Neue Strategie

thyssenkrupp-Aktie tiefer: thyssenkrupp-Vorstand wird erweitert - operative Steuerung

30.11.23 16:04 Uhr

thyssenkrupp-Aktie tiefer: thyssenkrupp-Vorstand wird erweitert - operative Steuerung | finanzen.net

thyssenkrupp will die einzelnen Geschäfte wieder enger führen, um seine Renditeziele zu schaffen.

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Der Aufsichtsrat des Industriekonzerns beschloss dazu am Abend eine Erweiterung des Konzernvorstands von drei auf fünf Mitglieder, wie er in Essen mitteilte. Der Vorstand solle auch die operative Steuerung des Unternehmens übernehmen - mit den Schwerpunkten Performance und Portfolio, heißt es in der Mitteilung.

Überdies wurde mit Jens Schulte ein Nachfolger für Finanzvorstand Klaus Keysberg gefunden, der Anfang September seinen Rückzug im nächsten Jahr angekündigt hatte. Schulte ist derzeit in gleicher Funktion bei der Schott AG tätigt. Sein Wechsel werde voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres erfolgen.

Den Konzernvorstand erweitern sollen zu Jahresbeginn zwei Manager aus der zweiten Reihe des Unternehmens: Volkmar Dinstuhl, zuletzt Chef des aufgelösten Geschäftsbereichs Multi Tracks, soll künftig für das Automotive-Geschäft verantwortlich sein. Ilse Henne, Vorstandsmitglied des Werkstoffhandels Material Services, verantwortet diese Sparte künftig im Konzernvorstand. Konzernchef Miguel Lopez behält die Verantwortlichkeiten für die neue Sparte Decarbon Technologies sowie das Stahlgeschäft, Personalvorstand Oliver Burkhard bleibt Chef des Marineschiffbaus.

Der neue Thyssenkrupp-Chef Miguel Lopez will den Konzern binnen zwei Jahren auf Performance trimmen und so die von seiner Vorgängerin Martina Merz ausgegebenen, aber zuletzt kaum erreichbar scheinenden Mittelfristziele erreichen.

Mit der Vorstandserweiterung nimmt der Konzernchef Abschied vom Konzept der "Group of Companies", das seine Vorgängerin Martina Merz auf den Weg gebracht hatte.

Hauptaktionär stellt sich im drohenden Machtkampf hinter Vorstand

Dem Industriekonzern thyssenkrupp droht mitten im Umbau ein Machtkampf. Die einflussreiche Krupp-Stiftung, mit rund 21 Prozent größter Einzelaktionär, stärkte am Donnerstag dem Vorstand um den neuen Chef Miguel Lopez den Rücken. Sie begrüße die Erweiterung des Vorstands, teilte die Stiftung mit. Das Gremium könne optimal mit dem herausfordernden Umfeld umgehen und das laufende Performanceprogramm zielgerichtet fortsetzen. Die Arbeitnehmervertreter waren auf die Barrikaden gegangen, weil die Personalien gegen ihren Willen nur dank des doppelten Stimmrechts von Aufsichtsratschef Siegfried Russwurm durchgesetzt wurden.

"Mit der heutigen Bestellung von zwei zusätzlichen Vorstandsmitgliedern gegen die Stimmen der Arbeitnehmerbank im Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG findet ein Kulturbruch in der Mitbestimmung statt", erklärten die Arbeitnehmervertreter in einer Pressemitteilung. Zum ersten Mal in der Geschichte des Unternehmens seien Vorstände trotz der geschlossenen Ablehnung der Arbeitnehmerseite bestellt worden.

thyssenkrupp wollte dies nicht kommentieren. Der Konzern hatte zuvor mitgeteilt, den Finanzchef des Mainzer Spezialglasherstellers Schott AG verpflichtet zu haben. Jens Schulte solle die Nachfolge des thyssenkrupp-Finanzchefs Klaus Keysberg antreten. Während diese Personalie nach Angaben der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat einstimmig erfolgte, kam es bei der Bestellung zweier zusätzlicher Vorstände - Volkmar Dinstuhl für Automotive Technology und Ilse Henne für Materials Services - zum Eklat. "Diese Zäsur wird Spuren hinterlassen und dem bislang ausgewogenen und konstruktiven Dialog im Aufsichtsrat dauerhaft Schaden zufügen."

"DIE MASKE IST GEFALLEN"

Die Kritik richte sich in erster Linie nicht gegen die beiden zusätzlichen Vorstände, sondern vor allem um die Vergrößerung des Gremiums, sagte ein Vertreter der bei thyssenkrupp stark vertretenen Gewerkschaft IG Metall. "In den Betrieben werden Investitionen gestrichen, ein Sparprogramm jagt das andere und gleichzeitig wird der Vorstand fast verdoppelt - das ist Wein trinken und Wasser predigen."

In weniger als einem halben Jahr nach seinem Amtsantritt droht dem neuen Vorstandschef Miguel Lopez ein Machtkampf mit der Arbeitnehmerbank, ohne deren Unterstützung Pläne für die Zukunft der Stahlsparte oder die Marine-Werften schwieriger zu vermitteln sein dürften. "Die Maske ist heute gefallen; die Anteilseigner und der neue CEO Lopez brechen mit der bewährten Mitbestimmungspraxis bei thyssenkrupp."

Bei Investoren gab es hingegen Zuspruch für den Manager, der im Juni die Führung des Ruhrkonzerns übernommen hatte. "Wir begrüßen die Entscheidung des Aufsichtsrats ausdrücklich", sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Marc Tüngler, der Nachrichtenagentur Reuters. Endlich habe thyssenkrupp eine starke Führung, die Mut zu Veränderungen habe und offenbar auch schwierige Entscheidungen durchsetzen könne. thyssenkrupp habe damit die Chance, Blockaden aufzubrechen und den Umbau des Konzerns und eine bessere Performance voranzutreiben. "Es ist keine Überraschung, dass die Mitbestimmung dabei Bauchschmerzen bekommt. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sind aber ausschließlich dem Wohle des Konzerns verpflichtet."

Via XETRA verliert die thyssenkrupp-Akite zeitweise 0,94 Prozent auf 6,95 Euro.

FRANKFURT (Dow Jones) / Reuters

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