Angst vor Inflation - was die Notenbanken tun können, wenn die Preise deutlich steigen, erklärt Bert Flossbach.-w-
03.02.2021 17:59

Siemens-Aktie steigt: Siemens hebt die Prognose deutlich an - Chefwechsel bei der Hauptversammlung

Sorgen um Chip-Nachschub: Siemens-Aktie steigt: Siemens hebt die Prognose deutlich an - Chefwechsel bei der Hauptversammlung | Nachricht | finanzen.net
Sorgen um Chip-Nachschub
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Siemens hebt nach dem ersten Geschäftsquartal die Prognose für das Gesamtjahr 2020/21 (per Ende September) deutlich an.
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Grundlage dafür ist ein deutliches und nicht wie bisher nur leichtes Wachstum in der Fabrikautomation (Digital Industries), wie der Technologiekonzern am Morgen in München mitteilte. Überdies hatte auch die voll konsolidierte Medizintechniktochter Healthineers ihre Erwartungen schon angehoben.

Siemens rechnet nun mit einem vergleichbaren prozentual mittleren bis hoch einstelligen Umsatzwachstum und 5,0 bis 5,5 Milliarden Euro Gewinn nach Steuern. Bislang hatte Siemens versprochen, den Umsatz "moderat" um 3 bis 5 Prozent zu steigern und in gleicher Weise auch den Überschuss. Im abgelaufenen Jahr hatte Siemens 4,2 Milliarden Euro verdient.

Die Bedingungen hätten sich in einigen Siemens-Geschäften und geografischen Regionen zum Teil deutlich verbessert, erklärte das Unternehmen. Die Prognose unterstellt nun, dass sich diese Bedingungen besonders für die kurzzyklischen Geschäfte fortsetzen werden.

Die Erhöhung kommt mit Ansage: Vor zwei Wochen veröffentlichte Siemens bereits überraschend Eckdaten zum ersten Quartal, die die Analystenprognosen deutlich in den Schatten stellten. Damals hieß es, den Ausblick werde man "überprüfen".

Im ersten Quartal verbuchte Siemens einen Überschuss nach Dritten von 1,377 Milliarden Euro - ein Plus von knapp 300 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreswert. Der operative Gewinn im industriellen Geschäft belief sich auf 2,128 Milliarden Euro - das sind 39 Prozent mehr als im Vorjahr. Die entsprechende Marge legte um 430 Basispunkte auf 16,0 Prozent zu.

Der Umsatz kletterte auf vergleichbarer Basis um 7 Prozent auf knapp 14,1 Milliarden Euro. Negative Währungseffekte zehrten das Wachstum allerdings teilweise auf. Das Neugeschäft wurde von Großaufträgen im Bahngeschäft getrieben und legte vergleichbar um 15 Prozent auf 15,9 Milliarden Euro zu.

Siemens-Chef Kaeser lobt sich selbst - Ohne Umbau wäre Aktie bei 10 Euro

Der scheidende Siemens-Chef Joe Kaeser hat den von ihm angestoßenen Umbau des Münchner Industriekonzerns als Grundlage des Erfolgs verteidigt.

"Ohne die Erfolge des Sanierungskonzepts 'Vision 2020' und der strategischen Zukunftsausrichtung von 'Vision 2020+' würde es unser Unternehmen immer noch geben", sagte der 63-Jährige auf der virtuellen Hauptversammlung am Mittwoch in München. "Aber sicher nicht mit 130 Euro pro Aktie. Vielleicht dann zu 10 Euro und mit der Hälfte der Mitarbeiter. So wie andere Konglomerate, diesseits und jenseits des Atlantiks, die die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben." Der US-Mischkonzern General Electric (GE), an dem sich Siemens über Jahrzehnte gemessen hatte, hat einen Absturz an der Börse hinter sich.

Kaeser stand mehr als sieben Jahre an der Spitze von Siemens und gibt den Vorstandsvorsitz nach der Hauptversammlung ab. Er hatte die Medizintechnik (Siemens Healthineers) an die Börse gebracht und die renditeschwache Energietechnik (Siemens Energy) abgespalten. Vor allem Letzteres hatte den Aktienkurs beflügelt.

Ein Konzern wie Siemens dürfe aber nicht nur den Interessen des Kapitalmarktes dienen, sondern müsse sich "als elementarer Bestandteil einer globalen und multilateralen Welt- und Werte-Gemeinschaft" begreifen, erklärte Kaeser den Aktionären. Es gehe um einen "inklusiven Kapitalismus". Doch könnten nur wirtschaftlich starke Unternehmen dieser Verantwortung gerecht werden. "Deshalb gibt es zu Wachstum, Innovation und robuster Ertragskraft keine Alternative." Den Analysten hatte er zuvor gesagt, nach internationalen Maßstäben hätte er als Siemens-Chef vielleicht mehr erreichen können. "Aber ich habe gemacht, was in Deutschland machbar war."

