OTS: J.P. Morgan Asset Management / Kapitalmarktstratege Tilmann Galler von ...

27.01.26 12:02 Uhr

Kapitalmarktstratege Tilmann Galler von J.P. Morgan Asset Management:

"Der Bullenmarkt geht ins vierte Jahr - Qualität wird entscheidend"

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Frankfurt (ots) - In den vergangenen zwölf Monaten erlebten die Aktienmärkte

eine "Bad-Quality-Rally": Zyklische Aktien mit geringer Qualität liefen stark,

während qualitativ hochwertige Titel schlechter abschnitten. "Besonders nach dem

April 2025 hat sich dieser Trend verstärkt", erklärt Tilmann Galler,

Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management, bei der Vorstellung des

Guide to the Markets für das erste Quartal 2026. Doch der Bullenmarkt geht nun

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ins vierte Jahr, und die Bewertungen liegen am oberen Ende des historischen

Spektrums. "Wenn der Bullenmarkt ermüdet, steigt das Risiko für Anleger, von

Rückschlägen betroffen zu sein", warnt Galler.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen blieben zwar konstruktiv, doch

Inflationsrisiken würden steigen. Eine breitere Diversifikation könnte helfen,

sich gegen mögliche Rückschläge zu wappnen. Aus seiner Sicht sollten Anlegeinnen

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und Anleger verstärkt auf Qualität setzen - Unternehmen mit stabilen Bilanzen

und verlässlichen Ausschüttungen. Chancen sieht er bei europäischen Aktien,

China Tech und Emerging-Markets-Anleihen. Alternative Anlagen mit Fokus auf

Infrastruktur und Transport dienten zudem gut als Inflationsschutz.

Inflation als Schlüsselrisiko - Geldpolitik bleibt unterstützend

"Inflation ist das Schlüsselrisiko für dieses Jahr", sagt Tilmann Galler. Die

Kerninflation in den USA lag im November 2025 bei 2,7 Prozent und damit deutlich

über dem Zwei-Prozent-Ziel der Fed. Die angekündigten Zölle der neuen

US-Regierung dürften zusätzlichen Inflationsdruck erzeugen. "Eine der Lehren aus

den Jahren 2021 und 2022 lautet: Notenbanken allein können keine Inflation

schaffen, aber Staaten schon", stellt Tilmann Galler fest. Gerade wenn es viel

staatlich induzierte Nachfrage gebe, wirke dies inflationssteigernd.

In den USA ist mit weiterem fiskalischem Stimulus zu rechnen. Mit Blick auf die

Midterm-Wahlen im November 2026 kündigte US-Präsident Trump beispielsweise

bereits an, Einnahmen aus seiner Zollpolitik als Schecks an die Bevölkerung zu

verteilen. Rund 2.000 Dollar könnten dabei an jeden Haushalt mit geringerem

Einkommen ausgeschüttet werden - insgesamt ein Volumen von etwa 150 Milliarden

Dollar. Der Arbeitsmarkt zeigt derweil erste Schwächezeichen: Die

Arbeitslosenquote stieg im November auf 4,6 Prozent, und damit den höchsten Wert

seit vier Jahren.

Auch sei von den Märkten eingepreist, dass die Fed 2026 noch zwei Zinssenkungen

vornehme. Die US-Notenbank Federal Reserve bleibt 2026 laut Tilmann Galler

weiter im Fokus, auch da einige personelle Veränderungen anstünden; unter

anderem endet im Mai die Amtszeit von Jerome Powell. So geht der Ökonom davon

aus, dass Notenbanken eine etwas höhere Inflation tolerieren dürften, solange

das Lohnwachstum im Rahmen bliebe.

In Europa lag die Kerninflation im Dezember bei 2,3 Prozent und zuletzt bei 2,0

Prozent - das Zinsniveau dürfte nach Meinung von Tilmann Galler in diesem Jahr

stabil bleiben.

Fiskalpolitik und Tech-Investitionen stützen Wachstum

Die expansive Fiskalpolitik stützt nach wie vor das Wachstum in vielen Regionen

weltweit: in Deutschland dürfte sich das

800-Milliarden-Euro-Infrastrukturprogramm bemerkbar machen, viele europäische

Länder profitierten vom EU-Wiederaufbaufonds, und auch in China ist mit mehr

fiskalischem Stimulus zu rechnen. Laut Tilmann Galler haben die USA bei diesen

Investitionsausgaben allerdings ihr Pulver allmählich verschossen.

Auch werden diese fiskalpolitischen Ausgaben von den gewaltigen Investitionen in

Technologie und KI fast überlagert. "Die jetzigen Investitionsvorhaben sind

ähnlich hoch wie frühere technologische Revolutionen zusammengenommen", erklärt

Galler. Er sieht 2025 als ein Wendejahr, weil US-Hyperscaler erstmals auch

Fremdkapital aufnahmen, um Investitionen zu stemmen. "Es wird sich zeigen, ob

sich die gewaltigen Investitionssummen rechnen werden", so der Stratege.

