finanzen.net
14.09.2018 17:25
Bewerten
(9)

Ex-Deutsche Bank-Chef Ackermann: Die "America First"-Politik zwingt Europa zu weiteren Bankenfusionen

Fusionsphantasie: Ex-Deutsche Bank-Chef Ackermann: Die "America First"-Politik zwingt Europa zu weiteren Bankenfusionen | Nachricht | finanzen.net
Fusionsphantasie
DRUCKEN
Inmitten des Frankfurter Bankenpokers zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank meldet sich nun auch Ex-Vorstandschef Josef Ackermann zu Wort. Der ehemalige CEO weist nun auf die Vorteile einer möglichen Fusion hin.
Der Ex-Deutsche Bank-Vorstandschef Josef Ackermann, der eine Fusion mit der Commerzbank innerhalb seiner eigenen Amtszeit noch kategorisch ausschloss, betont nun die Vorzüge eines Zusammenschlusses der beiden Geldhäuser.

Als Schweizer an der Spitze der Deutschen Bank

Im Jahr 2002 übernahm der heute 70-jährige Schweizer Josef Ackermann als erster Nichtdeutscher den Vorsitz des größten Kreditinstituts des Landes. Mit der schon im Jahr 1999 durchgeführten Übernahme der US-amerikanischen Vermögensverwaltungsgesellschaft Bankers Trust mutierte der deutsche Branchenprimus unter Ackermann zum Globalplayer im Investment Banking und nahm eine Führungsrolle im Handel mit Derivaten ein.

Goldene Zeiten mit Ackermann

Vor etwas mehr als zehn Jahren lobte der damalige deutsche Bundesfinanzminister Peer Steinbrück den Ex-Chef der Deutsche Bank mit den Worten: "Es freut mich sehr, dass Herr Ackermann einen guten Jahresabschluss vorgelegt hat." Denn im Februar 2008 verkündete Ackermann einen Rekordgewinn der Deutschen Bank in Höhe von 6,5 Milliarden Euro. Die Zeiten, in denen die Investoren und Gläubiger dem Institut mit solch positiven Nachrichten überrascht wurden, sind jedoch längst Geschichte. Der Aktienkurs der Deutschen Bank ist seit jenen Tagen weit über 85 Prozent gefallen.

Der Verfall des europäischen Bankensektors

Um die Misere der Deutschen Bank wie auch der Commerzbank zu beenden, schließt sich Ackermann nun den Stimmen an, die dazu auffordern, dass sich die beiden strauchelnden Kreditinstitutionen zusammenschließen, um den US-Banken im internationalen Wettbewerb auf Augenhöhe begegnen zu können. In einem jüngst veröffentlichten Interview mit Bloomberg sagte Ackermann: "[Im Investmentbanking] übernehmen die USA absolut die Oberhand. Ist das gut? In einem Umfeld von "America first", oder sollten nicht die Europäer versuchen, das zu ändern?"

Konsolidierungsmaßnahmen sind zwingend notwendig

"Wir müssen alles tun, um einen einheitlichen Markt und einen europäischen Markt mit den gleichen regulatorischen Rahmenbedingungen zu schaffen, so dass wir in Zukunft mehr grenzüberschreitende Konsolidierungsmaßnahmen durchführen können", so Ackermann weiter. Solch eine Einschätzung dürfte unterdessen auch dem Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz gefallen, welcher ebenfalls den desolaten Zustand der hiesigen Banken kritisierte.

Scholz warnt vor Problemen für die Volkswirtschaft

Der deutsche Finanzminister beanstandete schon Ende August bei einer Bankentagung in Frankfurt das schwächer werdende Leistungsvermögen der deutschen Geldhäuser. Scholz sagte, es sei ein Problem für eine Volkswirtschaft wie Deutschland, dass die Institute nicht die notwendige Größe haben, um die Wirtschaft zu begleiten.

Börsenhändler begrüßen die Fusionspläne

Auch an der Frankfurter Börse finden sich einige Befürworter einer Fusion der beiden Kreditinstitute. So sagte ein Händler: "Besser eine starke Bank aus Deutschland, als zwei schwache Geldhäuser". "Eine Fusion der Deutschen Bank und der Commerzbank wäre eine logische Konsequenz aus der aktuellen Lage der Branche in Deutschland", so ein weiterer Broker aus Frankfurt.

CEO-Sewing hat noch keine Eile

Trotz aller heißgekochten Spekulationsgerüchte bekräftigte der gegenwärtige Deutsche Bank-Vorstandsvorsitzende Christian Sewing gegenüber Investoren, dass ein Zusammenschluss frühestens in 18 Monaten auf der Agende stünde. Im Gegensatz zu Sewing würde der Commerzbank-Chef Martin Zielke jedoch "lieber heute als morgen" fusionieren.

