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20.11.2011 13:00

Deutsche Konjunktur: Talfahrt macht Pause

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Nach dem Absturz im laufenden Jahr hat das Ökonomen-Barometer zunächst einen Boden gefunden.
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€uro am Sonntag
von Thomas Schmidtutz, €uro am Sonntag

Führende Volkswirte erwarten für das kommende Jahr eine deutliche wirtschaftliche Abkühlung in Deutschland, aber keine Rezession. Das geht aus dem Ökonomen-Barometer von €uro am Sonntag und des Nachrichtensenders n-tv für den November hervor. Danach blieb die Einschätzung der aktuellen Lage zuletzt mit 59,6 Punkten gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert.

Auch der Erwartungswert verharrte mit 47,3 Punkten weitgehend auf dem Niveau der beiden Vormonate. Damit hat sich das Ökonomen-Barometer nach der steilen Talfahrt seit Jahresanfang zuletzt stabilisiert. Allerdings signalisieren Werte unter 50 Punkten eine wirtschaftliche Schrumpfung. Zur jüngsten Beruhigung dürften die einigermaßen robusten Konjunkturdaten beigetragen haben. So legte der Export im September im Jahresvergleich um 10,5 Prozent auf 95 Milliarden Euro zu. Auch am Arbeitsmarkt ist die Lage bislang noch gut. Im Oktober sank die Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat um 59.000 auf 2,74 Millionen und damit auf den niedrigsten Stand seit Oktober 1991. Die gute Beschäftigungslage treibt den Konsum. Angekurbelt von kaufwilligen Verbrauchern, wuchs die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal mit einem Plus von 0,5 Prozent unerwartet kräftig. Allerdings wachsen auch die Risiken: „Die Schuldenproblematik legt sich wie Mehltau auf die Konjunktur“, warnte etwa der Chef der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, vor wenigen Tagen.


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Ungeachtet des unlängst verabschiedeten Rettungspakets für Griechenland erwartet die Mehrheit der befragten Ökonomen keine wesentliche Beruhigung der Finanzmärkte im kommenden Jahr. Danach erklärten 52 Prozent, auch 2012 werde die Situation an den Finanzmärkten unruhig bleiben, immerhin 40 Prozent erklärten dagegen, die Lage werde sich entspannen. Die EU-Pläne sehen unter anderem ein neues milliardenschweres Hilfspaket für Griechenland, eine Aufstockung des Rettungsschirms EFSF, sowie härtere Eigenkapitalanforderungen für Banken vor.

Mit dem verabschiedeten Rettungs­paket habe man „wahrscheinlich ­genug Zeit gekauft, um die nächsten zwölf Monate ohne Kernschmelze an den Finanzmärkten zu überstehen“, sagte Prof. Jürgen Kähler von der Uni Erlangen-Nürnberg. Auch Jochen Kurt Hartwig, Leiter der Abteilung ­Internationale Konjunktur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich erklärte, das Paket sei „noch nicht das letzte Wort“, leiste aber einen „positiven Beitrag“. Demgegenüber warnte Prof. Oliver Holtemöller vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), es sei allenfalls „eine vorübergehende Beruhigung zu erwarten“. Die grundlegenden Probleme wie die institu­tionelle Unterbindung übermäßiger Staatsschulden seien noch nicht gelöst. Auch Prof. Ulrich van Suntum von der Uni Münster zeigte sich skeptisch. Das Vertrauen der Finanzmärkte lasse sich nicht dadurch gewinnen, dass die Retter selbst immer höhere Risiken eingingen. „Nur massive und unumkehrbare Reformen in Richtung fiskalischer Solidität könnten dies leisten, aber davon sind wir meilenweit entfernt.“

Die Kommentare der Volkswirte finden Sie hier (pdf)

Unterdessen treffen CDU-Pläne zur Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns in Deutschland unter Ökonomen auf überraschend hohe Sympathie. Immerhin 32 Prozent der Volkswirte halten die Initiative für richtig, 58 Prozent lehnen den Vor­stoß indes kategorisch ab.

Nach dem auf dem jüngsten Parteitag verabschiedeten Antrag hat sich die CDU für eine „allgemein verbindliche Lohnuntergrenze“ für Branchen ausgesprochen, in denen kein tariflich festgelegter Lohn existiert. Die Höhe soll eine Kommission von Arbeitnehmern und Arbeitgebern festlegen. „Die zunehmende Schere von Hoch- und Niedriglohnbeziehern geht zu weit auseinander, um im Sinne einer sozialen Marktwirtschaft noch sozialen Frieden ohne Mindestlohnregulierung sicherzustellen“, sagte Prof. Karl Neumärker von der Uni Freiburg. Prof. Stephan Klasen von der Uni Göttingen begrüßte die Pläne ebenfalls: „Wir brauchen ­einen Mindestlohn allein schon deshalb, weil Aufstocker im Hartz-IV-­System perverse Anreize an Arbeit­geber geben, Löhne zu senken.“

Dagegen warnten viele Experten vor den Folgen für den Arbeitsmarkt. Mindestlöhne vernichteten Arbeitsplätze, erklärte Prof. Wilfried Fuhrmann von der Uni Potsdam. „Entweder fallen dann Jobs weg oder die Schwarzarbeit steigt“, sagte auch Prof. Siegfried Franke von der Uni Stuttgart. Für das Ökonomen-Barometer wurden vom 8. bis zum 15. November rund 600 Volkswirte in Banken, Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsverbänden befragt.

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