selbst in vielen Büros akzeptiert. Der Trend zu einer gesünderen Lebensführung und das Wachstum der Schwellenländer bieten starken Marken wie adidas Wachstumspotenzial. In Krisenzeiten hat die Branche oft Stärke gezeigt, weil Menschen aktiv bleiben wollen und Sport eine vergleichsweise günstige Freizeitbeschäftigung ist.

Einen Hebel bietet die Digitalisierung: Der Verkauf über den eigenen Internetshop bringt höhere Einnahmen als das Geschäft über externen Händler. Zugleich kann adidas schneller auf Nachfrage reagieren und dadurch den Produktmix verbessern. Durch Kooperationen mit Luxusmarken wie Gucci tastet sich der Streifen-Konzern in höhere Preiskategorien vor.

adidas hat in den vergangenen zehn Jahren durchgehend einen positiven Cashflow erwirtschaftet. Der Aktienkurs ist wieder auf dem Niveau des Jahres 2017. Damals lag der Nettogewinn des Konzerns ein Drittel unter dem für 2022 erwarteten Niveau.

Billig ist besser

Wer in den USA günstig Klamotten kaufen will, ist in Ross Stores an der richtigen Adresse. Der Discounter geht ursprünglich auf einen Krämerladen in Kalifornien zurück, gegründet Anfang der 1950er-Jahre von Morrie Ross, der für ausufernde 80-Stunden-plus-Arbeitswochen bekannt war. Nach mehreren Besitzerwechseln wurde eine Anfang der 1980er etablierte Gesellschaft zur Wurzel des heutigen Konzerns. Unter dem weithin bekannten Slogan "Dress for less" machen die Läden von Ross Stores die Hälfte des Umsatzes heute mit Bekleidung. Die Kette bietet daneben auch Heimutensilien, Reiseaccessoires oder Produkte für Haustiere an - alles zu niedrigen Preisen. Versprochen werden Abschläge von 20 bis 70 Prozent.

Auch viele Markenartikel gibt es mit hohen Rabatten. Das ist möglich, weil Ross Großhändlern und Herstellern Restposten abnimmt. Kernzielgruppe des Handelskonzerns sind Kunden zwischen 18 und 54 Jahren, die gern Schnäppchen machen. Die Kette betreibt inzwischen rund 1.650 Filialen in 40 US-Bundesstaaten, wobei in den wohlhabenden und bevölkerungsreichen Staaten Kalifornien, Texas und Florida überdurchschnittlich viele Shops angesiedelt sind.

Zuletzt bekräftigte Ross Stores trotz etwas schwächerer Geschäfte den Plan, im laufenden Jahr rund neue 100 Filialen zu eröffnen. Langfristig sieht Chefin Barbara Rentler hohes Wachstumspotenzial und in den USA Raum für bis zu 2400 Filialen. Laut der US-Bank JPMorgan entspricht das über mindestens zehn Jahre einem Wachstum der Verkaufsfläche von fünf bis sechs Prozent jährlich. Wegen des kräftigen Free Cashflow ist Ross Stores traditionell großzügig gegenüber Aktionären. Die Amerikaner kaufen regelmäßig Aktien zurück und zahlen seit Jahrzehnten zuverlässig Dividende.

Eine bewegende Bilanz

Jeden Tag bewegt Kone weltweit mehr als eine Milliarde Menschen. Nach oben oder unten, viele auch nach vorn. Der finnische Industriekonzern ist der führende Hersteller von Aufzügen und Rolltreppen. Das Geschäft wird von Megatrends getrieben: Vor allem in den Schwellenländern wachsen die Großstädte stark. Weil die Fläche für Büros und Wohnraum zugleich begrenzt ist, werden die Häuser höher und Aufzüge immer wichtiger.

Und das Geschäft endet nicht mit der Montage: Wartung und Instandhaltungen bringen Unternehmen wie Kone über viele Jahre hinweg zuverlässige Einnahmen. Bei Kone liefert das Servicegeschäft knapp die Hälfte des Umsatzes. Vor allem das Wachstum der Schwellenländer hat das Geschäft in den vergangenen Jahren angetrieben.