Fusionsfantasien bei Banken, ein brancheninternes Phänomen

Fusionsspekulationen innerhalb des europäischen Finanzsektors bestimmen gerade in diesem Jahr die Medienberichterstattung aus der Branche. So wurde auch erst kürzlich erneut darüber spekuliert, ob es zwischen dem größten italienischen Bankhaus UniCredit und der französischen Société Générale einen Zusammenschluss geben könnte. Auslöser für die Fusionsphantasie war ein Mitarbeiter, welcher innerhalb der beiden Institutionen eine führende Position innehatte. Darüber hinaus flammten auch schon im Vereinigten Königreich Gerüchte über einen Zusammenschluss zwischen Barclays und Standard Chartered auf. Damit Europas Banken in Zukunft jedoch nicht in der Bedeutungslosigkeit versinken, werden die von Ackermann angesprochenen "grenzüberschreitenden Konsolidierungsmaßnahmen" im Finanzsektor mittel- bis langfristig unabwendbar sein.

Pierre Bonnet / finanzen.net

Bildquellen: Deutsche Bank AG, Vytautas Kielaitis / Shutterstock.com, 360b / Shutterstock.com
Anzeige

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant
    +
  • Alle
    +
  • vom Unternehmen
    4
  • Peer Group
  • ?
Kaufen oder verkaufen?
Wie geht's am Aktienmarkt weiter? Apple, Daimler und Deutsche Bank im Fokus
Die Unternehmen haben ihre Quartalsbilanzen vorgelegt. Wie stehen nun die Aktien? Was heißt das für das Börsenfinale in diesem Jahr? Und wie geht es 2019 weiter? Die Antworten geben drei Börsenprofis. Im Zentrum der ausführlichen Analyse stehen Daimler, Apple und Deutsche Bank.

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Bank AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
05.11.2018Deutsche Bank HaltenDZ BANK
02.11.2018Deutsche Bank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
26.10.2018Deutsche Bank NeutralUBS AG
25.10.2018Deutsche Bank UnderweightMorgan Stanley
25.10.2018Deutsche Bank ReduceKepler Cheuvreux
24.10.2018Deutsche Bank buyequinet AG
30.08.2018Deutsche Bank buyequinet AG
24.05.2018Deutsche Bank kaufenDZ BANK
24.05.2018Deutsche Bank buyequinet AG
27.04.2018Deutsche Bank buyequinet AG
05.11.2018Deutsche Bank HaltenDZ BANK
26.10.2018Deutsche Bank NeutralUBS AG
25.10.2018Deutsche Bank NeutralCredit Suisse Group
25.10.2018Deutsche Bank HoldCommerzbank AG
25.10.2018Deutsche Bank HoldHSBC
02.11.2018Deutsche Bank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
25.10.2018Deutsche Bank UnderweightMorgan Stanley
25.10.2018Deutsche Bank ReduceKepler Cheuvreux
25.10.2018Deutsche Bank UnderweightBarclays Capital
24.10.2018Deutsche Bank UnderperformRBC Capital Markets

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Fünf deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten!

Das Gute liegt oft so nah. Heimische Internet-Unternehmen rollen den Markt auf. Im neuen Anlegermagazin erwartet Sie ein Special über deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten.
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX geht mit roten Vorzeichen in den Feierabend -- Henkel mit Gegenwind -- K+S meldet Gewinnwarnung -- Buffetts Berkshire beteiligt sich an JPMorgan -- HUGO BOSS, GERRY WEBER, Linde im Fokus

May muss sich möglicherweise Misstrauensabstimmung stellen. 3M will Gewinne kräftig steigern. Sixt kündigt Gewinnsprung an. Apple-Zulieferer ams dampft Prognose ein. Brexit: Sondergipfel am 25. November. Cisco überrascht mit gutem Start ins neue Geschäftsjahr. Uber weitet angeblich Verlust vor geplantem Börsengang aus.

Top-Rankings

Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Einige Änderungen unter den Top-Positionen
Netter Bonus
Auf soviel Weihnachtsgeld dürfen sich Arbeitnehmer 2018 in Deutschland freuen
Die Performance der Rohstoffe in in KW 45 2018.
Welcher Rohstoff macht das Rennen?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die reichsten Länder der EU
Das sind die wohlhabendsten Länder der EU
Die besten Airlines der Welt 2018
Welche Fluggesellschaft triumphiert?
Best Global Brands 2018
Die Top 20 der wertvollsten Marken weltweit
Gut bezahlte Jobs
Bei diesen Top-Konzernen brauchen Bewerber keinen Abschluss
Das Schwarzbuch 2018/2019
Wo 2018 sinnlos Steuern verbrannt wurden
mehr Top Rankings

Umfrage

Horst Seehofer will sein Amt als Parteivorsitzender der CSU niederlegen aber weiterhin Bundesinnenminister bleiben. Halten Sie das für richtig?

finanzen.net Brokerage

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Konjunktur/Wirtschaft
18:19 Uhr
Technologie mit Kursfantasie (Anzeige)
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG710000
Wirecard AG747206
Steinhoff International N.V.A14XB9
Amazon906866
GAZPROM903276
Apple Inc.865985
Deutsche Bank AG514000
Aurora Cannabis IncA12GS7
BayerBAY001
EVOTEC AG566480
PG&E Corp.851962
Anheuser-Busch InBev SA (spons. ADRs)A0N916
Deutsche Telekom AG555750
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
CommerzbankCBK100