MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

13.01.26 07:30 Uhr

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.

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+++++ TAGESTHEMA I +++++

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Die USA werden einen Zoll von 25 Prozent für jedes Land erheben, das Geschäfte mit dem Iran tätigt. Dies kündigte US-Präsident Donald Trump am Montag an. Damit erhöht er den Druck auf den Staat mit den weiter anhaltenden Protesten gegen die dortige Regierung. "Mit sofortiger Wirkung wird jedes Land, das Geschäfte mit der Islamischen Republik Iran macht, einen Zoll von 25 Prozent auf sämtliche mit den Vereinigten Staaten von Amerika getätigten Geschäfte zahlen", schrieb Trump auf Truth Social. Der US-Präsident bezeichnete die Anordnung als "endgültig und abschließend", machte jedoch keine Angaben dazu, auf welcher Rechtsgrundlage die Zölle basieren würden. Es bleibt unklar, ob der 25-Prozent-Zoll zusätzlich zu bestehenden Abgaben erhoben wird, die von Irans Wirtschaftspartnern gezahlt werden. Irans wichtigster Handelspartner ist der Datenplattform Observatory of Economic Complexity zufolge China. Zu den weiteren Partnern gehören die Türkei, Indien, Pakistan und Armenien. Russland und der Iran unterzeichneten zudem 2025 ein Freihandelsabkommen, was den Umfang der gegenseitigen Geschäfte laut russischer Staatsnachrichtenagentur TASS erhöht hat. Höhere Zölle gegen China könnten einen fragilen Handelsfrieden gefährden, auf den sich Trump und der chinesische Staatschef Xi Jinping nach einem Treffen im Oktober geeinigt hatten. Die Erhöhung könnte zudem einen Pakt zur Handels- und Ölentwicklung gefährden, den Trump im vergangenen Jahr mit Pakistan geschlossen hat, sowie laufende Gespräche mit Indien torpedieren. Indien zahlt bereits Zölle von 50 Prozent, unter anderem für den Kauf von sanktioniertem russischem Öl. Der Zollschritt erfolgt zudem während der Oberste Gerichtshof der USA prüft, ob Trump seine rechtlichen Befugnisse überschritten hat, indem er Zölle auf Basis des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) erlassen hat. Der US-Supreme Court könnte sein Urteil in diesem Fall bereits am Mittwoch verkünden.

+++++ TAGESTHEMA II +++++

Wertberichtigungen im Gesamtvolumen von knapp 300 Millionen Euro wirken sich negativ auf den operativen Gewinn der Symrise AG im vierten Quartal aus. Wie der im DAX notierte Duft- und Aromenhersteller mitteilte, erfolgt die eine Wertberichtigung von 145 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem Plan, das Geschäft mit Terpenen zu veräußern. Zudem schreibt Symrise 150 Millionen Euro auf die Beteiligung an der Swedencare AB ab. Symrise führe derzeit fortgeschrittene Gespräche mit potenziellen Interessenten über den Verkauf des Geschäfts mit Terpenen, so der Konzern. Basierend auf den bisher erhaltenen Angeboten komme der internationale Rechnungslegungsstandard IFRS 5 zur Anwendung, was eine nicht zahlungswirksame Wertberichtigung im vierten Quartal nach sich ziehe. Diese belaste das EBIT. Wertverluste der Beteiligung an Swedencare führten zu einer "wesentlichen Abweichung des für das Geschäftsjahr 2025 gegenüber den aktuellen Kapitalmarkterwartungen und der veröffentlichten Prognose erwarteten Ergebnisse", so der Konzern weiter. Die nicht zahlungswirksame Wertberichtigung der Beteiligung wirke sich negativ auf das EBITDA aus. Beide Maßnahmen hätten keine Auswirkung auf die Liquidität und das operative Geschäft. Sie werden im Rahmen der Ergebnisberichterstattung bereinigt. Symrise wird seine Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 am 4. März vorlegen.

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++

07:00 DE/Südzucker AG, Ergebnis 3Q

07:00 CH/Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli AG, Jahresumsatz

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12:45 US/JP Morgan Chase & Co, Ergebnis 4Q

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

-US

14:30 Verbraucherpreise Dezember

PROGNOSE: +0,3% gg Vm/+2,7% gg Vj

zuvor: k.A.

Verbraucherpreise Kernrate

PROGNOSE: +0,3% gg Vm/+2,8% gg Vj

zuvor: k.A.

16:00 Neubauverkäufe September

PROGNOSE: -11,3% gg Vm

zuvor: +20,5% gg Vm

16:00 Neubauverkäufe Oktober

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PROGNOSE: 718.000 Einheiten

zuvor: k.A.

+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++

Aktuell:

Index zuletzt +/- %

DAX Futures 25.562,00 -0,1%

E-Mini-Future S&P-500 6.972,10 -0,1%

E-Mini-Future Nasdaq-100 25.749,50 -0,2%

Nikkei-225 (Tokio) 53.586,32 +3,2%

Hang-Seng (Hongk.) 26.792,46 +0,7%

Shanghai-Comp. 4.150,35 -0,4%

Montag:

DAX 25.405,34 +0,6%

DAX-Future 25.589,00 +0,8%

XDAX 25.459,84 +0,2%

MDAX 32.320,50 +0,5%

TecDAX 3.837,50 +0,5%

SDAX 18.190,77 +0,4%

Euro-Stoxx-50 6.016,30 +0,3%

Stoxx-50 5.099,38 +0,3%

Dow-Jones 49.590,20 +0,2%

S&P-500 6.977,27 +0,2%

Nasdaq Composite 23.733,90 +0,3%

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

EUROPA

Ausblick: Europas Börsen dürften wenig verändert in den Handel am Dienstag starten. Mit den Zahlen von JP Morgan am Mittag wird die Berichtssaison in den USA offiziell eröffnet. Noch wichtiger für die Märkte ist allerdings die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise für Dezember. Erwartet wird sowohl in der Gesamtrate als der Kernrate ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Nach der günstigen November-Lesung, die durch den Regierungs-Shutdown beeinflusst worden war, sind die aktuellen Daten von besonderem Interesse.