Derzeit gibt es allerdings außergewöhnliche Probleme. In der Pandemie standen viele Bürogebäude leer. Die anhaltenden Lockdowns in China bremsen das Baugeschäft im wichtigsten Wachstumsmarkt, denn Kone erzielt dort mehr als ein Drittel des Umsatzes. Eine globale Rezession würde die Aussichten weiter verschlechtern. Hinzu kommen steigende Materialkosten. Die im europäischen Stoxx 600 notierte Kone-Aktie hat seit dem Höchststand inzwischen rund 40 Prozent an Wert verloren. Für die Analysten der Citi gehört Kone dennoch zu den aussichtsreichsten Titeln der Kapitalgüterbranche.

120 Jahre Dividende

Krieg in der Ukraine? Öl- und Gaskrise? Inflation? Auch im Krisenjahr 2022 essen die Menschen, waschen ihr Haar, reinigen ihre Häuser. Ein Gewinner im rauen Umfeld ist der amerikanische Konsumgüterhersteller Church & Dwight. Das Unternehmen ist über 170 Jahre alt, entsprechend fest verwurzelt sind die Marken im Heimatmarkt USA, der rund 80 Prozent zum Konzernumsatz beisteuert.

Die Werbesprache ist dabei bisweilen hemdsärmelig: Da ist etwa Arm & Hammer, eine Marke für Körperpflegeprodukte. Im Logo: ein muskulöser Arm, der einen Hammer schwingt. Im Gegensatz dazu sind die Inhaltsstoffe etwa eines Deos überraschend zeitgemäß, statt Aluminium werden natürliche Pflanzenextrakte verwendet. Die Produkte der landesweit sehr bekannten Marke gibt es nahezu in jeder US-Drogerie und in jedem Walmart-Supermarkt. Und: Sie sind etwas teurer als die der Konkurrenz.

Der Klassiker von Church & Dwight ist Backpulver, damit begann 1846 die ungewöhnlich lange Unternehmensgeschichte. Das Spektrum der Produkte, die täglich in den Einkaufswagen der Konsumenten landen, reicht von Waschmitteln über Kondome, Zahnpasta und Körperpflegemittel bis zu Katzenstreu. Der Cashflow des in New Jersey beheimateten Unternehmens ist seit Dekaden stark wie der Arm mit dem Hammer.

Und seit über 120 Jahren zahlt Church & Dwight Dividende. Aktionäre dieses Methusalems der Wall Street leben entspannt: In den vergangenen 25 Jahren gab es gerade mal zwei Kalenderjahre, in denen die Aktie einen Kursverlust einfuhr. Der war aber immer nach spätestens zwei Jahren aufgeholt.

Neue Qualität im DAX

Das Geschäftsmodell von Versicherungskonzernen hat große Vorteile: Die Kunden zahlen regelmäßig Beiträge. Auch in Krisenzeiten kommt damit frisches Geld in die Kasse. Weil immer nur ein Teil der Einnahmen für Schadenfälle gebraucht wird, kann der Versicherer einen erheblichen Teil die Prämien an den Kapitalmärkten investieren und damit zusätzliche Erträge erwirtschaften.

Hannover Rück meistert das Geschäft besser als viele Konkurrenten. Auch bei den Niedersachsen lagen allerdings die versicherten Schäden aufgrund von Überflutungen in Australien und Stürme in Europa um 50 Millionen Euro über dem eingeplanten Budget.