Was Historie über einbrechende Bullenmärkte lehrt

Mit Blick auf einen möglichen Einbruch beim derzeit laufenden Bullenmarkt hat

J.P. Morgan Asset Management analysiert, welche Sektoren bei zwei der größten

Marktkorrekturen der vergangenen 25 Jahre Stabilität boten: beim Platzen der

Dotcom-Blase (2000-2002) und während der Finanzkrise (2007-2009). Das Ergebnis:

Während bei der Dotcom-Krise Tech-Aktien massiv einbrachen, hielten sich

defensive Sektoren deutlich besser. "Dividendentitel mit hohen

Dividendenrenditen zeigten in beiden Krisen deutlich geringere Verluste als der

Gesamtmarkt", betont Galler. Auch defensive Sektoren wie Gesundheit und

Basiskonsumgüter zeigten relative Stabilität. "Die historischen Daten belegen:

In Stressphasen bieten Qualität, Dividenden und defensive Positionierung

Schutz", fasst Galler zusammen.

In den letzten zwölf Monaten erlebte man allerdings eine "Bad-Quality-Rally",

bei der zyklische Aktien mit geringer Qualität stark liefen. "Der

Bewertungs-Spread zu qualitativ höherwertigen Aktien ist eng geworden", sagt

Galler. Während Qualitätsaktien vor allem seit April 2025 deutlich schlechter

performt haben, könnten sie sich in diesem Jahr deutlich chancenreicher

entwickeln. Zyklische Aktien hält Galler dagegen für teuer.

Die Aktienbewertungen liegen laut Galler insgesamt am oberen Ende des

historischen Spektrums. Für globale Aktien liegt das KGV beispielsweise über 20.

"Eine hohe Bewertung ist aber noch kein Verkaufssignal", erklärt Tilmann Galler.

Solange der Gewinnausblick konstruktiv sei und Unternehmen ihre Gewinne steigern

könnten, blieben die Aussichten positiv.

Chancen bei europäischen Aktien, China Tech, Small Caps sowie

Emerging-Markets-Anleihen

In Europa sieht Tilmann Galler vor allem Chancen bei Wachstumswerten, den

sogenannten "Granolas" als Europas Antwort auf Big-Tech. Auch beim Finanzsektor

in Europa sieht Galler weiteres Aufholpotenzial. Ebenso bestehe bei China Tech

Potenzial. "Chinesische Ressourcen werden massiv im KI-Sektor konzentriert. Es

findet ein enormer Boom beim Aufbau von Rechenzentren statt", erklärt Galler.

Die Wachstums- und Tech-Werte in China hätten aber noch nicht das

Bewertungsniveau wie in den USA.

Bei Small Caps sieht Galler ebenfalls noch Chancen. "Die Small Cap-Bewertungen

sind relativ günstig und könnten eine gewisse zyklische Option gegenüber dem

teuren Large-Cap-Bereich sein", so Galler.

Anleihen sollten aus Sicht des Ökonomen künftig einen wichtigeren Platz im

Portfolio haben. "Der Tech-Bereich ist im Bond-Segment viel weniger vertreten

als bei Aktien", erklärt Galler. Eine Tech-Krise könnte sich ähnlich wie die

Dotcom-Krise auf dem Bond-Markt äußern. Damals haben zehnjährige Anleihen eine

Performance von 29 Prozent erzielt und dadurch Rückgänge bei Aktien kompensiert.

Für besonders interessant hält Tilmann Galler Emerging-Markets-Anleihen. Diese

würden von niedrigeren US-Zinsen und hohen lokalen Realzinsen unterstützt.

Emerging-Markets-Anleihen hätten sogar die Nase etwas vor

Emerging-Markets-Aktien, wo der Kurs-Buchwert am oberen Ende liegt.

Alternative Anlagen: Infrastruktur und Transport als Inflationsschutz, Gold

teuer

Wenn es inflationär werde, wird laut dem Kapitalmarktexperten eine

Diversifikation in Richtung Private Markets für das Portfolio umso sinnvoller.

"Infrastruktur und Transport konnten in früheren Jahren Schutz vor Inflation

bieten", erklärt Galler. Private Equity böte zudem die Chance auf Zugang zum

Tech-Bereich: "Firmen wie OpenAI oder Anthropic sind nicht an der Börse notiert,

sondern in privater Hand. Über Private Markets lässt sich also auch Zugang zu

den zukünftigen Gewinnern des KI-Booms erschließen." Über European Long-Term

Investment Funds (ELTIFs) besteht nun auch für Privatanleger ein regulierter

Zugang zu den Private Markets.