Rückblick: Für etwas Unterstützung sorgte der Sentix-Konjunkturindex für die Eurozone. Er stieg im Januar auf minus 1,8 von minus 6,2, erwartet worden war lediglich eine Besserung auf minus 4,9. "Nach den deutschen Daten zu den Aufträgen und zur Industrieproduktion zeigt nun auch der Sentix, dass die Konjunktur anzieht", so ein Marktteilnehmer. Entwarnung kann aber noch keine gegeben werden. Dass die US-Regierung eine erneute Attacke auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank gestartet hat, wurde ignoriert, wie sonst auch alle geopolitischen Krisen. Der Sektor Basis Resources gewann 1,8 Prozent, Fresnillo haussierten mit dem steigenden Silberpreis um weitere 6,5 Prozent. Im Bankensektor ging es für die Aktie von Barclays um 2,4 Prozent abwärts - belastet nach Aussage von Marktstratege Neil Wilson von Saxomarkets von der von US-Präsident Trump geforderten einjährigen Obergrenze für Kreditkartenzinsen von 10 Prozent. Heineken büßten mit der Nachricht 4,1 Prozent ein, dass der CEO geht.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Fester - Der DAX markierte bei 25.421 Punkten ein neues Allzeithoch. Es war bereits das fünfte in diesem Jahr. Für FMC ging es 2,9 Prozent nach oben. Treiber dürfte hier das beschleunigte Aktienrückkaufprogramm des Dialyse-Anbieters gewesen sein. Fresenius gewannen 3 Prozent. Konsumwerte waren in der Hoffnung auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft im laufenden Jahr gesucht. So ging es für die Aktie von Beiersdorf um 3,1 Prozent nach oben, Douglas gewannen 1,5 Prozent oder Zalando 1,0 Prozent. Auch Rüstungswerte lagen gut im Markt. TKMS setzten die jüngste Rally fort und gewannen 12,4 Prozent. Der Rüstungskonzern hat vor wenigen Tagen ein Gebot für German Naval Yards Kiel (GNYK) abgeben. Die MWB-Analysten stuften dies als positiv ein. Renk gewannen 3,2 Prozent, für Rheinmetall ging es nach dem jüngsten Kurssprint dagegen um 0,5 Prozent nach unten. Tui fielen um 0,7 Prozent und Lufthansa um 1 Prozent, in Paris verloren Air France-KLM 1 Prozent. "Das ist die Furcht vor einer Eskalation im Iran", so ein Marktteilnehmer. Noch zeigten sich die Ölpreise zwar ruhig, das könne sich aber schnell ändern.

XETRA-NACHBÖRSE

Die verhalten positive Stimmung an der Wall Street hat die Kurse im nachbörslichen Handel am Montag gestützt. Symrise tendierten am Abend 2 Prozent höher. Der Duft- und Aromenhersteller musste Wertberichtigungen vornehmen, die das operative Ergebnis des vierten Quartals 2025 belastet haben. Wie Symrise jedoch weiter mitteilte, befindet sich das Unternehmen in fortgeschrittenen Gesprächen über einen Verkauf des Geschäfts mit Terpenen. In einer gesonderten Mitteilung kündigte das Unternehmen einen Aktienrückkauf an. Unter den Nebenwerten stiegen Steico um 1,4 Prozent. Das Unternehmen hatte vorläufige Geschäftszahlen für 2025 veröffentlicht, die über den Prognosen lagen.

USA - AKTIEN

Gut behauptet - Die jüngste Entwicklung im Konflikt zwischen US-Präsident Donald Trump und US-Notenbankchef Jerome Powell belastete die Kurse nur anfangs. Im Tagesverlauf wurde der Rücksetzer zum Kauf genutzt. Vor den Verbraucherpreisdaten am Dienstag hielten sich die Anleger jedoch zurück. Bei den Einzelwerten ging es für die Aktien von Visa (-1,8%), Mastercard (-1,5%), American Express (-4,2%) und Capital One (-6,4%) abwärts. US-Präsident Trump hat eine einjährige Obergrenze für Kreditkartenzinsen von 10 Prozent gefordert. Eli Lilly stiegen um 1,6 Prozent. Hintergrund war ein Medienbericht, wonach der US-Pharmakonzern bereit ist, 15 Milliarden Euro für das französische Biotechnologie-Startup Abivax (+3,2%) zu bieten. Walmart legten um 3 Prozent zu. Die Aktien des Einzelhändelskonzerns werden mit Handelsbeginn am 20. Januar in den Nasdaq-100 aufgenommen und ersetzen dort Astrazeneca. ExxonMobil fielen um 0,5 Prozent, nachdem Präsident Trump angedeutet hatte, er sei geneigt, den Ölkonzern von Bohrungen in Venezuela auszuschließen. Trumps Äußerungen folgten auf eine Aussage von Exxon-Chef Darren Woods, der bei einem Treffen am Freitag gesagt hatte, Venezuela sei derzeit nicht investierbar.

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

January 13, 2026 01:31 ET (06:31 GMT)