01.12.2020 15:02

Geht Facebooks Internetwährung Libra schon im Januar an den Start?

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Große Hoffnungen hatte der Internetgigant Facebook in die Entwicklung seines Libra-Coins gesteckt. Doch der Social-Media-Konzern bekam schon bald heftig Gegenwind von Regulatoren und aus der Politik. Anfang 2021 soll der Coin nun doch an den Start gehen - allerdings wurden die Pläne diesbezüglich deutlich abgespeckt.
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• Libra hatte mit starkem Gegenwind zu kämpfen
• Von ursprünglichen Multi-Coin-Plänen ist aktuell nichts mehr übrig
• Marktstart im Januar als digitaler Dollar?
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Im Sommer 2019 überraschte der Social Media-Konzern Facebook mit der Nachricht, eine eigene Digitalwährung auf den Markt bringen zu wollen. Nachdem die Börsen zunächst euphorisch auf diese Ankündigung reagierten, folgte schon bald die Ernüchterung: Denn die Folgemonate brachten eine Menge Gegenwind sowohl für Facebook selbst als auch für die Libra Association, eine Organisation mit Sitz in der Schweiz, der Facebook die Kontrolle über das Libra-Projekt übergab und in der das US-Unternehmen selbst nur noch als ein Mitglied ohne besondere Rechte auftritt.

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Massiver Gegenwind von Zentralbanken und aus der Politik

Nicht nur internationale Notenbanken stellte sich gegen das Konzept, auch aus der Politik waren schnell kritische Stimmen zu hören, die das Projekt genau unter die Lupe nahmen. Mit teils dramatischen Folgen, denn tatsächlich kamen viele Regulierer zu dem Ergebnis, Libra sei als Angriff auf das etablierte Geldsystem zu werten und verweigerten der Libra Association ihre Zustimmung zu den Plänen. Sogar Facebook selbst hatte infolge der massiven Kritikwelle zwischenzeitlich Zweifel angemeldet, ob die Pläne überhaupt nicht umsetzbar seien.

Nachdem zahlreiche Partner der ersten Stunde die Libra Association sprangen schon im vergangenen Jahr ab, mit Visa, MasterCard, Stripe und eBay hat Libra prominente Unterstützer verloren. Infolge der Ereignisse zeigte sich Facebook kompromissbereit und wollte mit einem Strategiewechsel Kritiker besänftigen und Partner überzeugen. Insbesondere bei dem geplanten Währungskorb wollte man Abstriche machen, Dieser sollte eigentlich aus US-Dollar, US-amerikanischen Staatsanleihen, Euro, Euro-denominierten Staatsanleihen, Yen, japanischen Staatsanleihen, britischem Pfund, britischen Staatsanleihen, Singapur-Dollar und Singapur-Staatsanleihen bestehen.

Start im Januar - an nur eine Währung gekoppelt

Einem Bericht der "Financial Times" zufolge, die sich auf Personen beruft, die direkt am Libra-Projekt beteiligt sind, soll die Internetwährung nun im Januar tatsächlich das Licht der Welt erblicken. Dies allerdings in deutlich abgespeckter Form. Demnach soll Libra kein Multi-Währungs-Coin sein, sondern als Stablecoin zunächst ausschließlich an den US-Dollar gekoppelt werden. Eine Kopplung an andere Währungen könnte zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

EZB nun im Zugzwang

Dass es nun pro Forma eine digitale Variante des Greenback geben soll, bringt die internationalen Währungshüter in Zugzwang. Die Europäische Zentralbank etwa die Entscheidung über einen möglichen Krypto-Euro weiter verschoben. Bundesbank-Chef Jens Weidmann hatte die Erwartungen an eine schnelle Einführung von digitalem Zentralbankgeld gedämpft und betont, "selbst wenn wir für CBDC [digitales Zentralbankgeld] optieren sollten, die vorsichtige Einführung wäre eine immense logistische und technische Aufgabe und würde daher Zeit benötigen". Unterdessen hat China bereits Nägel mit Köpfen gemacht: Dort ist der digitale Yuan bereits an den Start gegangen, während man in Großbritannien etwa noch prüfen will. Die US-Notenbank Federal Reserve hinkt diesbezüglich ebenfalls hinterher, auch hier sind die Pläne für eine digitale Währung wenig konkret.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Wit Olszewski / Shutterstock.com, Tendo / Shutterstock.com

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