22.08.2018 16:28

Mit diesem Trick rechnet Apple sich ärmer

Kreative Buchführung: Mit diesem Trick rechnet Apple sich ärmer | Nachricht | finanzen.net
Kreative Buchführung
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Bei dem Versuch, Steuerausgaben zu minimieren, nutzen große Konzerne immer wieder Tricks. Apple scheint nun den kreativsten Weg der Buchführung gefunden zu haben.
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Obwohl Apple-CEO Tim Cook überzeugt davon ist, dass der iKonzern "der größte Steuerzahler der Welt" ist, scheint das Unternehmen vor allem steuerrechtlich gerne zu tricksen. Bereits 2016 wurde der Tech-Riese von der EU-Kommission dazu verurteilt, Steuern in Höhe von bis zu 13 Milliarden Euro in Irland nachzuzahlen. Auch heute laufen laut dem "San Francisco Chronicle" noch 489 Steuerklagen. Steuern auf Immobilien, Maschinen und Equipment werden ungern gezahlt und genau hier rechnet der Konzern sein Vermögen klein.

Sind Apple-Immobilien weniger wert als ein iPhone?

Wie der "San Francisco Chronicle" berichtete, ist der iKonzern aggressiv gegenüber Steuergutachtern, wenn es um den Wert des Eigentums für steuerliche Zwecke geht.

Laut Apple seien firmeneigene Immobilien lediglich je 200 US-Dollar wert - also weniger als ein iPhone. Aber dies entspricht nicht der Schätzung des Finanzamts. Die Steuerbehörde schätzt den Wert einiger Gebäude auf dem Gelände des Apple Park, dem Hauptsitz des iKonzerns, auf rund eine Milliarde US-Dollar. Eine weitere Immobilie wurde vom Fiskus auf 384 Millionen US-Dollar gewertet.

Anstatt Steuern zu zahlen, legte Apple Einspruch ein und das, obwohl Tim Cook in einem offenen Brief an die EU geschrieben hatte: "In jedem Land, in dem wir arbeiten, folgt Apple dem Gesetz und zahlt alle Steuern, die wir schulden." Das scheint so nicht ganz richtig zu sein. Denn der Tech-Riese scheint selbst zu entscheiden, wie viel Steuern gezahlt werden.

Auch in Deutschland und Europa ein Problem

In den letzten drei Jahren soll Apple die EU-Staaten um bis zu 21 Milliarden Euro gebracht haben, so eine im Juni veröffentlichte Studie des Europäischen Parlaments. Wie EU-Abgeordneter Martin Schirdewan betonte, schaden die fehlenden Steuereinnahmen der Gesellschaft und der EU entgehen dadurch hohe Geldbeträge für wichtige öffentliche Investitionen. Auch in Deutschland ist der iKonzern mit seinen Steuerzahlungen aufgefallen. Im Vergleich zu zehn Milliarden Euro Umsatz hatte Apple 2016 lediglich 23,47 Millionen Euro Steuern gezahlt - gemessen am Umsatz ist das vergleichsweise wenig.

Die Öffentlichkeit bekommt jedoch von diesen hohen Diskrepanzen bei Steuergeldern sehr wenig mit. "Diese sind bedeutende Fälle. Der Öffentlichkeit entgehen diese Fälle jedoch aus irgendeinem Grund", sagte Santa Clara County-Gutachter Larry Stone im Gespräch mit Business Insider. "Unternehmen sind bereit, Millionen von Dollar für Rechtsanwälte auszugeben, um gegen Steuerurteile Berufung einzulegen", fügte er hinzu, "dabei stehen Millionen auf dem Spiel."

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Iakov Filimonov / Shutterstock.com, Vytautas Kielaitis / Shutterstock.com

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