Micron-Aktie im Fokus: Tritt der Speicherchip-Gigant in NVIDIAs Fußstapfen?

Während NVIDIA lange als unangefochtener KI-Börsenliebling galt, rückt nun Micron stärker in den Fokus. Warum Analysten trotz starker Kursentwicklung weiteres Potenzial sehen.
Werte in diesem Artikel
• Micron kontrolliert mit Samsung und SK Hynix rund 90 Prozent des weltweiten Speicherchip-Marktes
• Die gesamte HBM-Produktion für 2026 ist laut CEO Mehrotra bereits vertraglich gebunden
• Micron erhält bis zu 6,4 Milliarden US-Dollar aus dem CHIPS Act
Speicherchips als Fundament des KI-Booms
Der Boom bei künstlicher Intelligenz wäre ohne Hochleistungs-Speicherchips nicht denkbar. Genau hier kommt Micron Technology ins Spiel. Das Unternehmen aus Boise, Idaho, gehört gemeinsam mit Samsung Electronics und SK hynix zu einem Triopol, das rund 90 Prozent des weltweiten Marktes für DRAM- und NAND-Flash-Speicher kontrolliert. Der enorme Bedarf an KI-Infrastruktur hat die Branche in einen Superzyklus katapultiert, der durch Rekordpreise, steigende Umsätze und ausgebuchte Produktionskapazitäten gekennzeichnet ist.
Wie CEO Sanjay Mehrotra in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am 17. Dezember 2025 erklärte, hat Micron für die gesamte High-Bandwidth-Memory-Produktion (HBM) des Kalenderjahres 2026 bereits Verträge über Volumen und Preise abgeschlossen, einschließlich des branchenführenden HBM4. Das Unternehmen geht davon aus, dass diese angespannte Marktsituation über das Jahr 2026 hinaus anhalten wird.
100-Milliarden-US-Dollar-Investition: Die größte Chipfabrik der USA entsteht
Um der Angebotsknappheit langfristig zu begegnen, hat Micron am 16. Januar 2026 den Spatenstich für ein historisches Projekt vollzogen. Wie das Unternehmen in einer offiziellen Pressemitteilung bekannt gab, entsteht in Onondaga County im US-Bundesstaat New York ein Megafab-Komplex mit einem geplanten Investitionsvolumen von bis zu 100 Milliarden US-Dollar. Mit bis zu vier Fertigungsanlagen wird dies die größte Halbleiterfertigung auf amerikanischem Boden sein und rund 50.000 Arbeitsplätze schaffen.
Die erste Fabrik soll 2030 die Produktion aufnehmen, die vierte Anlage ist für 2041 geplant. Das Projekt erhält umfangreiche staatliche Unterstützung: Micron hat insgesamt bis zu 6,1 Milliarden US-Dollar an direkter Förderung aus dem CHIPS Act der US-Regierung erhalten, die auf mehrere Standorte in Idaho, New York und Virginia verteilt werden. Zusätzlich stellt der Staat New York bis zu 5,5 Milliarden US-Dollar an GREEN-CHIPS-Fördergeldern über die Projektlaufzeit bereit. Hochrangige Technologie-CEOs bekundeten ihre Unterstützung: Apple-Chef Tim Cook bezeichnete Micron als wichtigen Partner im Rahmen von Apples 600-Milliarden-US-Dollar-Engagement für amerikanische Fertigung, während Google-Cloud-CEO Thomas Kurian Hochleistungs-Speicher als fundamental für KI-Plattformen bezeichnete.
Analysten überbieten sich mit Kurszielen
Die Entwicklung hat auch an der Wall Street für Aufsehen gesorgt. Mehrere Investmentbanken hoben am unlängst ihre Kursziele für die Micron-Aktie deutlich an. Barclays erhöhte das Ziel von 275 auf 450 US-Dollar, Wells Fargo schraubte die Bewertung von 335 auf 410 US-Dollar hoch. Auch Cantor Fitzgerald, KeyBanc und die RBC sehen den fairen Wert zwischen 425 und 450 US-Dollar. Die Begründung ist einhellig: strukturelle Angebotsknappheit statt bloß zyklischem Optimismus.
Die Quartalszahlen untermauern die Euphorie. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Micron einen Umsatz von 13,64 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn pro Aktie lag mit 4,78 US-Dollar deutlich über den Erwartungen der Analysten. Für das zweite Quartal prognostiziert das Management einen Umsatz von rund 18,7 Milliarden US-Dollar bei einer Bruttomarge von etwa 68 Prozent.
D. Maier / Redaktion finanzen.net
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