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03.11.2020 18:11

Apple-Aktie vor schweren Zeiten: Das bedeutet der Ausgang der US-Wahl für Apple

Trump oder Biden?: Apple-Aktie vor schweren Zeiten: Das bedeutet der Ausgang der US-Wahl für Apple | Nachricht | finanzen.net
Trump oder Biden?
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Der Tag der US-Wahl ist da und damit auch der entscheidende Tag der Weichenstellung für die zukünftige Wirtschaftspolitik der USA. Für Apple könnte die Wahl zwischen Donald Trump und Joe Biden als US-Präsident jedoch womöglich zur Wahl zwischen Pest und Cholera werden.
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• Politischer Kurs bei Handel und Wettbewerbsrecht wichtig für Apples Geschäft
• Handelskrieg unter US-Präsident Trump bedroht Apples China-Geschäft
• Position von Biden bei Kartellrecht womöglich strenger

Heute wird in den USA gewählt - und im Vorfeld deutet alles auf einen Sieg von Herausforderer Joe Biden hin. Doch auch, wenn der Kandidat der US-Demokraten schon seit einigen Wochen in den Umfragen vor Amtsinhaber Donald Trump liegt, muss das noch nichts heißen. Denn auch bei der Präsidentschaftswahl im Jahr 2016 gewann überraschend und entgegen aller Prognosen der heute 74-jährige Republikaner. Für den iPhone-Hersteller Apple könnte es indes womöglich keinen großen Unterschied machen, wer die Wahl gewinnt. Denn mit Blick auf die zwei Themen, die das zukünftige Geschäft von Apple wahrscheinlich am meisten beeinflussen werden, scheint die Haltung von keinem der beiden Kandidaten ausschließlich positiv für den Konzern aus Cupertino zu sein.

US-Präsident Trump dürfte Handelsstreit mit China fortführen

Laut dem Online-Magazin "The Street", das vom US-Börsenexperten Jim Cramer mitgegründet wurde, sind für Apple und seine zukünftigen Wachstumsaussichten vor allem die Themen Handel und Kartellrecht entscheidend. Sollte Donald Trump als US-Präsident wiedergewählt werden, dürfte jedoch unter anderem die Beziehungen zu China wohl weiter angespannt bleiben. Wie "The Street" schreibt, wurde der Handelskrieg zwischen den USA und China, den Trump in seiner Amtszeit begonnen hat, nie wirklich beendet. Stattdessen ging der US-Präsident erst vor wenigen Monaten gegen den chinesischen Konzern Huawei vor und beschuldigte China zudem immer wieder - unter anderem im finalen TV-Duell mit Biden - für die Ausbreitung von COVID-19 verantwortlich zu sein - eine wenig hilfreiche Aussage für die Verbesserung der Beziehung zwischen den beiden Ländern.

Bereits zu Beginn des Streits um Huawei im Mai hatte China gedroht, Gegenmaßnahmen unter anderem gegen Apple einzuleiten, diese Drohung jedoch bisher nicht wahr gemacht. Sollte sich der Konflikt zwischen den USA und China in einer weiteren Amtszeit von Donald Trump jedoch erneut verschärfen, könnte das Apple schwer treffen. Laut "The Street" stammt knapp die Hälfte der Top-Zulieferer des US-Konzerns aus China, von denen Apple im schlimmsten Fall dann abgeschnitten wäre. Das Reich der Mitte ist außerdem ein extrem wichtiger Absatzmarkt für das Unternehmen von Tim Cook. Mit dem neuen 5G-fähigen iPhone 12 will Apple daher vor allem auch dort Marktanteile zurückerobern. Eine neue Eskalation des Handelsstreits könnte diesen Plan zunichte machen.

Sollte Joe Biden jedoch den Kampf um das Amt des US-Präsidenten gewinnen, erwartet "The Street", dass er nicht so aggressiv gegen China vorgehen würde, wie Trump das beispielsweise durch das Verhängen von Strafzöllen getan hat. Auch falls das Verhältnis zwischen den beiden Nationen angespannt bleiben sollte, dürften die Demokraten den ganzen Fall so handhaben, dass es für Apple positiver wäre, schreibt das Online-Magazin. Börsenexperte Jim Cramer geht in seiner Sendung "Mad Money" bei "CNBC" jedoch noch einen Schritt weiter. Er glaubt, dass ein Biden-Sieg das Ende des Handelskriegs mit China bedeuten würde. Die Apple-Aktie gehöre in diesem Fall zu den größten Gewinnern, so Cramer.

Biden-Sieg könnte Apples Marktposition gefährden

Doch ein Sieg von Joe Biden und den US-Demokraten dürfte sich nicht nur positiv für Apple auswirken. Denn beide Parteien im US-Kongress hätten laut "StockNews" bereits Sorgen darüber ausgedrückt, dass die großen US-Techkonzerne zu groß seien und Forderungen nach mehr Regulierungen oder gar einer Zerschlagung der Tech-Giganten geäußert. Mit einem Kartellverfahren gegen Alphabet hat das US-Justizministerium bereits unter US-Präsident Trump den Kampf gegen Big Tech aufgenommen. Womöglich könnte also auch gegen Apple ein Verfahren wegen Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht zukommen - und zwar sowohl unter Trump als auch unter Biden.

Dabei dürften die US-Demokraten laut "The Street" gegen kartellrechtliche Verstöße strenger vorgehen als die eher wirtschaftsfreundlicheren Republikaner - auch wenn dieses Thema laut der Nachrichtenseite bislang nicht auf der Top-Prioritätenliste von Biden stehe. Darauf deuten auch Aussagen des demokratischen Abgeordneten und Vorsitzenden des Kartellrechtsausschusses David Cicilline hin, der laut "Politico" bei einer Spendensammelaktion für Joe Biden und die designierte Vizepräsidentin Kamala Harris die Annahme äußerte, dass eine demokratische Regierung die Marktkonzentration der Tech-Giganten bekämpfen werde. Auch "StockNews" spricht davon, dass ein überwältigender Sieg der Demokraten in beiden Kammern des Kongress zu einer sehr einschränkenden Umgebung für Tech-Firmen führen würde.

Die Kartellbehörden dürften dann vor allem aufgrund der Richtlinien im App Store gegen Apple vorgehen. Entwickler, die ihre Programme für das iPhone oder iPad anbieten wollen, können dies nur über Apples App Store tun. Dort wird aber für alle Transaktionen - auch In-App-Käufe - eine Abgabe in Höhe von 30 Prozent des Kaufpreises fällig. Zuletzt hatte sich der Fortnite-Entwickler Epic Games über diese Praktik beschwert. Sollte Apples Vorgehen im App Store in einem Kartellrechtsverfahren als unzulässig befunden werden, hätte das schwere Auswirkungen auf das Geschäftsmodell des US-Konzerns. Denn die Service-Sparte, zu der auch der App Store zählt, war zuletzt für gut 20 Prozent der Umsätze des iPhone-Herstellers verantwortlich. Sollte hier ein Großteil des Geschäfts wegbrechen, dürfte es auch für die Apple-Aktie bergab gehen.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Adam Berry/Getty Images, nui7711 / Shutterstock.com

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