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18.05.2018 14:11

Einzigartiger Aramco-IPO wird Dynamik der saudischen Wirtschaft verändern

Vor Börsengang: Einzigartiger Aramco-IPO wird Dynamik der saudischen Wirtschaft verändern | Nachricht | finanzen.net
Vor Börsengang
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Die Welt wartet gespannt auf den größten Börsengang der Welt. Seit Wochen sind alle Augen auf den geplanten Börsengang von Saudi Aramco und Saudi-Arabien gerichtet. Versprochen wurde eine radikale Veränderung der saudischen Wirtschaft. Jedoch sind die großen Pläne mittlerweile abgeflacht.
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Zeitpunkt und Ort des Börsengangs sind unsicher - der Aramco-IPO steht auf dem Prüfstand.

Saudi Aramco als wertvollstes Unternehmen der Welt

Die saudische Börse Tadawul listet um die 191 Unternehmen mit einem Gesamtwert von rund 500 Milliarden US-Dollar. Mit bis zu fünf Prozent der Anteile wollte Saudi Aramco mit dem Börsengang 100 Milliarden US-Dollar einnehmen. Insgesamt plante der Ölgigant einen Börsenwert von rund zwei Billionen Dollar zu erzielen. Das entspricht dem zusammengefassten Börsenwert von Apple, Facebook und Microsoft. Damit hätte Saudi Aramco den Status als wertvollstes Unternehmen der Welt erreicht.

Gegenüber "Forbes" erklärte Khalid Abdullah Al Hussan, CEO von Tadawul, dass ein Aramco-Listing 40% von Tadawul ausmachen würde. Für Tadawul kann dies jedoch problematisch sein, weil zum einen der Einfluss auf die Aktienkurse immens wäre und Tadawul, als relativ kleine Börse von Aramco dominiert würde.

Khalid Abdullah Al Hussan ist sich sicher, dass dieser IPO die Position der saudischen Wirtschaft verändern wird. Wie er gegenüber "CNBC" mitteilte, wird der Börsengang von Saudi Aramco den Wert der saudischen Wirtschaft nahezu verdoppeln, die globale Position des Landes dadurch beeinflussen und schlussendlich die Dynamik der Wirtschaft verändern. Auch der saudische Minister für Erdöl, Khalid Al Falih, sagt dem Aramco-IPO eine drastische Veränderung der Wirtschaft nach. Wie er gegenüber "CNNMoney" berichtet, will das Königreich mit diesem Börsengang nicht nur nationales, sondern vor allem internationales Kapital ins Land bringen.

Für Saudi-Arabien sollte der Börsengang außerdem eine Entwöhnung vom Öl-Markt herbeirufen. Schon lange war es das Ziel des Königreichs die saudische Wirtschaft weniger abhängig von Ölpreisen zu gestalten. Die Erlöse des Aramco-IPO sollten genutzt werden, um andere Wirtschaftszweige wie Technologie und Tourismus zu fördern und damit diesem Ziel näher zu kommen. Jedoch kann der Börsengang auch das Gegenteil bewirken - die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass sich die saudischen Aktien parallel zum Ölpreis bewegen - weil der Gewinn von Aramco stark vom Ölpreis abhängt.

Die internationalen Börsen warten - vergeblich

Bislang wurde vermutet, dass Saudi Aramco nur national gelistet werden soll - nun scheint diese Vermutung berechtigt zu sein. Der Ort des Co-Listings ist nach wie vor ein umstrittenes Thema. In Frage kamen vor allem New York und London. Khalid Al Falih, saudischer Minister für Erdöl, äußerte gegenüber "CNNMoney" seine Bedenken für den internationalen Börsengang von Saudi Aramco. Er sah ein gewisses Risiko im Börsengang an der NYSE. Die Rechtsstreitigkeiten und Haftungsskandale in den Vereinigten Staaten bereiten ihm Sorgen. Al Falih erläutert gegenüber "CNNMoney", dass Aramco zu wichtig und groß sei, um so einem Risiko ausgesetzt zu werden. Im Gegensatz dazu, zeigte er großen Respekt gegenüber der Londoner Börse und erklärte die London Stock Exchange zu einer der besten Börsen der Welt. Mittlerweile steht jedoch auch zur Debatte, ob ein internationaler Börsengang überhaupt in Erwägung gezogen wird. Al Hussan äußerte bereits seine Absichten, Aramco lediglich an der Heimatbörse Tadawul zu listen. Damit würde sich das Standing der Heimatbörse Tadawul im internationalen Kontext verändern.

Bereits im Herbst 2017 berichtete die "Financial Times", dass es womöglich nur zu einer Privatplatzierung weniger Aktien bei strategischen Investoren an der saudi-arabischen Börse kommen werde - und könnte damit nun wohl richtigliegen.

Ein weiterer wichtiger Grund für den internationalen Börsengang ist die Abhängigkeit vom Ölmarkt - das Land wird durch einen Aramco-Börsengang an der heimischen Börse diese Abhängigkeit wohl nicht im ursprünglich geplantem Umfang reduzieren können. Aber offenbar ist das angesichts der jüngsten Entwicklungen beim Ölpreis auch gar nicht mehr so dringend gewünscht. Die momentane Erholung der Ölpreise habe dazu geführt, dass ein Börsengang in den ursprünglich angestrebten Dimensionen nicht mehr nötig sei, verrieten Insider dem "Wall Street Journal". Außerdem scheint es laut "Handelsblatt" auch komplizierter zu sein als gedacht, die Aramco-Aktie an eine ausländische Börse zu bringen. Es wäre somit verständlich, wenn das Königreich sich diesen Aufwand sparen will, wenn das Geld momentan sowieso nicht mehr dringend benötigt wird.

Zudem hofft das Land dieses Jahr noch in den Rang des "Emerging Markets" vom Indexanbieter MSCI befördert zu werden. Laut "CNBC" wird dieser Rang dem Königreich auf globaler Ebene eine höhere Attraktivität zuschreiben und die Türen für internationale Investmentfonds öffnen.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: FAYEZ NURELDINE/AFP/Getty Images

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