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22.01.2018 10:23
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Auf das richtige Timing kommt es an - oder ?

Vermögensverwalter-Kolumne: Auf das richtige Timing kommt es an - oder ? | Nachricht | finanzen.net
Vermögensverwalter-Kolumne
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Nach dem Rekordjahr 2017 in Aktien investieren? Bloß nicht, es kann doch nur noch Abwärts gehen!
So ungefähr denken wahrscheinlich Deutsche Anleger, die auch im letzten Jahr mehrheitlich das niedrige Zinsniveau ertragen und die Entwicklung der Aktienmärkte staunend von der Seitenlinie aus beobachtet haben.

Bei den aktuellen Börsenkursen ist es vielleicht nachzuvollziehen, dass die Angst, genau jetzt wieder zum falschen Zeitpunkt einzusteigen überwiegt. Manfred Krug und die T-Aktie lassen grüßen. Aber wie schlimm ist es eigentlich, wenn man den falschen Zeitpunkt erwischt und wie sollte man sich dann verhalten?

Angenommen, ein Anleger beendete 1984 sein Studium und beschließt mit Beginn seines Berufslebens jährlich einen festen Betrag für seine Rente anzusparen. Er beginnt mit 2.000 Euro jährlich und möchte diesen Betrag zu jedem Dekadenwechsel um 2.000 Euro erhöhen. Also ab 1990 auf 4.000 Euro ab 2000 auf 6.000 Euro usw... Der Einfachheit halber erfolgt die Berechnung komplett in Euro.

Den Anleger zeichnen zwei Besonderheiten aus.: Er hat kein Glück beim Timing und investiert immer in Krisenzeiten in den Markt. Allerdings ist er beharrlich und belässt das einmal eingezahlte Kapital auf dem Depot. 1987 entdeckt unser Anleger die Börse und investiert die ersten drei Jahresraten, also 6.000 Euro in den DAX. Im Oktober erschüttert der schwarze Montag die Börsen und beschert dem DAX einen Jahresverlust von 30 Prozent.

Nach zwei sehr erfolgreichen Börsenjahren 1988 und 1999 mit je über 30 Prozent fasst der Anleger sich ein Herz und investiert 1990 die anderweitig angesparten 8.000 Euro erneut in den Dax. Der Irak marschiert in Kuwait ein und der Dax verliert bis zum Jahresende über 21 Prozent. Der Anleger verkauft trotz Verlusten nicht und verfällt in sein altes Muster.

Zwölf Jahre später und nach zwei kräftigeren Korrekturen hält er die Zeit für reif und investiert Anfang 2002 die bis dahin angesparten 54.000 Euro. Der neue Markt bricht zusammen und beschert dem Anleger eine negative Performance von über 40 Prozent.

Das schlechte Timing bleibt ihm hold, sodass er 2008 weitere 36.000 Euro in den Markt investiert, was mit der Finanzkrise und einer Negativrendite von 40 Prozent begleitet wird. Sein letztes Investment tätigt er mit 22.000 Euro im Jahr 2011. Griechenland hält die Welt in Atem und der Markt schließt mit einem Minus von knapp 15 Prozent.

Dumm gelaufen. Doch wer glaubt, der Anleger hätte trotz des mehr als misslungenen Timings einen Verlust erlitten, irrt gewaltig. Ganz im Gegenteil: hat sich sein eingezahltes Kapital von 182.000 Euro seit 1985 mehr als verdoppelt. Auch wenn er seit 2012 keinen Cent mehr in den Aktienmarkt investiert hat, steht ihm rechnerisch ein Kapital von 400.000 Euro zur Verfügung. (Kosten, Steuern aber auch Zinsen auf die Ansparbeträge nicht berücksichtigt)

Das fiktive Beispiel zeigt, dass langfristiger Vermögensaufbau mit Aktien auch dann erfolgreich ist, wenn das Timing nicht optimal ist. Dennoch halten die Deutschen beharrlich an ihrer Zinssparmentalität fest. Im internationalen Vergleich liegt der Anteil der Aktionäre im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung in Deutschland bei gerade einmal sechs Prozent. Da fragt man sich, woher unsere Niederländischen Nachbarn den Mut nehmen, die mit 30 Prozent Aktionären das Feld noch vor den Japanern (28 Prozent) und Amerikanern (25 Prozent) anführen.

Von Ralph Rickassel, PMP Vermögensmanagement in Düsseldorf, eine Niederlassung der Donner & Reuschel Lux S.A.

Immer mehr Privatanleger in Deutschland vertrauen bei ihrer Geldanlage auf bankenunabhängige Vermögensverwalter. Frei von Produkt- und Verkaufsinteressen können sie ihre Mandanten bestmöglich beraten. Mehr Informationen finden Sie unter www.v-bank.com.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Tang Yan Song / Shutterstock.com

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