Neuer Siemens-Chef will Konzern auf Digitalisierung ausrichten

Der neue Siemens-Chef Roland Busch will den Münchner Technologiekonzern noch stärker auf Digitalisierung trimmen.

"Jetzt ist unser Ziel, aus Siemens ein nachhaltig wachsendes, fokussiertes Technologieunternehmen zu machen", sagte er auf der virtuellen Hauptversammlung am Mittwoch laut Redetext. Dazu gehörten nicht nur hohe Wachstumsraten, starke Renditen und ein hoher Mittelzufluss (Cash-flow), sondern auch ein hoher Anteil an wiederkehrenden Umsätzen und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Übernahmen - vor allem von Softwarefirmen - für mehr zehn Milliarden Euro und Investitionen in Forschung und Entwicklung müssten sich nun auszahlen. Digitalisierung sei für ihn nicht Bedrohung, sondern "eine Antwort auf die großen Fragen unserer Zeit: auf Klimawandel, Globalisierung, Urbanisierung und demografischen Wandel", sagte Busch.

Der 56-Jährige übernimmt nach der Hauptversammlung den Vorstandsvorsitz von Joe Kaeser. Das Denken von Siemens müsse auf Wachstum ausgerichtet sein, sagte Busch. "Erfolg braucht Offenheit für Neues. Mut zum Risiko. Die Fähigkeit, sich von Rückschlägen - und die gibt es immer - nicht beirren zu lassen."

Auch Siemens macht sich Sorgen um Chip-Nachschub

Der Mangel an Computerchips macht auch Siemens Sorgen. "Wir müssen schauen, dass wir da nicht zu kurz kommen", sagte der scheidende Vorstandschef Joe Kaeser auf der Hauptversammlung am Mittwoch in München. Sein Nachfolger Roland Busch sagte auf einer Pressekonferenz vor dem Aktionärstreffen, man sehe schon, "dass im Halbleiterbereich einige Engpässe auftreten". Chips sind wichtig für viele der Maschinen und Anwendungen, die der Technologiekonzern anbietet. Siemens müsse aufpassen, dass die Lieferkette nicht abreiße. Eine eigene Chip-Produktion hat Siemens seit der Abspaltung der ehemaligen Halbleiter-Tochter Infineon schon seit mehr als 20 Jahren nicht mehr.

Vor allem Autobauer kämpfen derzeit mit fehlendem Nachschub an Chips. Volkswagen und Daimler mussten deswegen bereits die Produktion drosseln.

Siemens-Anleger erfreut vom Ausmaß der Zielerhöhung

Ein noch optimistischerer Jahresausblick ist am Mittwoch in einem weiterhin guten Marktumfeld eine Freude für Siemens-Anleger. Am Tag der Hauptversammlung legten die Aktien im XETRA-Handel zeitweise um fast drei Prozent bis auf 137,52 Euro zu und setzten so ihre Rally mit immer neuen Bestmarken nach der Neubewertung im Zusammenhang mit der Abspaltung von Siemens Energy fort. Im Verlauf ließ der Schwung etwas nach - das Plus lag schlussendlich noch bei 1,81 Prozent bei 136,00 Euro.

Analysten waren sich in ersten Kommentaren alle einig, dass die Anpassung der Ziele noch deutlicher ausfällt als von den meisten Investoren nach den zuvor veröffentlichten Eckdaten erwartet. Lob heimste unter anderem die Entwicklung des China-Geschäfts vor allem in der Digitalisierungssparte ein, aber auch der freie Mittelzufluss, der laut Simon Toennessen vom Investmenthaus Jefferies in einem typischerweise schwachen ersten Geschäftsquartal positiv herausrage.

Der gute Lauf der Aktien in den vergangenen Monaten könnte sich Experten zufolge fortsetzen. "Ich sehe das Potenzial für eine anhaltende Outperformance, unterstützt durch die Gewinndynamik und einen weiter rückläufigen Bewertungsabschlag zur Branche", sagte Wasi Rizvi von der kanadischen Investmentbank RBC. Als Stütze dessen sieht er auch den derzeit laufenden Konzernumbau mit verschlankten Strukturen.

Der Kurs des DAX-Schwergewichts hat sich vom Corona-Crash im vergangenen Jahr, dass ihn auf ein Tief seit 2009 hatte abrutschen lassen. Von den 53,19 Euro ausgehend ging es in den Folgemonaten stetig bergauf, mittlerweile bis auf etwa das Zweieinhalbfache.

(Dow Jones / dpa-AFX / Reuters)

Bildquellen: servickuz / Shutterstock.com

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