Mit 14 Prozent weniger Nettogewinn im Berichtszeitraum ist das Jahresziel, netto 1,4 bis 1,5 Milliarden Euro zu verdienen, aber nicht gefährdet. Zudem sind die Hannoveraner von dem weltweiten Absturz an den Börsen kaum betroffen, weil sie ihre Prämien seit geraumer Zeit außerhalb der Aktienmärkte investieren. Die wichtige Kennziffer für die Kapitalausstattung der Bilanz, die sogenannte Solvency-II-Quote, erreichte Ende März mit 242 Prozent einen Spitzenwert und liegt deutlich über dem eigenen Mindestziel von 200 Prozent. Die starke Nachfrage und höhere Prämien im größten Segment Schadensrückversicherung lieferten brutto 19,5 Prozent Zuwachs im ersten Quartal - eine gute Voraussetzung, um das Jahresziel von fünf Prozent zu schaffen.

Eine Bestätigung für den Konzern ist die Aufnahme in den DAX. Damit spielt die Hannover Rück jetzt in derselben Liga wie die prominenten Rivalen Allianz und Munich Re.

INVESTOR-INFO

adidas

Entscheidung in China

Am 4. August wird der Sportartikelkonzern seinen Halbjahresbericht vorlegen. Schon Anfang Mai hatte adidas die Erwartungen gedämpft. Umsatzwachstum und Gewinn dürften demnach am unteren Rand der anvisierten Spanne liegen. Größte Problemzone ist das von Lockdowns geschwächte China. Analysten haben ihre Gewinnprognose für adidas bereits deutlich gesenkt, die Aktie ist auf ein Fünfjahrestief gefallen. adidas ist damit eine Turnaround-Spekulation.

Apple

Einzigartige Geldmaschine

Trotz Lieferengpässen dürfte das iPhone 14 pünktlich zum September in die Läden kommen. Die Verkaufszahlen sollten nach Analystenschätzung das hohe Niveau der Vorgängergeneration halten. Dank der starken Marke dürfte Apple höhere Kosten an die Kunden weitergeben können. Das KGV der Aktie ist durch den Kursrutsch unter 25 gefallen. Angesichts der hohen Profitabilität ist dieses Niveau gerechtfertigt. Der nächste Quartalsbericht wird am 28. Juli erwartet.

Church & Dwight

Grundsolide Tradition

Backpulver, Nasenspray, Katzenstreu - von Glamour ist im grundsoliden Konsumgeschäft der altehrwürdigen US-Firma keine Spur. Dafür punktet sie mit über 170 Jahren Tradition und einem fundierten Markenmanagement mit etablierten US-Konsummarken wie Arm & Hammer. Der Erfolg zeigt sich regelmäßig schwarz auf weiß in der Bilanz in Form hoher Cashflows, die wegen des nachhaltigen Geschäfts auch in Krisenjahren kaum nachlassen. Beruhigend für Aktionäre: der stetig steigende Chart und über 120 Jahre Dividende.

Colgate-Palmolive

Langfristig attraktiv

Starke Marken, zuverlässige Dividende: Das sind die wichtigsten Argumente für die Aktie des US-Konsumgüterkonzerns. Das Tagesgeschäft wird derzeit von steigenden Rohstoffkosten etwa für Palmöl überschattet. Der bereinigte Gewinn je Aktie, bei Colgate-Palmolive eine zentrale Kennziffer, dürfte im laufenden Jahr sogar leicht sinken, sollte sich dann aber erholen. Die aktuelle Schwächephase der Aktie bietet eine Einstiegsgelegenheit für langfristig orientierte Anleger.

Danaher

Heimlicher Börsenstar

Ein Börsenstar, den in Europa kaum einer kennt: Danaher ist ein Konglomerat, das sich auf margenstarke Geschäfte mit hohem Cashflow konzentriert. Mit den Erträgen aus dem operativen Geschäft können neue Investitionen und eine kleine Dividende finanziert werden. Einer der Schwerpunkte liegt im Bereich Life Science. Die Aktie von Danaher hat den breiten amerikanischen Aktienmarkt deutlich geschlagen. Die Redaktion sieht die Aktie als attraktives Langfristinvestment.

