Frankfurt intern: Deag Deutsche Entertainment - Fantasie aus zwei Ecken

Der Konzertveranstalter Deag Deutsche Entertainment überzeugte zuletzt durch positive Zahlen, auch die Jahresprognose wurde angehoben.
von Lars Winter, Euro am Sonntag
2018 erwartet das Management jetzt einen Umsatz von über 200 Millionen Euro und ein Ebit von mehr als zehn (zuvor sieben) Millionen Euro. Da der Veranstaltungskalender laut eigenen Aussagen "ausgezeichnet gefüllt" ist, dürfte sich der operative Aufschwung im kommenden Jahr fortsetzen.
Fantasie verspricht zudem eine Gewinnbeteiligung am Verkauf von Grundstücken rund um die Jahrhunderthalle in Frankfurt. Deag bilanziert die Grundstücke als Bauerwartungsland, doch in den kommenden zwei Jahren könnte daraus Bauland werden. Analysten von Solventis Research rechnen damit, dass Deag bei erfolgreicher Entwicklung der Grundstücke ein anteiliger Verkaufserlös von gut 15 Millionen Euro zufließt und neben dem hohen Liquiditätszufluss ein außerordentlicher Gewinn von rund zehn Millionen Euro abfällt.
Deag hat ein Liquiditätspolster von 15 Millionen Euro und sitzt auf einem Verlustvortrag von rund 50 Millionen Euro. Das Unternehmen besitzt einen hohen strategischen Wert, der auch für potenzielle Aufkäufer durchaus von Interesse sein könnte. Ein Problem ist nach wie vor das schlechte Image des Managements, das in den vergangenen Jahren viel versprochen und wenig geliefert hat. Auch die Festival-Misere aus dem Jahr 2015, die längst ausgestanden ist, hängt dem Konzern immer noch nach. Sollte es Deag gelingen, verlorenes Vertrauen durch gute Ergebnisse zurückzugewinnen, hat die Aktie durchaus das Zeug zum Kursverdoppler. Der Nebenwert eignet sich aber nur für sehr spekulative Anleger.
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Bildquellen: Julian Mezger für Finanzen Verlag, Deutsche Börse