Wadephul: Risiko bei kritischen Mineralien dritteln
BANDAR SERI BEGAWAN (dpa-AFX) - Außenminister Johann Wadephul peilt angesichts der Anstrengungen für mehr Unabhängigkeit von China mittelfristig eine Dreiteilung bei der Versorgung mit kritischen Rohstoffen an. Es müsse das Ziel sein, "dass wir etwa ein Drittel der Risiken selber schultern, indem wir eigene europäische Handelsbeziehungen und Lieferbeziehungen aufbauen", sagte der CDU-Politiker nach politischen Gesprächen im südostasiatischen Sultanat Brunei. Darüber hinaus solle man eine enge Partnerschaft zu den USA suchen und im übrigen weiter an Handelsbeziehungen mit China festhalten.
"Wenn wir das insgesamt mittelfristig dritteln können, dann denke ich, ist das eine angemessene Risikoverteilung" und auch ein Interessenausgleich, der allen gerecht werde, sagte Wadephul. In Australien hatte er zuvor mit seiner Amtskollegin Penny Wong verabredet, die Zusammenarbeit gerade bei strategisch wichtigen Mineralien wie Lithium weiter auszubauen. Lithium steckt in modernen Technologien vom E-Auto-Akku bis zum Smartphone.
Wadephul machte am Donnerstag auf dem Rückflug von einer fünftägigen Reise nach Singapur, Neuseeland, zur Südsee-Insel Tonga und nach Australien einen Stopp in Brunei. In der Hauptstadt Bandar Seri Begawan traf er sich zu Gesprächen mit dem zweiten Verteidigungsminister, Halbi Mohammad Yussof, sowie mit seinem Amtskollegen Erywan Mohd Yusof.
Wadephul: Chance in der Indopazifik-Region ergreifen
In der Indopazifik-Region gebe es ein großes Interesse an einer engeren Kooperation mit Europa und gerade auch mit Deutschland. "Diese Chance müssen wir ergreifen." Er fügte hinzu: "In unsicheren Zeiten gilt es weltweit, ein robustes Netz an Partnerschaften weiter zu festigen und neue zu schmieden."
Brunei (mit offiziellem Namen Brunei Darussalam - letzteres bedeutet "Ort des Friedens") ist ein kleines Sultanat auf der Insel Borneo. Brunei ist bekannt für massive Öl- und Gasvorkommen und gilt als eines der reichsten Länder der Erde. Es ist eine absolute Monarchie mit strengem islamischem Recht - mehr als 80 Prozent der Bevölkerung von knapp 470.000 Menschen sind Muslime.
Wadephul besuchte das Unternehmen Muara Maritime Services (MMS), ein Gemeinschaftsunternehmen der Bremer Werft Naval Vessels Lürssen mit einem Unternehmen der bruneiischen Marine und mehr als 200 Mitarbeitern. MMS ist nach eigener Darstellung Unterstützungspartner der Marine von Brunei und für die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft der Flotte und der zugehörigen kritischen Infrastruktur verantwortlich./bk/DP/he