Hannover Rück

Kurs auf Rekordgewinn

Nach der jüngsten Erneuerungsrunde der Verträge traut sich der weltweit drittgrößte Rückversicherer 1,4 bis 1,5 Milliarden Euro Nettogewinn für das laufende Jahr zu, sofern das Budget für Großschäden von 1,4 Milliarden Euro "nicht deutlich überschritten wird", sagte Chef Jean-Jacques Henchoz kürzlich. Inflation und vergangene Naturkatastrophen führten zu steigenden Prämien. Einschließlich der Sonderdividende könnten für 2022 nach unserer Schätzung mindestens sechs Euro pro Aktie ausgeschüttet werden.

KONE

Warten auf den Fahrstuhl

Starkes Neugeschäft, zunehmende Serviceaufträge. In normalen Zeiten ist der Aufzughersteller Kone in einer starken Position. Derzeit wird der Konzern von vielen Sonderproblemen vor allem in China nach unten gezogen. Der Kursrutsch der Aktie bietet antizyklischen Investoren eine Chance. Die Dividendenrendite hilft, die Wartezeit bis zum nächsten Konjunkturaufschwung auszusitzen.

LVMH

Glamouröse Margen

2.000 Euro für eine Handtasche. In der Welt der LVMH-Marke Louis Vuitton ist das ein unspektakuläres Preisschild. Angesichts der gut betuchten Kundschaft kann das Konglomerat steigende Kosten locker auf die Preise aufschlagen. Die Margen sind beeindruckend. Sorgen bereiten die Lockdowns in China, aufgrund derer Kunden wenig Anlass haben, mit Kleidung und Accessoires zu glänzen. LVMH ist auch in Krisenzeiten hochprofitabel.

Nestlé

Kontinuierlich stärker

Zum 27. Mal in Serie hat der Nahrungsmittelkonzern die Jahresdividende angehoben. Auch für das operative Geschäft gilt: Die Schweizer setzen nicht auf spektakuläre Sprünge oder riskante Wetten, sondern auf kontinuierliche Zuwächse. Starke Marken und Fokussierung auf wachstumsstarke Bereiche sollen die Marge nachhaltig steigern. Die Aktie bleibt aufgrund der Finanzstärke des Konzerns ein defensives Basisinvestment, vor allem für Dividendensammler.

Ross Stores

Ungewohnte Schwäche

Die Aktie des Billighändlers ist deutlich unter Druck geraten, nachdem der Vorstand die Jahresprognose gesenkt hatte. Trotzdem wird Ross Stores in den schwarzen Zahlen bleiben. Das Umfeld für den Einzelhandel ist auch in den USA schwierig, weil viele Konsumenten wegen hoher Energie- und Benzinkosten sparen müssen. Die Aktie ist eigentlich ein Dauerläufer, jetzt aber wieder Richtung Pandemietief abgerutscht. Auch Ross Stores ist auf diesem Niveau eine Turnaround-Spekulation.

Globaler Aktienfonds

Weltweit starke Aktien

Helge Skibelli und Sam Witherow suchen weltweit nach Unternehmen, die hohe und wachsende Erträge erwirtschaften. Im Portfolio des JPMorgan Global Dividend Fund sind Microsoft, McDonald’s und Johnson & Johnson derzeit hoch gewichtet. Auf US-Unternehmen entfallen 58, auf europäische Titel 17 Prozent. Die restlichen Mittel sind auf japanische Aktien und auf Werte aus den Schwellenländern verteilt. In fünf Jahren erzielte der Fonds 68 Prozent und verlor seit Anfang dieses Jahres nur knapp drei Prozent.
ISIN: LU0329202252

MSCI World

Über 1.500 Aktien ins Depot

Über den MSCI World können Anleger ganz einfach in die größten Unternehmen der Welt investieren. Der Index deckt 1.513 Aktien aus 23 Industrienationen ab. Größte Positionen mit jeweils rund vier Prozent waren zuletzt die Techriesen Apple und Microsoft. Seit Start Ende 1987 hat der Index jährlich im Schnitt rund siebeneinhalb Prozent zugelegt. Kostengünstig investieren können Anleger in den MSCI World über einen ETF, wie ihn unter anderem iShares anbietet.
ISIN: IE00B4L5Y983










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