17.01.2022 15:24

QIX Deutschland: SAP wächst mit Cloud-Portfolio in Q4 fast 30% und kündigt neue Wachstumsziele an

QIX aktuell: QIX Deutschland: SAP wächst mit Cloud-Portfolio in Q4 fast 30% und kündigt neue Wachstumsziele an | Nachricht | finanzen.net
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In Anbetracht geschlossener US-Börsen fehlen dem QIX Deutschland zum Wochenauftakt trotz anhaltender Inflations- und Zinssorgen wichtige Impulse. Am Nachmittag notiert der Index dennoch mit 0,7% im Plus bei 16.680 Punkten.
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SAP-Chef rechnet bei der Cloudsparte für 2022 mit einem Umsatzplus von 23 bis 26%, bei einem gruppenweiten Wachstum von 4 bis 6%. Geplante Strompreis-Beschränkungen in Frankreich könnten von E.ON aufgrund weiter anziehender Preise in der EU zu erneuten Strom-Preiserhöhungen genutzt werden.

Am Montag gehörte im Qualitäts-Index die SAP-Aktie in Anbetracht der jüngsten Wachstumszahlen mit 1,4% auf aktuell 122,20 Euro zu den Tagesgewinnern. Dabei hatte der Software- und IT-Dienstleister am Freitag vorläufige Ergebnisse für das letzte Jahresviertel vorgelegt, und damit letztlich viele Investoren überzeugt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum konnte das Unternehmen die Umsatzerlöse im 4.Quartal um immerhin 6% auf 7,98 Mrd. Euro steigern. Für das gesamte Jahr 2021 verzeichnete SAP dementsprechend eine Umsatzsteigerung von 2% auf 27,84 Mrd. Euro. Allein im Schlussquartal wurden durch das inzwischen stark ausgebaute Cloud-Portfolio gut 2,61 Mrd. Euro eingenommen, was eine Steigerung um 28% war. Vor allem auch die Auftragslage bei der Cloud-Version der Datenbanksoftware "S/4Hana" konnte dabei bedeutend zulegen. In den vergangenen 12 Monaten erzielte Europas größter Softwarehersteller vorläufigen Berechnungen zufolge ein währungsbereinigtes Betriebsergebnis von 8,41 Mrd. Euro. Damit wäre die von SAP anvisierte Prognosespanne, die zwischen 8,1 und 8,3 Mrd. Euro lag, übertroffen worden. Der Vorstand will aber vor allem das Cloud-Geschäft in den kommenden Jahren deutlich ankurbeln, um im Markt für Unternehmenssoftware von US-Konkurrenten wie dem CRM-Spezialisten Salesforce nicht abgehängt zu werden. Dabei gelten in der Branche gerade Softwareangebote im Abo zur Nutzung über das Netz als Zukunftsweisend und sind in weiten Teilen heute sogar schon Standard.

Folglich peilt der SAP-Manager für 2022 mit der Cloudsparte ein Umsatzplus von 23 bis 26% an. Dies wäre ein deutlich schnelleres Wachstum als im vergangenen Jahr, als die Cloud-Erlöse um rund ein Sechstel auf 9,42 Mrd. Euro zulegten. Das Software- und IT-Unternehmen muss das Tempo hier aber demnächst erhöhen, um wie vom Vorstand avisiert bis 2025 mehr als 22 Mrd. Euro an Umsatz mit den Programmen aus der Cloud zu generieren. Die Beschleunigung der Cloud-Geschäfte erfordert aber enorme Investitionen in Technik, Produkte und Werbung, was zunächst Margen und Gewinne drücken dürfte. Viele Analysten sind allerdings skeptisch, ob SAP das bis dahin gelingen kann. Insgesamt erwartet das Management, dass der gesamte Produktumsatz in diesem Jahr nur um 4 bis 6% wächst. Dies würde bedeuten, dass der lukrative Lizenzverkauf von Software weiter zurückgehen dürfte. Dennoch will das Unternehmen in diesem Jahr auch eigene Aktien im Wert von bis zu 1 Mrd. Euro zurückkaufen. Die angekauften Papiere sollen bei SAP künftig für ein anteilsbasiertes Vergütungsprogramm verwendet werden. Das aktuelle KGV der Aktie liegt jedenfalls bei überschaubaren 21. Und mit der Eigenkapitalquote von 51% sind die Walldorfer nicht nur finanziell stark ausgestattet, die solide Eigenkapitalrendite von 17% überzeugt ebenfalls. Damit entspricht das Software-Unternehmen auch wichtigen Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Leichte Kursgewinne auf aktuell 12,30 Euro verzeichnet am Montag im Qualitäts-Index auch die Aktie von E.ON. Der Energieversorger geriet am Freitag kurzzeitig unter Druck, als ein Kurseinbruch beim französischen Konkurrenten EDF den ganzen Sektor belastete. Auslöser war die Nachricht, dass die Regierung in Frankreich den Preisanstieg für Strom angesichts stark gestiegener Energiepreise künftig beschränken will. Die EDF-Aktie war daraufhin um bis zu 20% eingebrochen. Da sich EDF auch mehrheitlich in Staatshand befindet, und die Maßnahmen für den französischen Staat damit verhältnismäßig einfach umsetzbar sind, erwarten Analysten nur sogar weiter anziehende europäische Strompreise. Davon könnten einige in 2021 vernachlässigte und private geführte Branchenwerte wie E.ON sogar profitieren, da der Energieerzeuger folglich weitere Preiserhöhungen in ganz Europa durchsetzen könnte. Zumal die Düsseldorfer, die ab 2023 atomstromfrei arbeiten wollen, bislang gut für die sich derzeit wandelnde Energiewelt gerüstet sind. Als einer der Großen innerhalb der Branche plant das Unternehmen in den nächsten 5 Jahren zusätzliche 35 bis 40 GW aus alternativen Energien an die Netze anzuschließen. Der Ergebnisbeitrag der Netze werde durch die Investitionen pro Jahr um 3 bis 4% bis 2026 wachsen, betonte zuletzt das Management. E.ON will darüber hinaus auch mehr Geld mit nachhaltigen Energiesystemen in Häusern und bei der E-Mobilität verdienen. Hierfür wurde erst im November der Bau von rund 5.000 Schnellladepunkten bis zum Jahr 2026 angekündigt.

Zusätzliches Potenzial sieht der Netzbetreiber zudem auch im stark nachgefragten Wasserstoffgeschäft. In einem von Inflation geprägten Umfeld verfolgt das Unternehmen letztlich auch eine nachhaltige Dividendenpolitik, die allerdings ein beständiges, moderates Wachstum voraussetzt. Demnach strebt E.ON an, die Gewinnausschüttung um jährlich bis zu 5% zu erhöhen. So sollen für 2022 nach 0,47 Euro (2020) und 0,49 Euro (2021) abermals 0,49 Euro als Dividende an alle Aktionäre gezahlt werden. Bezogen auf den gegenwärtigen Kurs würde sich damit eine solide Kapitalrendite von attraktiven 4% ergeben. Zuletzt hatte der Strom- und Gasanbieter jedenfalls hierzulande 14 Mio. Kunden, in ganz Europa sind zuletzt sogar bis zu 52 Mio. Gewerbe- und Privatabnehmer gewesen.

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

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