17.08.2022 22:19

Apple wirft reihenweise Apps aus dem App Store

Im zweiten Quartal: Apple wirft reihenweise Apps aus dem App Store | Nachricht | finanzen.net
Im zweiten Quartal
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Ganze 439.000 Apps hat Apple im zweiten Quartal aus dem App Store gelöscht - das sind 8.652 Prozent mehr als noch im ersten Quartal, bei den Entwicklerinnen und Entwicklern wird Empörung laut. Was steckt hinter dem ausgiebigen App-Delisting?
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• Bereits seit 2016 verfolgt Apple das "App Store Improvement"
• Entwicklerinnen und Entwickler empört über Delisting wegen fehlender Updates
• 31 Prozent der gelöschten Apps hatten keine Datenschutzbestimmungen

Apple und Google haben im zweiten Quartal 2022 insgesamt 592.000 Apps aus App Store und PlayStore gelöscht, im ersten Quartal waren es gerade einmal 220.000 Apps. Dabei führt Apple das Delisting im zweiten Quartal deutlich an: 439.000 Apps weniger können iOS-Nutzerinnen und -Nutzer nun herunterladen. Diese Daten entstammen einem neuen Report der Betrugsbekämpfungsfirma Pixalate. Apple erklärt auf seiner Entwickler-Seite, dass bereits heruntergeladene Apps weiterhin genutzt werden können, lediglich neue Downloads der vom Delisting betroffenen Anwendungen seien nicht mehr möglich.

Delisting bei fehlenden Updates und Verstoß gegen die aktuellen Richtlinien

Dass Apple ganze 8.652 Prozent mehr Anwendungen aus dem App Store gelöscht hat als noch im ersten Quartal, ist auf die App-Store-Improvement-Strategie zurückzuführen. Bereits 2016 hatte der Konzern angekündigt, überholte Apps löschen zu wollen, um das Nutzungserlebnis für seine Kunden angenehmer und sicherer zu gestalten. Auch Apps, die nicht den aktuellen Richtlinien entsprechen oder nicht mehr einwandfrei funktionieren, werden gelöscht: Betroffene Entwicklerinnen und Entwickler werden benachrichtigt und haben 90 Tage Zeit, um ihre App aufzubessern - geschieht dies nicht, wird die App entfernt.

Zunächst hatte Apple die Frist auf 30 Tage gelegt, doch darauf folgte massenweise Kritik in den Sozialen Medien: Insbesondere Hobby-Entwicklerinnen und -Entwickler hatten sich beschwert, dass eine 30-Tage-Frist für die Anpassung ihrer Apps an die vielen Veränderungen bei Apple, Google & Co. deutlich zu kurz bemessen sei.

Auch "Messaging for WhatsApp on iPad" nicht mehr im App Store

Mit der verlängerten Frist und trotz weiterer Kritik hat Apple nun offenbar im zweiten Quartal durchgegriffen: 64 Prozent der gelöschten Apps wurden Pixalate zufolge in den letzten zwei Jahren nicht mehr geupdatet, 94 Prozent hatten keine Geschäftsbedingungen, 31 Prozent keine Datenschutzbestimmungen. Über 49.000 der entfernten Apps waren an Kinder gerichtet, davon hatten knapp 15.000 keine Datenschutzbestimmungen. Weitere 18.100 zweifelhafte Gesundheits- und Fitness-Apps wurden entfernt, ebenso wie mindestens 19 Apps, die mit dem international sanktionierten russischen Geldhaus Sberbank in Verbindung stehen. Ob alle Delistings durch den App Store veranlasst wurden und wie viele Entwicklerinnen und Entwickler ihre Apps selbst entfernt haben, ist jedoch nicht bekannt - diese Information konnte Pixalate nicht einsehen.

Die zehn nach User-Bewertungen beliebtesten entfernten Apps sind hauptsächlich Spiele - aber auch die beliebte App "Messaging for WhatsApp on iPad" und alte App-Versionen der Plattform "Vinted" wurden gelöscht. Sie können also zwar noch benutzt, aber nur schwer auf ein neues Gerät übertragen oder heruntergeladen werden.

Olga Rogler / Redaktion finanzen.net

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