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thyssenkrupp-Aktie steigt: Automotive-Bereich von thyssenkrupp Opfer von Cyberangriff - Einschnitte bei Stahltochter nur "Spekulationen"

29.02.24 17:40 Uhr

thyssenkrupp-Aktie im Plus: Hackerangriff auf thyssenkrupp - Bericht über Einschnitte bei Stahltochter zurückgewiesen | finanzen.net

Der Stahlkonzern thyssenkrupp arbeitet an der Wiederherstellung des normalen Betriebs nach einem Cyberangriff auf seine Automotive-Aktivitäten in der vergangenen Woche.

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Man habe eine Reihe von Systemen offline genommen, nachdem ein unbefugtes Eindringen in die IT-Systeme des Geschäftsbereichs Automotive Body Solutions festgestellt worden sei. "Die Bedrohungslage ist unter Kontrolle, und wir arbeiten an einer schrittweisen Rückkehr zum normalen Betrieb", sagte eine thyssenkrupp-Unternehmenssprecherin.

Obwohl die Produktion durch die Abschaltung gestoppt wurde, sei das Unternehmen weiterhin in der Lage, seine Kunden zu beliefern. Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es keine Anzeichen dafür, dass Daten gestohlen oder verändert worden seien, und andere Teile des Geschäftsbereichs Automobiltechnik seien nicht betroffen gewesen, so die Sprecherin. Über den Cyberangriff hatte zuerst die Saarbrücker Zeitung berichtet.

thyssenkrupp nennt Berichte über Einschnitte beim Stahl Spekulation

thyssenkrupp hat sich gegen Berichte über Einschnitte bei der Stahltochter gewandt.

Der Konzern reagierte am Mittwochabend auf einen Bericht des "Handelsblatts", wonach bei thyssenkrupp Steel Europe mindestens 5000 der 27.000 Arbeitsplätze wegfallen könnten. "Wir sind verwundert, über die im 'Handelsblatt' geäußerten Spekulationen", erklärte das Unternehmen. Stahl-Aufsichtsratschef Sigmar Gabriel habe in einem Interview mit der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" gesagt, dass der Stahlvorstand derzeit Vorschläge für eine Neustrukturierung des Stahlbereichs erarbeite, die Mitte April mit der Mitbestimmung und den Gremien beraten würden. "Zum jetzigen Zeitpunkt sind alle Mutmaßungen über möglicherweise betroffene Aggregate Spekulation und im hohen Maße unseriös. So werden völlig unnötigerweise Ängste und Befürchtungen bei unseren Mitarbeitenden geschürt."

Das "Handelsblatt" hatte berichtet, dass der Stahltochter drastische Einschnitte drohten. Der Vorstand von thyssenkrupp Steel Europe arbeite an einem Konzept, das eine Schließung von mindestens einem Hochofen und zwei Walzwerken am Standort in Duisburg vorsehe, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise. Die Planungen beinhalteten derzeit einen Rückbau auf etwa acht bis neun Millionen Tonnen Produktionskapazität. Firmenintern laufe das Programm unter dem Namen "Stream".

thyssenkrupp erklärte, ein Projekt mit diesen Namen gebe es nicht. Der Konzern sucht seit Jahren eine Lösung für das konjunkturanfällige Stahlgeschäft. Vorstandschef Miguel Lopez führt seit Monaten Verhandlungen mit der EPH-Holding des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky über ein Stahl-Joint Venture - bislang ohne Ergebnis. Stahl-Aufsichstratschef Gabriel hatte in dem Zeitungs-Interview darauf verwiesen, dass Steel Europe derzeit Produktionskapazitäten von jährlich knapp zwölf Millionen Tonnen habe, aber nur neun Millionen Tonnen verkaufe. "Es kann sicher nicht ausgeschlossen werden, dass bei Kapazitätsanpassungen auch ein Beschäftigungsabbau erfolgt", fügte er hinzu.

Stahlsparte: NRW-Wirtschaftsministerium dringt auf Beteiligung der Beschäftigten

In der Diskussion um die Zukunft von Deutschlands größtem Stahlkonzern thyssenkrupp Steel dringt das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium auf eine Beteiligung der Beschäftigten. "NRW ist der größte Stahlstandort Europas. Natürlich ist es aus unserer Sicht wünschenswert, wenn so viele Arbeitsplätze wie möglich in dieser für NRW so wichtigen Branche erhalten bleiben können", sagte eine Ministeriumssprecherin der "Rheinischen Post" (RP, Freitag). "Daher braucht es weiterhin eine enge Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unternehmerische Entscheidungen und Planungen zu einem möglicherweise bevorstehenden Umbau des Konzerns."

Steel-Aufsichtsratschef Sigmar Gabriel hatte in einem Montag veröffentlichten Interview der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" gesagt, dass der Sparten-Vorstand vor dem Hintergrund erwartbarer, dauerhafter Absatzrückgänge bis Mitte April Vorschläge für eine grundlegende Neustrukturierung erarbeiten will. "Es kann sicher nicht ausgeschlossen werden, dass bei Kapazitätsanpassungen auch ein Beschäftigungsabbau erfolgt", so Gabriel.

Am Mittwoch hatte das "Handelsblatt" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, dass die Schließung von mindestens einem Hochofen und zwei Walzwerken im Gespräch sei, womit jede fünfte Stelle gefährdet sein könnte. thyssenkrupp Steel wies dies in einer Stellungnahme zurück: "Zum jetzigen Zeitpunkt sind alle Mutmaßungen über möglicherweise betroffene Aggregate Spekulation und im hohen Maße unseriös", erklärte ein Sprecher.

In der thyssenkrupp-Stahlsparte sind etwa 27 000 Menschen beschäftigt, davon rund 13 000 in Duisburg. Dort betreibt das Unternehmen vier Hochöfen, die nach und nach durch umweltfreundlichere Anlagen zur Stahlherstellung ersetzt werden sollen, sogenannte Direktreduktionsanlagen. Die Sparte hat unter anderem mit der Konjunkturschwäche sowie hohen Energie- und Rohstoffpreisen zu kämpfen. Der Mutterkonzern thyssenkrupp plant eine Verselbstständigung der Sparte.

Die Ministeriumssprecherin erinnerte daran, dass der Konzern Staatshilfe für den klimafreundlichen Umbau bekommt. thyssenkrupp Steel habe bereits wichtige Schritte unternommen, um das Werk in Duisburg zukunftsfest zu machen, sagte sie der RP. Die Landesregierung unterstütze den Umbau mit der größten Einzelförderung in der Geschichte des Landes, vornehmlich für den Bau der Direktreduktionsanlage, um Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Nordrhein-Westfalen zu halten und gleichzeitig das Klima zu schützen.

Gabriel hatte in dem WAZ-Interview eine Beteiligung der Beschäftigten zugesagt: "Was immer dabei an Vorschlägen herauskommt, wird natürlich danach sofort auch mit der Mitbestimmungsseite, den Betriebsräten und der IG Metall beraten", sagte er. Sämtliche Entscheidungen sollten nur gemeinsam mit den Mitbestimmungsgremien fallen, "so wie wir das auch in der Vergangenheit immer getan haben".

Die thyssenkrupp-Aktie steigt via XETRA am Donnerstag zeitweise 0,49 Prozent auf 4,73 Euro an.

FRANKFURT/DÜSSELDORF (Dow Jones/Reuters)

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Bildquellen: thyssenkrupp AG, Quinta / Shutterstock.com

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