30.12.2019 08:29

Clean Tech - Das Investitionsprogramm des neuen Jahrzehnts

Vermögensverwalter-Kolumne: Clean Tech - Das Investitionsprogramm des neuen Jahrzehnts | Nachricht | finanzen.net
Vermögensverwalter-Kolumne
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Städte wie Hamburg, Düsseldorf oder Köln versuchen Fahrverbote für Diesel PKW´s abzuwenden, in dem sie auf ausgesuchten Strecken Umweltspuren einrichten.
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Die meisten Bürger haben wenig Verständnis für diese Maßnahmen. Besonders den Hamburgern, mit dem größten Seehafen Deutschlands, dürfte der Aktionismus sauer aufstoßen, wenn man bedenkt, dass die dort an- und abfahrenden Frachtschiffe mit Schweröl befeuert werden, einem Treibstoff, der so schmutzig ist, dass er an Land als Sondermüll entsorgt werden müsste.

Schweröl ist quasi der Abfall aus der Rohölaufbereitung. Neben Feinstaub und Kohlendioxid belastet vor allem der hohe Schwefelanteil die Umwelt. Mit einem aktuell festgesetzten Grenzwert von 3,5 Prozent übersteigt er den Anteil von LKW oder PKW Diesel, der bei 0,001 Prozent liegt um das 3.500 fache. Doch ab 2020 soll damit Schluss sein. Gemäß einem Beschluss der UN-Schifffahrtsbehörde IMO (International Maritime Organization) darf der Schwefelanteil der Schiffsabgase ab dem neuen Jahr nur noch 0,5 Prozent betragen. Um dieses Ziel zu erreichen gibt es mehrere Möglichkeiten:

Einbau einer Abgasreinigung "Scrubber"

Hier werden die Schiffe mit extrem leistungsstarken Filtern nachgerüstet, die die Abgase im Schornstein entschwefeln. Das so umgebaute Schiff kann dann weiter Schweröl verbrennen, jedoch werden die Kosten für einen solchen Umbau mit mindestens zwei Millionen Dollar angegeben.

Umstellung von Schweröl auf Schiffsdiesel

Die weltgrößte Reederei Maersk hat angekündigt, bei den meisten seiner rund 600 Containerschiffe den Treibstoff von Schweröl (HFO) auf Schiffsdiesel umstellen. Durch den Preisunterschied zum Schweröl rechnet die Reederei mit Mehrkosten von rund 400 Dollar pro 20 Fuß Standardcontainer.

Umrüstung der Antriebsart auf nicht erdölbasierte Brennstoffe.

Das Schiff wird auf einen alternativen Antriebsstoff, wie flüssiges Erdgas oder Wasserstoff mit Brennstoffzelle umgerüstet. Die wohl mit Abstand umweltfreundlichsten Alternativen sind aber zum aktuellen Zeitpunkt auch die teuersten. Zu den einmaligen Kosten von rund 25 Millionen Dollar pro Schiff gehen dann bauartbedingt zusätzlich bis zu 400 Containerstellplätze verloren.

Bemerkenswert ist, dass trotz aller politischen Querelen beim Pariser Klimaabkommen oder der aktuell als gescheitert geltenden Klimakonferenz in Madrid, die Wirtschaft unaufhaltsam den Weg in eine klimafreundlichere Umwelt einschlägt. Ob der radikale Umbau der Energiekonzerne oder der zwar spät, aber dafür nun umso ehrgeizigere eingeschlagene Weg der Automobilindustrie hin zur Elektromobilität, scheinbar habe alle Beteiligten eingesehen, dass ein "weiter so" letztendlich den Weg auf ein Abstellgleis bedeuten wird.

Veränderungen kosten zunächst einmal Geld, weil sie hohe Investitionen erfordern. Aber nicht nur Geld ist gefragt, sondern Ingenieurskunst und der Mut, Ideen umzusetzen. Beides ist in Deutschland vorhanden, auch ohne Investitionsfond der Politik. Die 20er Jahre waren schon einmal golden und könnten es auch in diesem Jahrhundert werden.

Ob die Aktienindizes, die Anlegern 2019 mit einer atemberaubende Aufholjagd Traumrenditen beschert haben dies 2020 fortsetzen können ist fraglich, da Indizes den Markt in seiner Gesamtheit abdecken. Dieser wurde 2018 in Sippenhaft genommen und hat das 2019 richtigerweise wieder ausgeglichen. 2020 sollten Anleger gezielt in ausgesuchte und aussichtsreiche Werte oder Themen investieren.

Das Thema saubere Umwelt ist längst kein Modethema der jungen Generation mehr, sondern als absolute Notwendigkeit in der Wirtschaft angekommen. Clean Tech könnte sich als nachhaltiges Investitionsprogramm entwickeln, an dem langfristig orientierte Anleger mit Freude profitieren könnten.

von Ralph Rickassel, PMP Vermögensmanagement in Düsseldorf, eine Niederlassung der Donner & Reuschel Lux S.A.

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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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