20.06.2014 12:30

AT&S AG: Lieferant für Megatrends

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Die IT-Firma profitiert gleich von drei großen Trends. Dazu dürfte eine Kooperation mit Intel den Gewinn in drei Jahren kräftig anschieben.
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von Georg Pröbstl, Euro am Sonntag

Noch einmal AT & S. Vor sechs Monaten hatten wir die Aktie des Leiterplattenherstellers aus Leoben in der Steiermark bereits vorgestellt. Seither hat der Titel zwar ein schönes Plus von über 30 Prozent gebracht, aber die operative Entwicklung des IT-Unternehmens erfordert nun eine Anpassung der Schätzungen.

Zum einen steigerte AT & S den Umsatz im per Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/14 um 8,9 Prozent auf 589,9 Millionen Euro und damit unerwartet stark. Zum anderen gab es beim Gewinn überraschend einen noch deutlicheren Schub. Ein unterproportionaler Anstieg beim Materialeinsatz und das verbesserte Finanzergebnis hievten den Gewinn von 14,6 auf 38,2 Millionen Euro. Trotz der infolge Kapitalerhöhung gestiegenen Aktienzahl verdoppelte sich der Gewinn fast auf 0,98 Euro je Aktie. Ursprünglich hatten wir einen Umsatzanstieg um fünf Prozent und 0,80 Euro je Aktie Ergebnis erwartet.

AT & S profitiert von drei Mega­trends. Zum einen als Zulieferer der Autoindustrie vom Boom der Branche - Stichwort Schwellenländer. Zwar ist China inzwischen der weltgrößte Automarkt, doch es besteht gewaltiges Nachholpotenzial. Die Fahrzeugdichte je 1000 Einwohner liegt in den USA mit 750 zehnmal so hoch wie im Reich der Mitte.

Hohe Chancen mit IC-Substraten
Zweitens Mobilfunk: Tablet-Computer und Smartphones sorgen für einen Boom bei mobilen IT-Anwendungen. Auch hier ist AT & S mit seinen Leiterplatten wichtiger Lieferant der großen Hersteller.
Dritter Trend: die zunehmende Miniaturisierung im Computerbereich. Mit immer kleineren Endgeräten, die immer mehr können, steigen die Anforderungen an der Verbindungsstelle zwischen Halbleitern und Leiterplatten, die durch die Verwendung von IC-Substraten erfüllt werden. AT & S baut seit vergangenem Jahr zusammen mit Intel, dem größten Hersteller von Halbleitern weltweit, in Chongquing in China ein Werk für IC-Substrate. Derzeit läuft der Aufbau planmäßig. Im per April 2016 laufenden Geschäftsjahr soll die Produktion starten. Das ist bereits in zwei Jahren!

Im ersten Jahr der Produktion 2016/17 erwartet AT & S zusätzlichen Umsatz von 200 Millionen Euro. Ab dem zweiten Jahr 2017/18 sollen es noch einmal 200 Millionen Euro mehr werden. AT & S dürfte damit in rund drei Jahren die Umsatzmilliarde knacken. IC-Substrate bringen höhere Margen. Obendrein dürften die Kosten etwa im Personal- oder Verwaltungsbereich auf dem deutlich höheren Umsatzniveau unterproportional steigen - Stichwort Kostendegression. Beim Gewinn ist für 2017/18 deshalb ein Sprung auf 1,50 bis 2,0 Euro je Aktie zu erwarten. Kurse um 20 Euro könnten bereits in drei Jahren drin sein.

Fazit: Einstelliges KGV und Kurs unter Buchwert - die Aktie von AT & S ist spottbillig.

ISIN: AT0000969985
Gewinn je Aktie 14/15e: 1,05 €
Gewinn je Aktie 15/16e: 1,10 €
KGV 15/16e: 8,9
Div./Rend. 14/15e: 0,20 €/2,0 %
EK*-Quote: 42,6 %
EK* je Aktie/KBV: 10,06 €/1,0
Kurs/Ziel/Stopp: 9,89/16,0/6,80 €

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15.04.2009AT&S haltenErste Bank AG
30.01.2009AT&S haltenErste Bank AG
03.11.2008AT&S haltenErste Bank AG
22.10.2008AT&S neutralJP Morgan Chase & Co.
14.08.2008AT&S holdRaiffeisen Centrobank AG
27.11.2009AT&S verkaufenErste Bank AG
19.05.2009AT&S neues KurszielJP Morgan Chase & Co.
17.12.2008AT&S underweightJP Morgan Chase & Co.
23.10.2008AT&S underweightJP Morgan Chase & Co.
12.01.2007AT&S strikt meidenFrankfurter Tagesdienst

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