MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa -2-
Im nachbörslichen Handel am Mittwoch haben die Kurse nochmals leicht nachgegeben. Die US-Börsen hatten sich mehr oder weniger seitwärts bewegt. Die Entscheidung der US-Notenbank, den Leitzins unverändert zu lassen, war weithin erwartet worden und gab dem Markt keine Impulse. Die Aktien der DWS wurden 4,3 Prozent höher getaxt, nachdem der Vermögensverwalter seine Mittelfristziele erhöht hatte. Wie das Unternehmen weiter mitteilte, hat es mit dem Gewinn je Aktie und der Aufwand-Ertrag-Relation 2025 die eigenen Ziele übertroffen. Die vollständigen Zahlen des vergangenen Jahres wird DWS am Donnerstagmorgen veröffentlichen.
USA - AKTIEN
Kaum verändert - Nach ihrem jüngsten Anstieg legten die Börsen eine Pause ein. Der Zinsentscheid der US-Notenbank fiel wie erwartet aus und bewegte kaum. Die positive Stimmung im Technologiesektor wurde gestützt vom Nvidia-Zulieferer SK Hynix aus Südkorea. Der Konzern hat im Schlussquartal 2025 ein Rekordergebnis erzielt. Dazu gesellten sich auch aus Europa positive Sektorschlagzeilen, denn ASML überzeugte mit Geschäftsausweis und Ausblick. Zudem befeuerte im Halbleitersegment Texas Instruments die optimistische Stimmung mit einem starken Ausblick - der Kurs stieg um 9,9 Prozent. Anleger sahen daher handfeste Gründe, auf eine Fortdauer des KI-Booms zu setzen. China hat erstmals Käufe von Nvidias beliebtem KI-Chip H200 genehmigt und mehreren chinesischen Kunden des Unternehmens die entsprechende Autorisierung erteilt, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichteten. Der Kurs stieg um 1,6 Prozent. Seagate Technology (+19,1%) hat die Analystenschätzungen im vierten Quartal geschlagen und hofft, auch zukünftig von der Nachfrage durch KI-Datenzentren zu profitieren. Die Wettbewerbertitel Western Digital zogen um 10,7 Prozent an - Sandisk um 9,6 Prozent, Micron Technology um 6,1 Prozent. F5 stiegen um 8,1 Prozent, die Cloud-Software-Gesellschaft überzeugte mit starken Geschäftszahlen und einem verbesserten Ausblick. Gegen den Trend im Sektor brachen Qorvo um 6,8 Prozent ein - der Hersteller von speziellen Halbleitern verschreckte mit einem schwachen Ausblick. GE Vernova (+2,8%) hatte nach soliden Geschäftszahlen den Ausblick für das kommende Jahr angehoben. AT&T (+4,7%) hatte die Markterwartungen in der Schlussperiode 2025 überboten. Amazon (-0,7%) trennt sich von rund 16.000 Mitarbeitern in der Verwaltung. Johnson & Johnson (+1,5%) hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für eine Behandlung bestimmter Patienten mit multiplem Myelom erhalten.
USA - ANLEIHEN
Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen vor allem am langen Ende des Marktes, im Zehnjahresbereich um 2 Basispunkte auf 4,25 Prozent. Die Erwartungen konzentrierten sich weiterhin auf zwei Zinssenkungen von jeweils 25 Basispunkten vor Jahresende, merkte Analyst Abdelaziz Albogdady von FXEM mit Blick auf die weniger deutlich steigenden Renditen am kurzen Ende des Marktes an.
+++++ DEVISENMARKT +++++
Devisen zuletzt +/- % 0:00 Vortag Mi, 17:15 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1985 +0,2% 1,1956 1,1938 +2,5%
EUR/JPY 183,36 -0,0% 183,43 183,42 -0,4%
EUR/CHF 0,9176 -0,1% 0,9186 0,9190 -1,5%
EUR/GBP 0,8661 -0,0% 0,8663 0,8664 -0,2%
USD/JPY 152,99 -0,3% 153,42 153,65 -2,8%
GBP/USD 1,3837 +0,2% 1,3804 1,3780 +2,8%
USD/CNY 6,9737 -0,0% 6,9749 6,9753 -0,9%
USD/CNH 6,9426 -0,0% 6,9436 6,9465 -0,5%
AUS/USD 0,7082 +0,6% 0,7039 0,6994 +5,1%
Bitcoin/USD 88.199,75 -1,2% 89.253,25 89.190,60 +0,5%
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
Der US-Dollar machte nach dem Fed-Entscheid einen kleinen Teil seiner jüngsten Verluste wett. Der Dollar-Index stieg um 0,2 Prozent.
+++++ ROHSTOFFE +++++
METALLE
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold 5.583,11 5.415,55 +3,1% 167,56 +19,9%
Silber 120,26 116,82 +2,9% 3,44 +57,3%
Platin 2.323,81 2.267,11 +2,5% 56,70 +25,5%
Kupfer 6,37 5,93 +7,5% 0,44 +2,6%
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
Die Hausse im Goldpreis setzte sich fort. Die Feinunze markierte weitere Allzeithochs und notierte im späten Handel 4 Prozent höher bei 5.388 Dollar. Auch in Euro war sie so teuer wie nie. Damit ist das Edelmetall bereits den meisten Jahresprognosen enteilt. Die Deutsche Bank hält nun einen Anstieg auf 6.000 Dollar noch in diesem Jahr für möglich - genauso Nigel Green von DeVere. Der Goldpreis setzt seinen Anstieg am Donnerstag fort und klettert im Hoch bis knapp an die Marke von 5.600 Dollar.
ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 64,09 63,21 +1,4% 0,88 +8,3%
Brent/ICE 69,25 68,40 +1,2% 0,85 +10,5%
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
Die Ölpreise zogen mit wachsenden Spannungen zwischen dem Iran und den USA an. Unterstützung erhielten die Preise auch von den Lagerbestandsdaten der staatlichen Energy Information Administration. Demnach haben sich die Ölvorräte der USA in der vergangenen Woche verringert. Das Barrel US-Öl der Sorte WTI verteuerte sich um 1,3 Prozent auf 63,21 Dollar.
+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++
US-NOTENBANK
hat ihren Leitzins wie erwartet stabil gehalten - ungeachtet der Forderungen von Präsident Donald Trump nach raschen Senkungen. Die Spanne liegt weiter zwischen 3,50 und 3,75 Prozent, wie die Fed mitteilte. Börsianer und Ökonomen hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Die beiden Ratsmitglieder Stephen Miran und Christopher Waller votierten für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte. Die Unabhängigkeit der US-Notenbank ist derzeit heiß umkämpft. Fed-Chef Jerome Powell widersteht dem Druck von Trump, doch seine Amtszeit endet am 15. Mai. Im Fokus stehen deshalb potenzielle Nachfolger, die bereit wären, geldpolitische Entscheidungen stärker mit den wirtschaftlichen Zielen des Weißen Hauses in Einklang zu bringen. Diese personelle Weichenstellung könnte die langfristige Glaubwürdigkeit der Fed an den Finanzmärkten entscheidend prägen und die Debatte über das Ausmaß politischer Einflussnahme neu entfachen. Anleger beobachten daher mit Argusaugen die Entwicklungen bei der Fed.
DWS
hat ein Rekordjahr mit einem vierten starken Quartal gekrönt. Die Vermögensverwaltungstochter der Deutschen Bank übertraf sowohl die eigene Gewinnprognose als auch jene der Analysten. Bei den Nettomittelzuflüssen im Schlussquartal schnitt die DWS dagegen etwas schwächer ab als erwartet. Bereits am Vorabend hatte das Unternehmen die mittelfristigen Ziele erhöht und eine Sonderdividende für 2027 in Aussicht gestellt. Für das vierte Quartal wurden folgende Eckdasten bekannt gegeben (Angaben in Millionen Euro, Ausnahme Ergebnis je Aktie in Euro, Nettomittelflüsse und das verwaltete Vermögen in Mrd Euro, Aufwand-Ertrags-Relation in Prozent, Bilanzierung nach IFRS):
. BERICHTET PROG PROG
4. QUARTAL 4Q25 ggVj 4Q25 ggVj 4Q24
Erträge 902 +23% 848 +16% 731
Aufwand-Ertrags-Relation 53,9 -- 54,4 -- 64,6
Nettomittelflüsse 10,5 -43% 12,3 -33% 18,4
Verwaltetes Vermögen 1.085 +7% 1.081 +7% 1.012
Ergebnis vor Steuern 416 +61% 386 +49% 259
Ergebnis je Aktie 1,48 +68% 1,36 +55% 0,88
hat einer Zahlung von 135 Millionen US-Dollar zugestimmt, um eine Klage beizulegen, in der der Alphabet-Tochter vorgeworfen wurde, ihr Android-Betriebssystem so programmiert zu haben, dass es illegal Mobilfunkdaten von Verbrauchern erhebt. Google hat sich zudem verpflichtet, die Nutzungsbedingungen von Google Play sowie die Einrichtungsbildschirme für neue Android-Mobilgeräte zu ändern. Damit sollen die Datenpraktiken offengelegt und die Zustimmung der Nutzer zur Verwendung ihrer Daten eingeholt werden.
IBM
erzielte im vierten Quartal einen Gewinn von 5,60 Milliarden Dollar oder 5,88 Dollar je Aktie, verglichen mit 2,92 Milliarden Dollar oder 3,09 Dollar je Aktie im Vorjahr. Ohne Berücksichtigung bestimmter einmaliger Posten lag der bereinigte Gewinn je Aktie bei 4,52 Dollar und damit über den von Analysten laut Factset erwarteten 4,31 Dollar. Der Umsatz stieg um 12 Prozent auf 19,69 Milliarden Dollar. Von Factset befragte Analysten hatten einen Umsatz von 19,21 Milliarden Dollar prognostiziert. Getragen wurde der Umsatz von den Bereichen Software und Infrastruktur, die um 14 Prozent bzw. 21 Prozent zulegten.
META PLAFORMS
hat für das vierte Quartal einen neuen Rekordumsatz ausgewiesen und die Investitionsprognose für 2026 massiv angehoben - ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen sein ehrgeiziges Tempo bei der KI-Expansion nicht drosseln wird. Meta teilte mit, die Investitionsausgaben könnten im laufenden Jahr bis zu 135 Milliarden Dollar erreichen, was etwa 20 Prozent über den Erwartungen der Wall Street liegt und fast doppelt so hoch ist wie das Investitionsniveau des Vorjahres.
MICROSOFT
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
January 29, 2026 01:38 ET (06:38 GMT)