Gold hält Galler für sehr risikobehaftet. "Gold hatte ein exzellentes Jahr, aber

das Preisschild ist relativ hoch", sagt Galler. Die Schmuckindustrie

beispielsweise frage inzwischen weniger nach aufgrund des hohen Preises.

Als Fazit zieht Tilmann Galler: "Wir haben ein konstruktives Umfeld, aber

teilweise sehr hohe Bewertungen. Daher sollten hoch bewertete Segmente weniger

im Fokus stehen." Anleihen böten weiterhin Schutz und könnten eine mögliche

Tech-Krise abfedern, alternative Anlagen könnten vor allem Inflationsschutz

bieten. Aktive Diversifikation bleibt daher unerlässlich.

Die Aufzeichnung der Webkonferenz zum Guide to the Markets für das 1. Quartal

2026 ist hier

(https://event.webcasts.com/starthere.jsp?ei=1739424&tp_key=75d042cab3) zu

finden.

Tilmann Galler (https://www.linkedin.com/in/tilmann-galler-b5840360/), Managing

Director, CEFA/CFA, arbeitet als globaler Kapitalmarktstratege für die

deutschsprachigen Länder bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt. Als Teil

des globalen "Market Insights"-Teams erstellt und analysiert er auf Basis von

umfangreichem Research Informationen rund um die globalen Finanzmärkte und

leitet Implikationen für Investmentstrategien ab. Er verfügt über mehr als 20

Jahre Berufserfahrung in der Finanzbranche und war zuvor unter anderem auch als

Portfolio Manager tätig.

http://www.jpmorganassetmanagement.de/deu/marketinsights

Über J.P. Morgan Asset Management

Als Teil des globalen Finanzdienstleistungskonzerns JPMorgan Chase & Co verfolgt

J.P. Morgan Asset Management das Ziel, Kundinnen und Kunden beim Aufbau

stärkerer Portfolios zu unterstützen. Seit mehr als 150 Jahren bietet die

Gesellschaft hierzu Investmentlösungen für Institutionen, Finanzberater und

Privatanleger weltweit und verwaltet per 31.12.2025 ein Vermögen von 4,2

Billionen US-Dollar. In Deutschland ist J.P. Morgan Asset Management seit über

35 Jahren und in Österreich seit 30 Jahren präsent und mit einem verwalteten

Vermögen von 35 Milliarden US-Dollar, verbunden mit einer starken Präsenz vor

Ort, eine der größten ausländischen Fondsgesellschaften im Markt. Das mit

umfangreichen Ressourcen ausgestattete globale Netzwerk von Anlageexpertinnen

und -Experten für alle Assetklassen nutzt einen bewährten Ansatz, der auf

fundiertem Research basiert. Zahlreiche "Insights" zu makroökonomischen Trends

und Marktthemen sowie der Asset Allokation machen die Implikationen der

aktuellen Entwicklungen für die Portfolios deutlich und verbessern damit die

Entscheidungsqualität bei der Geldanlage. Ziel ist, das volle Potenzial der

Diversifizierung auszuschöpfen und das Investmentportfolio so zu strukturieren,

dass Anlegerinnen und Anleger über alle Marktzyklen hinweg ihre Anlageziele

erreichen.

Wichtige Hinweise: Bei diesem Dokument handelt es sich um Werbematerial. Die

hierin enthaltenen Informationen stellen jedoch weder eine Beratung noch eine

konkrete Anlageempfehlung dar. Sämtliche Prognosen, Zahlen, Einschätzungen und

Aussagen zu Finanzmarkttrends oder Anlagetechniken und -strategien sind, sofern

nichts anderes angegeben ist, diejenigen von J.P. Morgan Asset Management zum

Erstellungsdatum des Dokuments. J.P. Morgan Asset Management erachtet sie zum

Zeitpunkt der Erstellung als korrekt, übernimmt jedoch keine Gewährleistung für

deren Vollständigkeit und Richtigkeit. Die Informationen können jederzeit ohne

vorherige Ankündigung geändert werden. J.P. Morgan Asset Management nutzt auch

Research-Ergebnisse von Dritten; die sich daraus ergebenden Erkenntnisse werden

als zusätzliche Informationen bereitgestellt, spiegeln aber nicht unbedingt die

Ansichten von J.P. Morgan Asset Management wider. Die Nutzung der Informationen

liegt in der alleinigen Verantwortung des Lesers. Der Wert, Preis und die

Rendite von Anlagen können Schwankungen unterliegen. Die Wertentwicklung der

Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die aktuelle und zukünftige

Wertentwicklung. Das Eintreffen von Prognosen kann nicht gewährleistet werden.

J.P. Morgan Asset Management ist der Markenname für das

Vermögensverwaltungsgeschäft von JPMorgan Chase & Co. und seiner verbundenen

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