16.01.2018 07:23

Schwellenländer: Gute Chancen sind mit Vorsicht zu genießen

Vermögensverwalter-Kolumne: Schwellenländer: Gute Chancen sind mit Vorsicht zu genießen | Nachricht | finanzen.net
Vermögensverwalter-Kolumne
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Das Wachstum der globalen Wirtschaft wird in diesem Jahr nach Schätzungen der Weltbank zulegen und soll bei 3,1 Prozent liegen. Zum ersten Mal seit der Rezession 2008 werde das Wachstumspotenzial nahezu oder ganz ausgeschöpft, heißt es.
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von Thilo Stadler, Vermögensverwalter bei der I.C.M. Independent Capital Management Vermögensberatung Mannheim GmbH in Neuss

Das liegt vor allem an den Schwellenländern. Deren Wirtschaftsleistung wird der Prognose zufolge um 4,5 Prozent und 2019 um 4,7 Prozent wachsen. Besonders deutlich soll der Boom in den Ländern ausfallen, die Rohstoffe exportieren. Die am schnellsten wachsende Region ist der Weltbank zufolge übrigens Ostasien. So soll das Wachstum in China 2018 beispielsweise 6,4 Prozent betragen, während die traditionellen Industrienationen auf 2,2 Prozent kommen und damit zehn Basispunkte unter dem Wert von 2017 liegen.

Und es gibt weitere positive Zahlen: 2016 wuchs das Bruttoinlandsprodukt in den Schwellenländern um 4,1 Prozent, gegenüber 1,7 Prozent in den Industrieländern. Und nach Einschätzung des Internationale Währungsfonds (IWF) dürfte der Anteil der Schwellenländer am globalen BIP (in US-Dollar gerechnet) von heute rund 39 auf 60 Prozent im Jahr 2035 steigen.

Um dies zu verdeutlichen: Der MSCI Emerging Markets Equity Index erzielte im bisherigen Jahresverlauf eine Rendite von 35 Prozent in US-Dollar. Vor allem der Anstieg des Welthandels begünstige die Rallye. Hinzu kamen eine synchron verlaufende Erholung des globalen Wachstums und die Abwertung des US-Dollars. Zumal sind viele Aktien attraktiv bewertet und bieten daher günstige Chancen für eine Ausweitung von Engagements beziehungsweise den Einstieg überhaupt. Übrigens: Neben China stehen Südafrika, Mexiko, Brasilien und die Türkei besonders im Fokus internationaler Investoren.

Daher gehören Schwellenländeraktien in jedes ausbalancierte Portfolio und können dabei helfen, ein Mehr an Rendite zu erwirtschaften. In 2017 waren sie so etwas wie die Stars am Aktienmarkt, und auch 2018 werden ihnen erhebliche Potenziale zugesprochen. So lässt J.P. Morgan Asset Management zum Beispiel verlauten, dass Aktien aus den Schwellenländern Renditen von durchschnittlich acht Prozent zugetraut werden.

Zugleich sollten Anleger sich aber auch der Risiken von Schwellenländer-Investments bewusst sein. Besonders politisch gibt es einiges zu beachten. In Mexiko und Brasilien wird gewählt, die Lage in Südafrika ist bisweilen ruppig, und in der Türkei trifft ein überhitzter Markt auf eine immer rigider werdende Regierung mit zum Teil fragwürdigen Tendenzen.

Diese Bewegungen gilt es zu beobachten und einzuordnen - denn die Politik ist prädestiniert dazu, sich auf den Aktienmarkt auszuwirken. Ebenso sollten Aktionäre die US-Handelspolitik im Blick behalten. Gerade für Mexiko bedeutet diese eine gewisse Unsicherheit, aber ein steigender US-Protektionismus kann auch zu einer generellen Vorsicht bei Schwellenländer-Aktien führen, da die Aussichten für den Export und die Investitionsbereitschaft von Unternehmen sinken könnten. Dann müssen Anleger schnell die richtigen Schlüsse für ihre Depots treffen.

Immer mehr Privatanleger in Deutschland vertrauen bei ihrer Geldanlage auf bankenunabhängige Vermögensverwalter. Frei von Produkt- und Verkaufsinteressen können sie ihre Mandanten bestmöglich beraten. Mehr Informationen finden Sie unter www.v-bank.com.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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