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04.01.2014 11:00
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"Rückzug der Schweizer Banken aus Deutschland ist unsere Chance"

Die Commerzbank will im Geschäft mit reichen Privatkunden ihren Marktanteil deutlich ausbauen. Laut Bereichsvorstand Gustav Holtkemper stieg 2013 das verwaltete Vermögen um vier Prozent auf 53 Milliarden Euro.
von Wolfgang Ehrensberger, Euro am Sonntag

Euro am Sonntag: Gerade hat Credit Suisse sein deutsches 10-Milliarden-Euro-Kundenportfolio an die Bethmann Bank verkauft. Hätte das nicht auch gut in die Vermögensverwaltung der Commerzbank gepasst?
Gustav Holtkemper: Ich rechne damit, dass Credit Suisse noch nicht die letzte Schweizer Bank war, die ihr Vermögensverwaltungsgeschäft in Deutschland aufgibt. Dieser Markt wird sich in den nächsten zwei, drei Jahren stark verändern. So ziehen sich auch andere Schweizer Banken aus dem deutschen Markt zurück. Das sehen wir als Chance. Unser Hauptfokus liegt auf organischem Wachstum. Wir wollen in diesem Markt deshalb eine aktive Rolle spielen. Wealth Management ist für die Commerzbank ein absoluter Wachstumsbereich.

Wo stehen Sie derzeit im Markt?
Wir sind mit einem verwalteten Vermögen von 53 Milliarden Euro und rund 70.000 Kunden, das entspricht etwa 35.000 Familienverbünden, der zweitgrößte Anbieter nach der Deutschen Bank. Wir betreuen an 43 Standorten mit rund 700 Mitarbeitern Kunden ab einer Million Euro Vermögen. Damit belegen wir derzeit einen Marktanteil von rund zehn Prozent.

Wo wollen Sie hin?
Planziele bei den Marktanteilen oder beim verwalteten Vermögen sind für mich interne Überlegungen, die ich nicht kommuniziere. Aber wir streben klar einen Ausbau unseres Marktanteils an, wobei wir sehr eng mit der Mittelstandsbank der Commerzbank kooperieren. Rund 80 Prozent unserer Kunden haben einen unternehmerischen Hintergrund. Außerdem profitieren wir von der hohen Kundenzufriedenheit. Die Bereitschaft unserer Kunden, uns weiterzuempfehlen, ist in diesem Jahr um rund 17 Prozentpunkte gestiegen. Das ist einer der Gründe, weshalb wir 2013 rund 800 Neukunden gewinnen konnten.

Die Bethmann Bank hat mit dem Credit-Suisse-Zukauf ihr verwaltetes Vermögen auf über 30 Milliarden Euro gesteigert. Erwächst Ihnen da eine neue Konkurrenz?
Bethmann hat jetzt zum zweiten Mal in kurzer Zeit zugekauft. Aber die eigentliche Herausforderung ist die anschließende Integration und der dadurch generierte Nutzen für den Kunden und die Bank. Entscheidend ist nicht Größe, sondern ob am Ende mehr Erträge erwirtschaftet werden.

Spielen Sie da auf ihre eigenen Erfahrungen beim Zusammenschluss mit dem Wealth Management der Dresdner Bank an?
Die Wealth Management Einheiten der Commerzbank und der Dresdner Bank waren etwa gleich groß. In einem solchen Fall muss man eine neue Kultur schaffen. Bei den Kunden hatten wir eine Überschneidung von gerade einmal fünf Prozent - eine ideale Ausgangsposition für einen Zusammenschluss.

Auch die Sparkassen und Genossenschaftsbanken drängen ins Geschäft mit der Vermögensverwaltung. Nehmen Sie das als neue Konkurrenz wahr?
Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind noch neu in diesem Geschäftsfeld. Aber sie investieren viel Zeit und Kraft, sich dort zu positionieren. Wir beobachten das sehr aufmerksam und nehmen es natürlich ernst. Allerdings sind wir als Universalbank viel breiter aufgestellt und bieten neben der Vermögensverwaltung ein umfassendes Wertpapiergeschäft und Leistungen wie das Wealth Planning, ein Nachlass- und Stiftungsmanagement und das Kreditgeschäft. Zudem sind wir auch als Family Office tätig.

Anfang Dezember hat die Staatsanwaltschaft rund 40 Standorte der Commerzbank in Zusammenhang mit Steuerbetrugsvorwürfen mit Lebensversicherungen der Generali-Versicherung durchsucht. Welche Konsequenzen haben Sie daraus gezogen?
Ich möchte noch einmal klarstellen, dass sich die Ermittlungen nicht gegen die Bank, sondern gegen einen anderen Finanzdienstleister richten. Selbstverständlich kooperiert die Commerzbank vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden.

Wie wird sich 2014 der Aktienmarkt entwickeln?
Wir sehen die globale Wirtschaftsentwicklung optimistisch: In Europa wird die Rezession gerade überwunden. In den USA beschleunigt sich das Wachstum, und in den Schwellenländern Asiens ist die Talsohle erreicht. 2014 hat also beste Voraussetzungen, ein gutes Aktienjahr zu werden, vor allem im ersten Quartal. Spätestens ab Sommer wird es aber auch mehr Volatilität geben. Bis Ende 2014 sehen wir den DAX bei knapp über 10.000 Punkten.

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