ROUNDUP/Aspirin, wenig Schlaf: Debatte um Trumps Fitness

01.01.26 20:34 Uhr

WASHINGTON (dpa-AFX) - Berichte über den Gesundheitszustand von US-Präsident Donald Trump haben in den USA eine erneute Debatte ausgelöst: Handelt es sich um normale Alterserscheinungen eines 79-Jährigen oder um Warnsignale eines überlasteten Staatschefs? Nun hat der Republikaner erneut selbst Stellung dazu bezogen.

Wer­bung

In einem Interview mit dem "Wall Street Journal" räumte Trump ein, seit Jahren täglich eine höhere Dosis Aspirin einzunehmen als ihm von Ärzten empfohlen wird. "Sie sagen, Aspirin ist gut zur Verdünnung des Blutes, und ich will nicht, dass dickes Blut durch mein Herz fließt", sagte er. Er sei da "ein wenig abergläubisch". Die Einnahme führe aber dazu, dass er leicht blaue Flecken bekomme. Diese hatte Trump in der Vergangenheit mehrfach versucht, kosmetisch zu verstecken.

Als ihn Justizministerin Pam Bondi bei einer Veranstaltung kürzlich mit einem Ring am Handrücken streifte, entstand außerdem eine kleine Schnittverletzung. Zusammen mit Schwellungen an Trumps Knöcheln führte das in US-Medien zu erneuten Spekulationen über den Gesundheitszustand des Präsidenten.

Ärzte bescheinigen gute Gesundheit

Im Herbst ließ Trump eine medizinische Untersuchung durchführen, wie er dem "WSJ" bestätigte. Dabei handelte es sich um eine Computertomographie (CT), einen bildgebenden Körperscan, der laut einem Statement seines Arztes gegenüber der Zeitung keine Auffälligkeiten zeigte.

Wer­bung

Trumps Arzt erklärte demnach, der Scan sei nur durchgeführt worden, um mögliche Herz-Kreislauf-Probleme "definitiv auszuschließen", der Präsident sei voll arbeitsfähig. Aspirin nehme er rein präventiv. Auch das Weiße Haus erklärte, der Präsident sei bei "exzellenter Gesundheit". Trump äußerte im Interview dennoch Bedauern über die Untersuchung: Rückblickend sei es "schade" gewesen, ihr zuzustimmen, da sie öffentliche Spekulationen ausgelöst habe.

Hohes Arbeitspensum trotz Alter und Lebensstil

Nach eigenen Angaben schläft Trump wenig und beginnt seine Arbeitstage früh. Beobachter berichteten zuletzt, er habe bei öffentlichen Terminen mitunter die Augen geschlossen. Der Präsident wies im "Wall Street Journal" Darstellungen zurück, er sei eingeschlafen. Er sprach von Momenten der Entspannung oder Langeweile.

Regelmäßigen Sport treibt der Republikaner nach eigenen Angaben demnach nicht - mit Ausnahme von Golf. Seine Ernährung gilt als kalorien-, fett- und salzreich, ein republikanischer Reisebegleiter äußerte sich kürzlich schockiert über die Menge an stark verarbeitetem Essen, das er den Präsidenten zu sich nehmen sah, wie das "WSJ" beschreibt. Daran ändern wolle er nichts, sagte Trump dazu im Interview. Er habe "gute Gene" und viel Energie.

Wer­bung

Öffentliche Imagepflege

Die Diskussion erinnert an frühere Debatten um das Alter politischer Spitzenvertreter, Debatten, die Trump häufig selbst angestoßen hatte. Wiederholt äußerte er Zweifel an der Amtsfähigkeit seines Vorgängers Joe Biden. Dieser war bei Amtsantritt nur wenige Monate jünger als Trump heute.

Auch vor diesem Hintergrund legt Trump erkennbar Wert auf die öffentliche Darstellung seiner Gesundheit. Der Präsident räumte ein, bei Verletzungen oder Blutergüssen Make-up zu verwenden, um diese zu kaschieren. Mitarbeiter achten Medienberichten zufolge zudem darauf, Präsentationen zu verkürzen und öffentliche Bilder zu vermeiden, die Müdigkeit oder gesundheitliche Schwäche des Präsidenten nahelegen könnten.

Der Mediziner Mehmet Oz sagte dem "Wall Street Journal", Trump wirke geistig präsent und in komplexen Themen sicher. Politische Entscheidungen könne man diskutieren - Anzeichen geistiger Einschränkungen sehe er nicht./hae/DP/zb